Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
All you need is LOVE, 11. Januar 2009
Ich bin immer skeptisch, wenn "neue" Beatles-Aufnahmen angekündigt werden; aber die beiden Mittneunziger-Singles Free as a Bird und Real Love haben den Mythos nicht, wie von mir zuerst befürchtet, zerstören können, und vom Remix der '99 veröffentlichten "Yellow Submarine"-CD bin ich sehr angetan.
Fakt ist: bei Giles und seinem Vater George Martin sind die vorliegenden Remixes in genau den richtigen Händen, und die beiden Ex-Beatles sowie die Witwen der beiden anderen haben das Projekt ja auch abgesegnet und unterstützt. Die (mindestens!) 26 Songs lassen sich (mit fließenden Übergängen) in zwei Kategorien einteilen: die einen wurden "nur" neu abgemischt, und mit den anderen wurde bei der Gelegenheit experimentiert und herumgespielt unter der Prämisse, ausschließlich von den Beatles selbst aufgenommene Sounds und Bänder zu verwenden.
Habe ich seit über 30 Jahren Beatles-Hören IMMER NOCH Aha-Erlebnisse, so ist "LOVE" eine wahre Fundgrube beim Stöbern, so als hätte ein Maler mit breiter Farbpalette unzählige kleine Farbtupfer in seinem Gemälde untergebracht, die sich nur bei intensiver Betrachtung offenbaren: War das nicht der Anfangsakkord von A hard Day's Night, und da der Schlussakkord von A Day in the Life, nur rückwärts...? Und war das nicht das Schlagzeug-Break aus The End, und da das Gitarrenlick aus While my Guitar...? War der Bläsersatz aus Got to get you into my Life oder der aus Savoy Truffle...? Und das die Piccolo-Trompete aus Penny Lane...? Und so geht das endlos weiter; ich bin sicher, ich habe noch nicht 10% dessen entdeckt, was Giles Martin auf diesem Album alles untergebracht hat, wie allein schon der Amazon-Trailer vermuten lässt!
Zur ersten Kategorie: einige Songs wurden, ganz im Sinne der o.g. "Yellow Submarine"-Remixes, auf dem neuesten digitalen Stand abgemischt und klingen nun einfach besser oder arbeiten vorher im Original-Mix vergrabene Details deutlicher heraus: bei Revolution z.B. kann man Georges und Johns Gitarren jetzt zum ersten Mal getrennt in Stereo genießen! Origineller Einfall, ein paar Takte von Blackbird mit Yesterday zu verknüpfen. Bei Help! wurde lediglich Georges Gitarrenlauf gedoppelt und übers Stereopanorama gelegt. I want to hold your Hand wird gekürzt und von einer Ansage aus (vermutlich) einem der Hollywood Bowl-Konzerte eingeleitet, und Songs wie Lucy in the Sky, All you need is Love, A Day in the Life und Something klingen jetzt deutlich transparenter. Besonders beeindruckend, was (dank der digitalen Möglichkeiten, frühe Takes mit späteren "Reduction Mixdowns" zu synchronisieren) für ein vielschichtiger und phantastischer Stereo-Mix aus I am the Walrus geworden ist - Welten entfernt vom '67er Original, vor allem wenn man bedenkt, dass die zweite Songhälfte fast 40 Jahre lang nur als Monomix vorlag!
Zur zweiten Kategorie: Genial die Idee, den Gesang und ein paar Streicher über den Rhythmus von Tomorrow never knows zu legen; den Schlussteil von I want you an Mr. Kite dranzuhängen; das Medley aus Drive my Car, What you're doing und The Word; oder Musik und Gesang von Good Night und Octopus's Garden zu kombinieren... Richtig ausgetobt hat sich Giles Martin bei Strawberry Fields forever, das nicht nur aus unzähligen Zwischentakes zusammen gesetzt ist, sondern in der Ausblende eine Vielzahl weiterer kleiner Songzitate unterbringt.
Für die spätestens seit "Anthology 2" bekannte Demo-Version von While my Guitar gently weeps schrieb George Martin (wie schon 41 Jahre zuvor für Yesterday) ein Streicherarrangement, sein letztes für einen Beatles-Song. Der Acapella-Mix von Because (hier mit leisem Vogelgezwitscher untermalt) war schon von Bootlegs und spätestens seit "Anthology 3" bekannt. Ein paar Takte aus Sun King werden (ganz im Sinne der Ausblende von Rain) rückwärts als Gnik Nus präsentiert; beim Hören habe ich jedesmal das Gefühl: wenn die Beatles damals schon die heutigen technischen Möglichkeiten gehabt hätten oder aber heute alle noch leben würden - sie wären beim Experimentieren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen!
Was beim Hören befriedigt, ist neben der Fülle an Details, die es zu entdecken gibt, Giles Martins Respekt gegenüber den Original-Bändern; er hat es geschafft, sein Ego dem Geist der Beatles-Aufnahmen unterzuordnen und bei allen Spielereien sein Können immer in den Dienst der Sache zu stellen; in anderen Händen hätte das leicht schief gehen können. Mich persönlich hat das Experiment voll überzeugt, und ich hätte nichts gegen mehr davon (natürlich wurde hier nur ein Teil veröffentlicht)!
P.S. Über den 5.1-Mix auf der Audio-DVD-Ausgabe kann ich keine Angaben machen, da ich die entsprechende Anlage nicht besitze, nur so viel: Revolution und Back in the U.S.S.R., vermutlich aus Platzgründen auf der CD gekürzt, erscheinen hier in voller Länge.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Für Beatles-Fans ein interessantes "Kleinod", 18. November 2006
Braucht die Welt ein "neues" Beatles-Album?
Die Zahl der seit der Trennung der Fab Four veröffentlichten "neuen" Beatles-Alben nimmt ja nun leider schon inflatorische Ausmaße an. Und diese Veröffentlichungspolitik trägt dazu bei, dass man bei "Neuerscheinungen" als großer (aber auch kritischer) Beatles-Fan seit geraumer Zeit neben der Freude auch ein gerütteltes Maß an Zweifeln, Mißtrauen und eben auch Enttäuschung empfindet. (Ich diskutiere an dieser Stelle bewußt nicht das Totschlags-Argument, dass es immer (auch) um das "Große Geld" geht.)
Neben einigen gelungenen Kopplungen (Rotes Album, Blaues Album, One) gibt es die unzähligen schlechten Themen-Alben. Neben fragwürdigen oder aufnahmetechnisch miesen Halb-Bootlegs steht der Versuch, Substanzielles zu heben - etwa mit der Anthology-Reihe.
Und nun also - ganz "zeitgemäß" - der mit einem großen Medien-Hype angekündigte Remix "Love".
Mit der eingangs beschriebenen Mischung aus Neugier/Freude und Zweifel/Misstrauen habe ich mir am Veröffentlichungstag nun "Love" angehört und daraufhin gleich gekauft. Warum?
Zunächst einmal hat der "große alte Mann", der 5. Beatle George Martin, die Fäden des Projektes in der Hand gehalten. Er schuf dieses Album in seinem 80. Lebensjahr als Reminiszenz an sein Alter Ego und gleichzeitigen Abschluß seiner Laufbahn als Ausnahme-Produzent. Also der darf das!
Außerdem ist "Love" der erste (umfassende) von den Beatles bzw. Ihren Erben legitimierte Versuch, einen Teil des Gesamtwerkes den klanglichen und audiophilen Erfordernissen des 21. Jahrhunderts anzupassen (zunächst im Rahmen eines künstlerischen Musicals des "Cirque du Soleil").
Und das ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen (ich beziehe mich hier ausdrücklich auf die DVD-Audio DTS 5.1 der Special Edition).
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Ich bin Purist, was die Originalversionen angeht. Aber ich habe beim Hören der Audio-DVD "Love" schon wahnsinnig viele neue, bisher unbekannte Facetten der (bekannten) Beatles-Songs gehört und "gespürt". So unwahrscheinlich das auch klingt: Einige Visionen und Intentionen der Beatles werden (für mich) im neuen Kontext des Remixes "Love" erstmals transparent oder treten zumindest deutlicher hervor (herausragende Beispiele: "Because", "Strawberry Fields Forever", "Lady Madonna"). Erstaunlich, dass alle (!) Tonspuren Originale sind (bis auf die Orchestrierung bei "While My Guitar Gently Wheeps" - so jedenfalls nachzulesen in der offiziellen Presse-Erklärung von George Martin). Und dieser Fakt spricht für den formulierten Anspruch des Projektes "Love" wirklich etwas "Neues" zu bieten.
Einige Song-Zusammenmischungen bzw. -übergänge sind zudem genial (Being For The Benefit Of Mr. Kite!/I Want You/Helter Skelter; Hey Jude - Sgt. Peppers Lonley Hearts Club Band).
Zusammengefaßt: Das Album ist eine positive Überraschung und vorrangig für den Beatles-Fan eine "Entdeckung" wert. Vier von fünf Sternen deshalb, weil Otto Normalverbaucher das Album wahrscheinlich vor allem klanglich bewertet und einige (wenige) Effekte arg an der Grenze des Verspielten sind (Polizeisirenen u.ä.).
Tipp: Augen schließen und im DTS 5.1-Sound "A Day In The Life" hören!
Braucht die Welt ein "neues" Beatles-Album?
"Die Welt braucht gar nichts außer Liebe", antwortet Sir George Martin auf diese Frage. Eben "Love".
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Differenzierter betrachten, 21. November 2006
Um es gleich vorweg zu sagen: es ist ein geniales Album, das zeigt, wie vielfältig die Songs der Beatles waren, was sie musikalisch hergeben, wie sie ineinandergreifen (können) und wie letztlich "zufällig" die definitive Fassung der veröffentlichten Songs ist. Aber vor allem: welch ein kreativer und genialer Produzent und Arrangeur George Martin war und ist!!! Wie gut dass die Rechte so restriktiv gehandhabt werden und nicht jeder dahergelaufene Heinz die Lieder covern und verhunzen (z.B. für Werbung) darf!
Für Beatles-Fans und -Kenner ist wesentlich mehr auf der CD zu entdecken und zu hören, als es das Booklet preisgibt: es sind wesentlich mehr Versatzstücke eingebaut worden - ich verweise nur auf den rückwärts (!) laufenden Schlussakkord von "A Day in the Life", den Auftakt-Akkord von "A Hard Days Night" oder das Schlagzeugsolo von "The End" im Übergang von "Because" zu "Get Back". Highlight der CD ist für mich die Neufassung von "While my guitar gently weeps" im Stile von Yesterday, nur mit Akustikgitarre und Streichern - was würde (im Umkehrschluss) wohl aus "Yesterday" geworden sein in kompletter Band-Besetzung und mit Eric Clapton als Gastmusiker ...
Damit komme ich zu einer differenzierteren Betrachtung: Manches kennt man schon aus den Anthology-Alben, z.B. die Unplugged-Version von "While my guitar gently weeps" oder die Solo-Streicher-Fassung von "Eleanor Rigby". Manches greift rhythmisch und musikalisch genial ineinander - z.B. der Übergang von "Get Back" zu "Glass Onion" oder die Kombinationen in Track 7 ("Drive my car" u.a.), anderes ist dagegen sehr gewöhnungsbedürftig und nicht so überzeugend - z.B. die Versatzstücke aus "Penny Lane" oder "A Day in the Life" in "Glass Onion" oder die Kombinationen in Track 10 ("Benefit of Mr. Kite" u.a.), da wäre manchmal weniger mehr gewesen. Der Auftakt mit der a capella-Version von "Because" ist interessant, allerdings durch die künstliche Verlängerung der Pausen zwischen den Gesangssequenzen ein wenig aus dem Takt geraten (so was muss nicht sein). Die Klarheit und Durchhörbarkeit der remasterten Tracks ist grandios ("Help", "Strawberry Fields", "Something"), da fragt man sich manchmal wirklich: Sind das tatsächlich die Original-Songs? Allerdings ist bei einigen Songs ("I am the Walrus", "Hey Jude", "All you need is love") deutlich hörbar in die Substanz der Original-Aufnahmen eingegriffen worden. Das rückwärts laufende "Sun King" ist eine Hommage an die Experimentierfreude John Lennons, die künstliche Live-Atmosphäre ("Get Back", "I want to hold your hand") ein netter Gag.
Insgesamt: ein spannendes Hörerlebnis!
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