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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
alpenglühen und meeresleuchten, 4. März 2007
Nachdem das Debutalbum noch einige, sagen wir, kabarettistische Exaltiertheiten (Csárdás, Wundern Sie sich nicht) enthielt, ist das neue Album stärker durchgeformt und ohne allzugrosse Ausbrüche aus seiner lyrisch-melancholischen Grundstimmung. Atmosphärischer Hintergrund für die gewohnt brillante Lyrik (wer schreibt sonst solche wunderbaren Texte, die aus der Kombination an sich banaler Bilder eine dritte, tiefere Ebene schaffen, assoziativ und mit dem "genau-so-ist-es"-Effekt) ist diesmal das Hochgebirge (Blick ins Tal) und die See (Wintermeer), Metaphern für die Position des Grosstadtmenschen, den die Sinnsuche in die Landflucht treibt, und der beim Starren aus dem Hinterhoffenster den inneren Blick "in Richtung Horizont, wo kein Mensch mehr wohnt", hebt. Ein kluges Album, erfrischend wie ein Frühlingspaziergang, melancholisch wie Abendsonne auf dem Fernsehturm - volle Punktzahl
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Höhenluft, 13. April 2007
Das Gefühl, mit dem man meistens ein Zweitwerk anhört, ist pure Nostalgie: Wehmütige Trauer um die Unschuld eines Anfangs, der viel zu versprechen schien. Was danach kommt, ist Schadensbegrenzung: Es geht nicht mehr höher, versuchen wir also das Mögliche, um nicht abzurutschen, und krallen uns mit Macht an das Errungene. Das klingt nach Krampf. Ist es auch, und so 'fastforwarden' wir uns durch Frequenzen, die händeringend nach Aufmerksamkeit heischen.
Doch es geht auch anders.
Kitty Hoff, die im vergangenen Jahr mit ihrem Debut "Rauschen" die Niveau-Latte der deutschen Musikszene um ein paar Längen nach oben verschob, hat soeben ihr Zweitalbum "Blick ins Tal" veröffentlicht. 'Blick ins Tal' heißt hier: Da steht jemand irgendwo oben, blickt sich um - und steigt noch höher hinauf. Es heißt vielleicht auch: Da läßt jemand etwas zurück, und knüpft den Faden fort in eine noch nicht ganz bekannte Richtung. Ja, dieselbe spielerisch-abgeklärte Leichtigkeit des Vorgängers federt auch hier aus den Lautsprechern - doch wer musikalische déjà vus erwartet, wird vor den Kopf gestoßen: Die Fernsteuerung gleitet aus der Hand, 'repeat' statt 'fast forward' - wir lehnen uns zurück, wir lächeln, wir beugen uns vor, wir lockern unsere Krawatte, wir tanzen und, ich bin so frei, hier und da weinen wir auch. "Take care (prophylaktisch)", "Wintermeer", "Fini", "Große Freiheit" und alle anderen: Mit unbeirrter Klarheit vorgetragene Betrachtungen, immer wieder durchkreuzt von poetischen-wahnwitzigen Sprachbildern irgendwo zwischen fünf-Uhr-Tee und fünf-Uhr-morgens, begleitet von den für unsere Klimazone geradezu beängstigend entspannten, elegant-verschrobenen Forêt-Noire. Wir atmen Höhenluft.
Ein Instrumentalstück beschließt "Blick ins Tal": In der Geräuschkulisse eines Cafés setzt Fräulein Hoff sich selbst ans Klavier (während die Kollegen aus dem Schwarzwald die Theke belagern?) - die Melancholie, die selbst in den nonchalantesten Melodien Hoffs noch leise mitschwingt, tastet sich in Moll-Akkorden vor, faßt sich endlich ein Herz, versucht einen Walzer - um zuletzt in Moll wieder auszublenden, im Alltagsrauschen zu zerfliessen.
Wir sind zurück in unserem Zimmer.
Press play.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
zwischen bossa nova und jazz, 5. März 2007
wer kitty hoff schon kennt und mag, der wird auch dieses album mögen.
14 titel und 54 minuten als gute investition.
kitty hoff beeindruckt mit erwachsenen intelligenten texten, zum teil auch etwas spöttisch und kauzig. manchmal klingt es, als hätte helge schneider seine intellektuelle schwester für ein anspruchsvolleres publikum texten lassen.
kitty hoff und forêt-noire liegen akustisch irgendwo zwischen jazz, swing, chanson und vor allem bossa nova. und das ganze richtig gut arrangiert.
die hinreißend zuckersüße ins ohr flüsternde stimme erzeugt eine wohlig-leichte grundstimmung der cd, ohne abgenutzt zu klingen. kein einziger titel fällt ab.
die spielerische leidenschaft der musiker ist immer zu erkennen. so z.b. bei dem titel "fini": "fini, fini, vorbei, der zug rollt weiter, die orte, sie kommen sie geh'n...." beim zuhören kann man den zug richtig fühlen. bei "toc-toc-toc" sieht man den specht rumba klopfen.
bei "blaue stunde" wurde mit streichinstrumenten nicht gegeizt und läßt einem in das meer abtauchen. bei "take care" hat gitarrist phil marone seine große stunde, sein solo klingt leicht, wie carlos santana auf heilwasser.
mein favorit ist "sommer auf dem land", weil der titel auch angenehm nach sommer riecht.
abwechslungsreiche unterhaltung mit geistreichen feinsinnigen texten und
frischem bossa nova sound bringen eine große prise glanz in unser leben!
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