Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Patti gives me shelter, 18. Mai 2007
Meine Erwartungen an das Album waren nicht sehr groß, aber ich bin nach dem ersten Hören äußerst positiv überrascht gewesen. Patti hat auf diesem Cover-Album ihren Pathos (der ersten Alben) um einiges zurückgefahren und geht die Songs akzentuiert, kreativ und konkret an. Sie verleibt sich sicher nicht alle ein, wie es ein Johnny Cash mit den American Recordings tat, aber sie gewinnt den Songs neue Aspekte ab. So legt sie bei Helpless den Schwerpunkt nicht auf den sentimentalen Gesang, sonder auf die kalte Schönheit der Melodie. Als Mitglied der Post-Grunge-Generation kann ich auch sagen, dass mir ihre Version von Smells like Teen Spirit durchaus gefällt - jedenfalls hat diese Version mehr Spirit als einige der anderen unsäglich Versuche dieses Lied zu covern. Alle Songs habe ich nicht gekannt (Midnight Rider, Pastine Paradise, Changing of the guards und The Boy in the Bubble), vielleicht erscheinen mir diese Coverversionen gerade deshalb so intensiv - ohne ein Vorbild im Kopf. Der einzige Song, dem sie nach den ersten Hördurchgängen tatsächlich nichts zufügen konnte, scheint mir Everybody wants to rule the world zu sein. Vielleicht gewinnt er bei weiterem Hören aber auch noch an Substanz. Ich kenne bisher nur die frühen Alben von Patti, kann dieses aber wirklich nur weiterempfehlen: Es ist ein schönes Album.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
nur gecovert? trotzdem 100% Patti Smith!, 17. April 2007
Zuerst war ich etwas enttäuscht. Von der großen Songwriterin Patti Smith ein Album nur mit Coverversionen? Nun ja, auch andere Große des Musikgeschäfts haben sich eine creative Pause gegönnt, indem sie fremde Songs in den Dienst der eigenen Musikalität stellten ... oder umgekehrt die eigene Musikalität in den Dienst des fremden Liedes. Bei den 12 Liedern, die Patti Smith für ihr Album aufgenommen hat, gleicht sich das aus. Mir persönlich gefällt "Gimme Shelter" von Mick Jagger hingerotzt besser als die Smithsche Version, auch "The Boy in the bubble" aus dem Album Graceland gefällt mir im Orginal von Paul Simon besser. Bei "Changing of the guards" von Bob Dylan ist es dagegen wie meist bei diesem Künstler, daß seine Songs duch das Covern gewinnen.
Das große Verdienst Patti Smiths ist es, daß alle Songs der CD einfach nach Patti Smith klingen, und wenn sie nicht so bekannt wären könnte sie die Urheberschaft für sich reklamieren. Mag sein, daß andere kritisieren, daß Smiths Streifzug durch die Rockgeschichte im Jahr 1991 bei Nirvana endet (sie beginnt 1967 mit Hendrix, den Doors, den Beatles und Jefferson Airplane), aber ein anbiedern an den Zeitgeist wäre ihr bestimmt nicht gut bekommen.
Und ganz nebenbei: der CD liegt ein schön gemachtes Booklet mit Anmerkungen Patti Smiths zu ihrer Songauswahl bei - leider auch keine Selbstverständlichkeit.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Namedropping... von einem, der zu spät kam., 19. April 2007
Auch ich war anfangs skeptisch, als ich von Patti Smiths Album voller Coverversionen las - die Vorabkritiken klangen für mich so, als handele es sich bei "twelve" um ein sprödes Werk (und Patti kann sehr spröde sein!). Mein "ich brauche alles"-Spleen hat aber gesiegt, und ich bin erstaunt, wie zugänglich das gesamte Album trotz der gecoverten Originalinterpreten geworden ist. Im Gegensatz zu wohl den meisten Patti Smith-HörerInnen bin ich mit den ganzen "Rockgrößen" nicht vertraut. Beatles, Stones, Dylan, Hendrix, Doors, ...alles nicht meins! Die Musiker aus den 70ern, die ich höre, kann ich fast an einer Hand abzählen, 60er oder noch früher geht gar nicht. Immerhin gehört Patti Smith dazu, und in ihren bisherigen Output reiht sich "twelve" wunderbar ein (wobei es natürlich dem Spätwerk mehr ähnelt als "Horses") - da kann es sogar von Vorteil sein, die Originale nicht zu kennen. Andererseits hat sie "Everybody Wants To Rule The World" unglaublich Leben eingehaucht, ohne den ursprünglichen Geist zu zerstören (Kunststück!), und "Smells Like Teen Spirit", das ich Mitte der 90er unzählige Nächte in jedem Indieschuppen ertragen "musste", genießbar gemacht, auch wenn Fiedel und Banjo nach über 6 Minuten auch ausgereizt sind. ;o) Wobei ich auch gerne das eigentlich geplante "Heart-Shaped Box" gehört hätte... Hendrix kenne ich nur durch Coverversionen von The Cure, Soft Cell und Tori Amos, die allesamt doch eher anstrengend sind. Ich dachte, das lag an ihm selbst, aber nun hat Patti Smith so einen poppigen Song gezaubert, der richtig Spaß macht! Dylan wiederum ist mir hauptsächlich via Bryan Ferry vertraut - für mich mit durchwachsenem Ergebnis, aber "Changing Of The Guards" hier ist einer meiner Favouriten. Den ollen Stones ihr "Gimme Shelter" kannte ich nur von einer Demoversion Rio Reisers, und jetzt weiß ich auch, woher das unsägliche "Gangsta's Paradise" von Coolio (das ich mir nie freiwillig angehört habe) eigentlich stammt: von Stevie Wonder. Und das höre ich gerne! Der Rest der Songs ist komplett neu für mich, und auch ohne Vegleich kann ich nur sagen: ein wunderbares, schönes Album!!!! Was den "Vorwurf" angeht, der Streifzug durch die Rockgeschichte wäre unvollständig: ich hatte nicht den Eindruck, dass dies je das Ziel gewesen wäre. Im wirklich lesenswerten (und schön gestalteten) Booklet kann man erfahren, warum welche Songs ausgewählt wurden und wie sie umgesetzt wurden. Da steckt wirklich etwas dahinter, von vorn bis hinten, und das hört man dem gesamten Album an.
Also auch wenn sich der gemeine Smith-Fan ob meiner musikalischen Bildungslücken an den Kopf fassen mag - vielleicht lesen das ja auch noch andere "Zuspätgekommene": "twelve" ist schon jetzt eins meiner liebsten Neuveröffentlichungen des Jahres 2007! Und wenn mir mal eine der Originalversionen über den Weg laufen sollte, werde ich genauer hinhören. Versprochen!
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