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Irgendwie kauft man Stallone nach all den Jahren dennoch den Boxer ab, auch wenn es eine ganze Weile dauern wird bis sich Rocky aus seinem Selbstmitleid befreit (seine verstorbene Frau Adriana spukt ihm noch immer im Kopf herum). Dann jedoch gibt der Kämpfer in altgewohnter Manier Gas, stopft rohe Eier in sich hinein und rennt Treppen auf und ab. Grund dafür ist das unerwartete Angebot eines Schaukampfes mit dem Champion, Mason Dixon (Antonio Tarver). Unnötig zu erwähnen, dass der stramm auf die 60 zugehende Rocky nicht im Traum daran denkt die Waffen zu strecken. Und so sicher wie das Amen in der Kirche oder das Dröhnen von Bill Contis Titelmelodie, ist die wenig überraschende Tatsache, dass der gute alte Rocky noch den ein oder anderen Punch in der Hinterhand hat. Stallone schrieb und inszenierte den Streifen und es gibt handwerklich wenig auszusetzen. Es ist kaum zu vermeiden, dass die Geschichte vorhersehbar bleiben muss; es stellt sich sogar eine angenehme Vertrautheit ein. Rocky Balboa kann man sogesehen durchaus als Hommage an alle vorhergehenden Rocky Filme begreifen, inklusive diverser Flashbacks. Burt Young ist auch wieder mit von der Partie und Geraldine Hughes gibt eine ansprechende, vielleicht ein wenig zu keusche weibliche Gefährtin für den Boxer ab. Stallones Rocky ist über die Jahre verdächtig eloquent geworden. Tief im Innersten seines Herzens ist der Aussenseiter jedoch der gleiche geblieben. Wenn Stallone das nicht aus den Augen verliert, kann er womöglich noch einen Film aus seiner Lieblingsfigur herauspressen. --Robert Horton
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine sehr schöne DVD, bei der das Bild noch etwas besser hätte sein können. Dem gegenüber steht ein dynamischer und vielseitiger Ton. Abgerundet wird das Ganze durch ein tolles Bonuspaket, wobei hier der mitunter recht sensible Audiokommentar von Stallone mehr als nur überzeugt.
Bild: Was bei dieser DVD auffällt, ist der durchaus starke Kontrast, der oftmals etwas steil wirkt (00:27:47), dann jedoch auch wieder mit niedrigem Schwarzwert aufwartet, so dass Kleidung vom Background kaum zu unterscheiden ist (00:35:43). Allerdings muss man hier unterstellen, dass Stallone diesen Kontrast auch als Stilmittel benutzt hat, ebenso wie den Wechsel zu HD-Video beim Boxkampf, bei dem mit Mason Dixons weißer Hose auch Strahlpotenzial vorhanden ist (01:18:18). Rauschen ist nur in minimalem Maße vorhanden. Die Schräfe ist zumeist großartig und lässt stark in die Tiefe blicken. Bei 00:47:02 hat man eine Szene, in der man eine Straße hinunterschauen kann. Das Ergebnis ist toll. Die Farben sind ebenfalls zum großen Teil hervorragend. Nur ganz selten scheinen sie etwas stark zu sein, so etwa bei 00:05:57, wenn Stallones Gesicht deutlich gerötet ist (wobei wir hier unterstellen, dass das nicht an ihm lag). Die Vorlage ist selbstverständlich tadellos erhalten.
Ton: Der Ton liegt in drei verschiedenen Formaten vor. Die Synchronisation und das englische Original kann man in DD 5.1 anhören. Beide Spuren sind sehr vital geraten, was sich natürlich auch und vor allem bei den Boxszenen zeigt, bei denen die Geräuschkulisse auf alle Kanäle verteilt wird. Dazu kommt jedoch, dass der Ton auch bei den ruhigeren Szenen der ersten Stunde erstklassig ist und klar ein räumliches Verhältnis aufbaut. In Rockys Restaurant fühlt man sich von Gästen umgeben. Der DTS-Sound ist noch etwas wuchtiger, was sich vor allem bei dem großen Boxkampf als deutliches Plus herausstellt.
Extras: Es gibt einiges an Bonusmaterial. Sieben entfallene Szenen sind nicht ohne Grund auf dem Schneidetisch geblieben, aber für sich betrachtet, gibt es ein paar nette Charaktermomente, wobei man hier auch erfährt, dass Paulie bei Rocky lebt. Das alternative Ende ist erfreulicherweise nicht für den Film benutzt worden, da es nicht mit dem Rest der Geschichte zusammenpassen mag. Es gibt ein paar Patzer von den Boxaufnahmen. Außerdem hat man zwei Featurettes, die sich mit der Entstehung des Films beschäftigen, wobei Stallone hier auch darauf eingeht, dass der Film letzten Endes seine eigene Situation widergespiegelt hat. Die zweite Featurette, "Rockys letzter Kampf", beschäftigt sich mit dem Dreh des Boxkampfes, bei dem sich Stallone und der echte Boxer Antonio Tarver nichts geschenkt haben, sondern Schläge auch landeten. Sehr informativ gestaltet sich der Audiokommentar von Sylvester Stallone, bei dem er lange darüber redet, wie er zu dem Entschluss kam, diesen Film zu drehen. Außerdem zeigt er, dass er die Figur Rocky Balboa bestens kennt und genau weiß, wie sie funktioniert. Im Grunde kann man Stallones Botschaft, so sagt er dies auch im AK, so zusammenfassen, dass man machen muss, was einem wichtig ist. Und das hat Stallone, der zum Ende hin von seinem eigenen Film gefangen ist, auch getan. --movieman.de
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