Aus der Amazon.de-Redaktion
Die fleißigsten Slacker der Indie-Szene legen endlich ihr drittes Album vor und schaffen damit den Übergang von Kuschelpop zu Stadionrock, ohne alles aufzugeben, was sie auszeichnet. Intensiver Gesang, der wie ein schräge Mischung aus The Cure und Simon and Garfunkel klingt; fließende Popmelodien, die nie überbeansprucht werden; verspielte, geistreiche Texte voller Selbstironie--alles das ist noch vorhanden. Keine Sorge, es bleibt hinreißend.
Hier und da finden sich neue musikalische Elemente, von der kratzigen, treibenden Surfrocknummer "Pam Berry" über "Sea Legs" mit seinen fast Hip-Hop-artigen Beats bis zu dem elektronischen "Sleeping Lessons", das sich steigert und nach zwei Dritteln der Spieldauer der Band of Horses demonstriert, wie man einen Song richtig schreibt. Weder werden auf Wincing gekonnt Genres durchdekliniert wie auf dem zweiten Album der Shins noch ist es eine schöne kleine Welt für sich wie ihr erstes. Es ist auch nicht ihr bestes Werk, sondern eben das dritte Album einer Band, die noch reift. James Mercer hat gelernt, so zu schreien, dass man auch in der letzten Reihe noch jedes Wort versteht; alles wirkt etwas selbstbewusster und aggressiver, wenngleich noch nicht durchgehend stimmig. Jedenfalls ist Mercer nach wie vor einer der begabtesten Songschreiber der heutigen Popmusik, und dieses Album zeigt eins ganz deutlich: dass die Band es verdient hat, nicht nur von Szenevolk und Intellektuellen gehört zu werden. Wincing ist randvoll mit intelligenter, gut gemachter Rockmusik, die man seinem kleinen Bruder und seinen Eltern ebenso gut vorspielen kann wie Studienkollegen. --Mike McGonigal
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