Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Neues aus dem dänischen Märchenwald, 1. Oktober 2006
'Samme Stof Som Stof' ist nach 'Kyst' (1999) und 'Det Er Mig Der Holder Træerne Sammen' (2003) bereits das dritte Album der dänischen Ausnahmeband Under Byen (dt: Unter der Stadt) und erscheint im Oktober 2006 nun auch endlich in Deutschland.
Vermutlich wird die aus Aarhus stammende Band auch mit diesem Werk wieder weltweit allerhöchstes Kritikerlob ernten und vermutlich werden sie auch mit diesem Werk den ganz großen kommerziellen Durchbruch wieder nicht erzielen. Obwohl sie seit Beginn ihrer musikalischen Karriere im Jahr 1995 mit zahlreichen Auszeichnungen wie Nominierung zur 'Best Danish Band' oder gar als 'beste Band der Welt' (US-Rolling Stone) reich gewürdigt wurden und werden, liegt das sicherlich daran, dass sich die z. Zt. achtköpfige Combo um die charismatische Sängerin und Texterin Henriette Sennenvaldt an keinerlei hierzulande gängige Songstrukturen hält oder bisher gar einen klassischen 'Hit' im Repertoire hat.
Das neue Werk 'Samme Stof Som Stof' nun enthält gut 53 Minuten oftmals fantastisch anmutende und ungewöhnliche Klänge gerne schräg und experimentell, stets kreativ und abwechslungsreich, durchweg spannend und exzentrisch, ebenso mysteriös und raffiniert. Zweifellos eine herrlich wundersam anmutende Welt voller Märchen und Sagen, in die es sich ganz tief einzutauchen lohnt. Neben 'gewöhnlichen' Instrumenten wie (doppeltes) Schlagzeug, Keyboard, Piano oder Bass (jedoch keine Gitarren) werden dem Hörer exotische Klänge wie Ukulele, Theremin, Melodika, Tuba, Cello oder Kalimba serviert; auch eine Säge gehört bei Live-Auftritten mit zum musikalischen Repertoire.
Über allem aber schwebt der ätherische, unwiderstehliche und nachhaltig fesselnde Seufz-Flüster-Säusel-Gesang von Vokalistin (oder besser: 'Märchenfee') Henriette Sennenvaldt, die auf charmante und subtile Art der Welt entrückt zu sein scheint. (Zitat aus einem deutschen Musikmagazin: 'Frau Sennenvaldts Stimme sitzt einem förmlich im Nacken und man möchte sie da auch haben.') Henriette wird oft mit Björk verglichen vielleicht nicht zu Unrecht, doch darüber mache sich jeder sein eigenes Bild.
Die Songs jedenfalls passen auch diesmal in keine Schublade: ob Jazz, Kammer-Pop, Elektronik, Folk, Rock, Ambient oder Experimental alles ist irgendwie irgendwo vertreten und wird höchst eigenwillig, sympathisch verschroben und anspruchsvoll miteinander kombiniert. Eine atemberaubende Klangreise!
Einen ganz eigenen, mitunter bizarren musikalischen Kosmos haben sich Under Byen geschaffen, und das macht den Zugang zu dieser bemerkenswerten Band vermutlich nicht jedem Musikliebhaber ganz leicht Freunde von Mum, Stina Nordenstam oder Sigur Ros kommen an dieser Formation aus Dänemark aber garantiert nicht vorbei. Und auch alle anderen sollten zugreifen. Jetzt!
(Musiker, lt. Homepage: Henriette Sennenvaldt (vocal), Sara Saxild (bass), Thorbjørn Krogshede (piano), Nils Gröndahl (violin/saw), Morten Svenstrup (cello), Morten Larsen (drums), Stine Sørensen (drums), Anders Stochholm (band doctor).)
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Endlich auch in eutschland!, 28. September 2006
Glücklich ist, wer dieser Tage (Anfang Mai 2006) nach Dänemark kommt, um sich das dritte Album der halbdutzendköpfigen Band aus Århus zulegen zu können. Es lohnt sich diese CD hat das Zeug, in den Jahrestoplisten schon jetzt einen sicheren oberen Platz einzunehmen.
Wer Det er mig den holder træerne sammen, die Live At Haldern EP oder gar das in Deutschland nicht erhältliche Debüt Kyst kennt, wird sich gleich bei den ersten paar Takten des vorliegenden Werkes wundern. Der erste Track ist Industrial! Nicht im Sinne von Throbbing Gristle, sondern eher an alte Swans oder mittelalte Einstürzende Neubauten erinnernd. Monotones rhythmisches Wummern mit Gitarre, langsam und getragen, dazu eine erstickte Frauenstimme, kann das noch die ätherische Leiseband sein, die man nur deshalb in Deutschland veröffentlichte, weil man mit Sigur Rós und Múm ein paar Käufer sensibilisiert hatte?
Gerade deshalb freut man sich umso diebischer, wenn sie genau diesem Klischee widersprechen. Sicherlich gibt es genug stille Momente, aber der Gesamteindruck ist durch die gelegentliche Schwere der Musik doch eher wuchtig. Ab dem dritten Lied singt Henriette Sennevaldt auch wieder unverzerrt (oder, wie eine Freundin meinte, jetzt hat sie endlich die Gießkanne verlassen), was ja das Liebliche unterstützt. Stimmlich erinnert die Gute an eine Mischung aus Björk, Stina Nordenstam und die Cranes, musikalisch tendiert man, wenn überhaupt, dann nur in Richtung der letzteren beiden. Nur entfernt, weil Under Byen dafür einfach zu eigenständig sind.
Was jetzt noch fehlt, ist eine Raritätencompilation. Die ersten beiden Singles von 1999 sind damals nicht mit aufs Debütalbum gekommen, die zahlreichen Beiträge zum Teenie-Beziehungsfilm-Soundtrack 2ryk og en Aflevering, die einiges von der neuern Soundentwicklung vorweggenommen haben, wird sich auch nicht jeder zulegen können. Von den beiden Remix-12es mal ganz zu schweigen. Das ist aber kein Grund zur Beanstandung, dafür ist das aktuelle Album einfach zu gut.
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