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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Eine irische Geschichte", 30. Dezember 2006
Twas hard the woeful words to frame
to break the ties that bound us
But harder still to bear the shame
of foreign chains around us
And so I said, "The mountain glen
I`ll seek at morning early
And join the bold united man,
while soft winds shake the barley"
Robert Dwyer Joyce (1830 - 1883)
Wenn man in Ken Loach`s neuestem Meisterwerk "The Wind That Shakes The Barley" die Zeilen gleichnamigen Liedes das erste Mal in voller Länge hört, dann gehen sie einher mit dem Tod eines Menschen, welcher unmittelbar zuvor der Willkür englischer Besatzer im Irland der zwanziger Jahre zum Opfer fiel. Die Eindringlichkeit jener Szene bildet nur den Auftakt zu vielen weiteren des Films, die - insgesamt gesehen - einen verstörten Zuschauer zurücklassen, der das Ende ohne jegliche Hoffnung hinnehmen muss.
Zunächst einmal scheint Loach`s Geschichte den Werdegang zweier Brüder zu schildern. Damien, der in London eine verheissungsvolle Karriere als Arzt vor sich hat - und Teddy, sein älterer Bruder, der nach einem Priesterseminar längst Partei für den Kampf um die Unabhängigkeit Irlands bezogen hat. Damien schliesst sich im Verlauf der Ereignisse den Idealen seines Bruders an. Zeitlich nach dem irischen Oster-Aufstand des Jahres 1916 angesiedelt, in dessen Folge die Unabhängigkeit Irlands international nicht anerkannt wurde, findet sich der Zuschauer alsbald im Guerilla-Krieg einer aufopferungsvollen Minderheit gegen die britische Krone wieder.
Ken Loach macht sich gar nicht erst die Mühe, etwaige Fragen nach Schuld oder Ursache zu beantworten. Seine Geschichte nimmt uns mitten hinein in das Herz der Menschen, die teilweise unfreiwillig in den Kampf verwickelt werden und sich ihm mit unweigerlichen Konsequenzen stellen müssen. Wer nach der Moral Ausschau hält, der sucht vergebens...
Letztlich entpuppt sich "The Wind That Shakes The Barley" dann aber doch als Geschichte nur eines der beiden Brüder - nämlich der Damiens. Dessen finale Motive werden im Laufe des Films doch sehr viel besser herausgearbeitet, als etwa der Wandel seines Bruders, der sich mehr und mehr von der Widerstandsbewegung distanziert und in der "politischen Lösung", dem das Land spaltenden Friedensvertrag, seine Zukunft sucht. Ob es eine Zukunft und welche Zukunft es für beide geben wird, soll hier nicht verraten werden...
Mit dem Gewinn der "Goldenen Palme" der 59. Filmfestspiele von Cannes erweist sich Ken Loach einmal mehr als Meister kompromissloser, poetischer und sozialkritischer Erzählkunst. Die Zerissenheit der Hauptdarsteller, die Zerissenheit der irischen Bevölkerung, ja die Zerissenheit Irlands selbst - entwickelt in "The Wind That Shakes The Barley" einen Nachhall, der angesichts anderer Besatzungskriege der heutigen Zeit mehr denn je von Bedeutung ist. Dass einige Kritiker der englischen Presse Loach für seine in ihren Augen "einseitige Darstellung" in der Luft zerissen, sollte umso mehr Argument für den Kauf dieser DVD sein.
Und wer den seit dem 28.12.06 in Deutschland im Kino angelaufenen Film auf der grossen Leinwand nicht ansehen kann, der greife zu.
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42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Eine irische Geschichte", 10. April 2007
Twas hard the woeful words to frame
to break the ties that bound us
But harder still to bear the shame
of foreign chains around us
And so I said, "The mountain glen
I`ll seek at morning early
And join the bold united man,
while soft winds shake the barley"
Robert Dwyer Joyce (1830 - 1883)
Wenn man in Ken Loach`s neuestem Meisterwerk "The Wind That Shakes The Barley" die Zeilen gleichnamigen Liedes das erste Mal in voller Länge hört, dann gehen sie einher mit dem Tod eines Menschen, welcher unmittelbar zuvor der Willkür englischer Besatzer im Irland der zwanziger Jahre zum Opfer fiel. Die Eindringlichkeit jener Szene bildet nur den Auftakt zu vielen weiteren des Films, die - insgesamt gesehen - einen verstörten Zuschauer zurücklassen, der das Ende ohne jegliche Hoffnung hinnehmen muss.
Zunächst einmal scheint Loach`s Geschichte den Werdegang zweier Brüder zu schildern. Damien, der in London eine verheissungsvolle Karriere als Arzt vor sich hat - und Teddy, sein älterer Bruder, der nach einem Priesterseminar längst Partei für den Kampf um die Unabhängigkeit Irlands bezogen hat. Damien schliesst sich im Verlauf der Ereignisse den Idealen seines Bruders an. Zeitlich nach dem irischen Oster-Aufstand des Jahres 1916 angesiedelt, in dessen Folge die Unabhängigkeit Irlands international nicht anerkannt wurde, findet sich der Zuschauer alsbald im Guerilla-Krieg einer aufopferungsvollen Minderheit gegen die britische Krone wieder.
Ken Loach macht sich gar nicht erst die Mühe, etwaige Fragen nach Schuld oder Ursache zu beantworten. Seine Geschichte nimmt uns mitten hinein in das Herz der Menschen, die teilweise unfreiwillig in den Kampf verwickelt werden und sich ihm mit unweigerlichen Konsequenzen stellen müssen. Wer nach der Moral Ausschau hält, der sucht vergebens...
Letztlich entpuppt sich "The Wind That Shakes The Barley" dann aber doch als Geschichte nur eines der beiden Brüder - nämlich der Damiens. Dessen finale Motive werden im Laufe des Films doch sehr viel besser herausgearbeitet, als etwa der Wandel seines Bruders, der sich mehr und mehr von der Widerstandsbewegung distanziert und in der "politischen Lösung", dem das Land spaltenden Friedensvertrag, seine Zukunft sucht. Ob es eine Zukunft und welche Zukunft es für beide geben wird, soll hier nicht verraten werden...
Mit dem Gewinn der "Goldenen Palme" der 59. Filmfestspiele von Cannes erweist sich Ken Loach einmal mehr als Meister kompromissloser, poetischer und sozialkritischer Erzählkunst. Die Zerissenheit der Hauptdarsteller, die Zerissenheit der irischen Bevölkerung, ja die Zerissenheit Irlands selbst - entwickelt in "The Wind That Shakes The Barley" einen Nachhall, der angesichts anderer Besatzungskriege der heutigen Zeit mehr denn je von Bedeutung ist. Dass einige Kritiker der englischen Presse Loach für seine in ihren Augen "einseitige Darstellung" in der Luft zerissen, sollte umso mehr Argument für den Kauf dieser DVD sein.
Und wer den seit dem 28.12.06 in Deutschland im Kino angelaufenen Film auf der grossen Leinwand nicht ansehen konnte, der greife zu.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beeindruckender Film - ein Muss für Cineasten, sowie für Solche, die es noch werden wollen, 2. Oktober 2007
Dieser Film des nun schon legendären britischen Regisseurs Ken Loach wurde 2006 völlig zurecht beim Filmfestival in Cannes mit dem Hauptpreis, der Goldenen Palme, ausgezeichnet.
1) Zum Film:
Es ist eine herzzereißende Geschichte mit Tiefgang, aber auch mit ungeheuer vielen Schauwerten erzählt: die Ausstattung, Kostüme und Kamera sind schlicht großartig.
Völlig verdient wurde so der Kameramann Barry Ackroyd mit dem Europäischen Filmpreis 2006 für die Beste Kamera ausgezeichnet. Der Film war auch für insgesamt 5 Europäische Filmpreise nominiert, darunter als Bester Film.
Die Darstellerleistungen gehen unter die Haut:
ohne allzu viel zu verraten, wird man den irischen Shootingstar Cillian Murphy (bekannt aus "Sunshine", 28 Days Later" oder "Breakfast on Pluto") sowie Liam Cunningham als sein Bruder und Orla Fitzgerald in ihren Rollen so bald nicht vergessen haben.
2) Zur DVD:
Die DVD enthält die deutsche Fassung sowie die Originalfassung, zu welcher deutsche Untertitel einblendbar sind. Es ist ein ansprechend prooduziertes, hochwertiges Digipack geworden, das seinen Preis wert ist, das muss man sagen.
Der DVD ist ein ausführliches Booklet zum Film beigelegt mit Hintergrundinformationen sowie Texten des Regisseurs und der Hauptdarsteller zum Film bzw. ihren Rollen.
Das ansprechende, absolut stimmige Bonusmaterial besteht aus einem Audiokommentar des Regisseurs zusammen mit Professor Donal O'Driscoll, Interviews mit Ken Loach, Drehbuchautor Paul Laverty sowie den Hauptdarstellern, außerdem den deutschen Kinotrailer.
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