Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach unglaublich!, 22. Mai 2007
Santa Sangre ist einer der beeindruckensten und gelungensten Filme, die ich je gesehen habe. Von der Handlung her ist er ein Psychothriller, jedoch angereichert mit surrealistischen und künstlerischen Elementen. Viele Bilder vergisst man nicht so schnell wieder: der Tod und das Begräbnis des Elefanten, der Anfang in der Irrenanstalt, die Szenen auf dem Friedhof und Fenix's Träume und Halluzinationen! Mit diesem Film gelang Alejandro Jodorowsky ein kurzes Comeback; schade, dass er nicht die finanzielle Mittel hat, um mehr zu drehen. Jodorowsky's Sohn Axel spielt seine Rolle als Fenix sehr glaubwürdig und auch seine weiteren Söhne haben Rollen in dem Film.
Die DVD weiß auch zu überzeugen, durch ein Booklet über Jodorowsky's Werke und einer Bonus-DVD mit einer entfallenen Szene, einem hochinteressanten Interview, einem 3-min-Kurzfilm von Adan Jodorowsky (Echek = Gescheitert) und einer Dokumentation über Jodorowsky's Universum. Zusätzlich gibt es noch einen Trailer und eine Postergalerie.
Alles in allem empfehle ich jedem diesen Film sich zu kaufen, eine bessere DVD findet man selten!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Weltklasse Kino, 10. März 2009
Von Jodorowsky sind, zumindest in England, 4 Filme auf DVD erschienen: Fando y Lis , Holy Mountain , el Topo und Santa Sangre . Alle zeichnen sich durch Abstraktion , Surrealismus , Ideenreichtum , starke Bilder und aufwändige Machart aus und obwohl Gewalt (als Teil der menschlichen Natur) immer ein Thema ist, sind alle Filme zutiefst human. Auch sind Bilder und Stimmung meist wichtiger als das "Vorbeten" einer abgeschlossenen Geschichte, wesshalb Liebhaber des "Erzähl-Kinos" mit diesen Filmen kaum etwas werden anfangen können - viele andere dürften aber auf ihre Kosten kommen und Spaß haben... auf allen Ebenen.
Santa Sangre wurde von Dario Argento (bzw. dessen Bruder) produziert, das Thema ("a man kills women...") war vorgegeben und die 1 bis 2 übertrieben harten Szenen, die wohl zur Indizierung geführt haben, gehen sicher auch auf Argentos Tätigkeit zurück. (Argento macht übrigens auch Filme: ausschließliches Thema der ca. 25 Werke: "a man kills women...") - dass Jodorowsky es trotz der Vorgaben schafft, dem Film eine ganz andere Bedeutungsebene zu geben, spricht für sein Können. Es geht nicht ums Töten oder darum, Spannung aufzubauen - vielmehr wird die Psyche der Protagonisten und die Mutter-Sohn-Beziehung in den Vordergrund gestellt. Der Sprung aus dem vorgegebenen Rahmen funktioniert wunderbar: über gut verständliche Metaphern, brillante optische Umsetzung, eigenwillige Örtlichkeiten, "parabelhafte" Struktur und Traumsequenzen. Dem Mörder wird schließlich Selbsterkenntnis, "Reinigung" und "Heilung" zuteil (was Jodorowsky's Grundthema zu sein scheint) - wenn auch zu spät, denn die Opfer sind tot und der "Geheilte" wird eingesperrt sein...
Santa Sangre ist Jodorowsky's letzter und konventionellster Film. Er schwankt zwischen Abstraktion und "story-telling", zwischen Menschlichkeit und Brutalität. Obwohl er nicht ganz an die vorherigen Filme heran reicht, wo eine Flut von Einfällen und Bildern auf den Zuschauer hereinbricht, ist er immer noch absolute Weltklasse.
Alles andere als gelungen ist jedoch die Synchronisation : die Schauspieler agieren recht theatralisch, was in der Orginal-Fassung nicht stört. Wird aber die Theatralik noch durch die Sprecher verstärkt, rutscht der Film ins Gekünstelte ab und verliert wesentlich an Kraft und Glaubwürdigkeit. Die deutsche Synchronisation ist wirklich eine Katastrophe und sollte unbedingt vermieden werden - bitte deshalb ausschließlich im Original ansehen und nichtmal dran denken, die deutsche Fassung auszuprobieren - es wäre schade um den Film.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Typisch Jodorowsky: Mittelmäßiges Drehbuch, starke Bilder, 19. Mai 2008
Ein wirklich gutes Drehbuch hat Alejandro Jodorowsky leider nie geschrieben. Dabei hätte die Story zu Santa Sangre durchaus Potential dafür gehabt. Erstmals bei Jodorowsky ist die Sinnsuche nicht Hauptgegenstand des Films, stellt der Film nicht eigentlich eine parabelhafte Ansprache an den Zuschauer dar. Kurzum, der Film hat einen echten und klar erkennbaren Handlungsstrang mit einer konkreten fiktiven, teils sogar raffinierten Handlung. Schade ist, dass die Geschichte nicht noch stringenter erzählt wurde, und Jodorowskys bizarre Ideen einmal mehr über Leerlauf in der Handlung hinwegtäuschen müssen.
Auch dieser Jodorowsky hält wieder einige surrealistische Bilder bereit, die in Erinnerung bleiben: der sterbende Elefant; die "Tätowierung" des kleinen Fenix; der erwachsene Fenix, der beim Theaterauftritt seiner Mutter seine Hände "leiht"... Die eine oder andere skurille Szene erweckt aber auch den Eindruck der Effekthascherei, wenn es - für Jodorowsky eher ungewohnt - nicht um symbolhafte Darstellung, sondern um Schockeffekte durch möglichst ekelerregende Bilder geht.
Wenn man in der zweiten Hälfte des Films über eine etwas aufdringliche 80er Jahre-Ästhetik und grauenhaft schlechte Synthesizer-Filmmusik hinwegsieht, bleibt ein in Form und Inhalt ungewöhnlicher Film, der trotz mancher Längen und Brutalität positiv im Gedächtnis bleibt.
Weichen Gemütern ist allerdings eindeutig abzuraten.
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