Aus der Amazon.de-Redaktion
David Fridmann hat die Streicher und Hörner irgendwo auf seiner Festplatte abgelegt, seine gewohnt sonnigen Arrangements mit dunkler Farbe übergestrichen und jegliche Opulenz verbannt. Der Produzent, hoch gelobt für seine Arbeiten mit Mercury Rev, Sparklehorse oder den Flaming Lips, zeigt auf dem überragenden Album
Drums and Guns, dass er sich einordnen kann und sich auch auf Reduktion versteht. Es dürfte ihm einfach gefallen sein, denn Low sind keine Band, der man Wege zu neuen Entwicklungsstufen zeigen muss. Das Trio aus Duluth im US-Bundesstaat Minnesota hat sich schon lange ein ganz spezielles Soundprofil zugelegt und doch steckt
Drums and Guns voller angenehmer Überraschungen. Thematisch geht es um unerfreuliche Dinge wie Tod, Krieg, Sterben oder Mord. Da Low auf dem ebenfalls feinen Vorgänger
The Great Destroyer neben dem gewohnt anmutigen Slowcore auch unerwartet harte, rockige und bedrohliche Klangkulissen aufbauten, könnte man schon beim Lesen des Titels Trommeln und Kanonen vermuten, dass Low ihren Texten musikalisch mit Wucht Nachdruck verleihen. Machen Mimi Parker, ihr Ehemann Alan Sparhawk und Matt Livingston auch, nur anders. Die Kraft der dreizehn sich dahin schleppenden, finsteren Songs liegt in der sparsamen Instrumentierung, wobei die stark an die Young Marble Giants (
Colossal Youth) erinnernde Rhythmus-Maschine, Loops und die strangen Sounds die Räume zwischen Drums, Gitarre, Orgel und Bass füllen. Low zeigen auf ihrem nun schon achten Studioalbum
Drums and Guns einmal mehr ihre überdurchschnittlichen Songwriter-Qualitäten und untermauern dadurch ihren Status einer einzigartigen Indie-Band.
--Sven Niechziol
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