Aus der Amazon.de-Redaktion
Dendemann hat sich für sein heiß erwartetes, lang ersehntes und natürlich restlos überzeugendes Solo-Album
Die Pfütze des Eisberges Beatverbot erteilt, um Arbeitsprozesse zu vereinfachen. Ich höre ja gerne Musik von anderen Leuten, aber es ist was ganz anderes, dazu zu reimen und es mir letztendlich recht zu machen, sagt Daniel Ebel. Satte drei Jahre nach der 2003er EP
DasSchweigenDilemma verbrachte der wohl beste deutsche MC damit, sich Rhythmen und Sounds von anderen Leuten anzuhören. Die Klang-Fundamente legten letztendlich Jansen & Kowalski und die Audiotreats aus Mainz. Die sauber gedrechselten Worte, irrwitzigen Neologismen und akrobatischen Reime fügte Dendemann im Anschluss dazu.
Das brauchte viel Zeit, in der - um mal mit einem alten Presseinfo des gebürtigen Sauerländers zu sprechen Augenblicke zu Jahren und Bäume zu Papier wurden. An einem Kreativloch lag das aber nicht, ...ich schreibe einen Text schon in 2 bis 3 Nächten, nur kann ich das nicht 3 mal die Woche, deshalb dauert es einfach manchmal. Dendemann spricht zu satten Beats über Dinge, die er kennt, die er beobachtet hat, ohne zum Feldforscher, Oberlehrer oder Klugscheißer zu werden. Die Buchstaben bleiben seine 26 Freunde, die verbalen Grenzen von Proll und Poesie des jungen Mannes mit Wohnsitz Hamburg überlappen sich dabei manchmal. Ich kann nicht verleugnen, aus dem Ruhrgebiet zukommen und mit blöden Bauernweisheiten, Volksmund, Floskeln und dämlichen Sprüchen aufgewachsen zu sein. Eigentlich verdienen meine Eltern Credits, sagt der selbstbewusste, aber nicht großmäulige Mic-Meister. Besonders auffällig an dem exzellent produzierten, recht flüssigem Album Die Pfütze des Eisberges ist, dass Dendemann Inhalte den Worte nicht mehr anpasst oder gar unterordnet und sich seine Reimkunst noch gesteigert hat. Konkurrenz ist nicht in Sicht. --Sven Niechziol
Kurzbeschreibung
Mensch Dende, Mann!
Hat ja dann doch noch ein klein wenig gedauert, das mit dem ersten so ganz eigenem Album. Ichsachma, lieber so, als anders. Sind die Regale ja voll von, Gegenbeispiele und Konsorten. Ehrt Dich ja fast, in dem Hochgeschwindigkeitsrennen mit Minimum 57 VÖs pro Jahr nicht mithalten zu wollen. Hier noch schnell ein Mixtape, da noch ne Compilation, und vor allem die ganzen »Collabos« nicht zu vergessen - kein Wunder, dass da keiner mehr dazukommt, so ganz »sensationell« im Reimbuch mal eine Seite weiterzublättern. Na, eines Tages werden wohl auch die emsigsten Kollegen noch draufkommen, dass um der Größte zu werden, immer nur der Beste sein zu wollen, eben nicht genug ist. Aber da sind wir zu diesem Zeitpunkt wohl erst an der »Pfütze des Eisbergs« angelangt. Es tut gut, dabei zu hören, dass da jemand angekommen scheint. Egal, wie lang es gedauert haben mag - aber ich bin verdammt froh, dass wir nun endlich die Pfütze des Eisbergs im Tageslicht sehen. Deine Stimme ihre Körnung nicht verloren hat. Du keine Angst mehr vor dem Liederschreiben hast. Glaub mir, das war erst der Anfang. »Dendemänner braucht das Land« Und deswegen: trau Dich, Dende! Wir hier draußen glauben an Dich. Egal, wann auch immer du zurückrufst. Torsten Howl III