Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meilenstein und Wegbereiter des erotischen Kinos, 27. Juli 2006
Dieser Skandalfilm von 1969 ist skandalös gut! Während die deutsch-spanische Co-Produktion im Sommer 1970 in New York ein echter Renner war, kam der Film in Deutschland seinerzeit nicht durch die FSK. Mehrfach angekündigt (als DE SADE 70, als DIE JUNGFRAU UND DIE PEITSCHE und als WILDKATZEN) kamen in Deutschland wohl erst 1972 ein paar wenige Vorführungen zustande. Unter der Militär-Diktatur in Spanien war an eine Aufführung ohnehin nicht zu denken. Seit damals war der Film dann so gut wie verschollen: weltweit keine einzige Videoveröffentlichung! Das brachte dem Film unter Cineasten einen geradezu legendären Ruf ein, obwohl ihn eben kaum jemand gesehen hatte. Erst 2002 wurde in den USA eine DVD veröffentlicht und machte den Film nach über 30 Jahren wieder zugänglich. Und erstaunlicherweise wurde der Film seinem legendären Ruf gerecht. Christopher Lee erzählt übrigens immer wieder gerne die Anekdote, dass er Anfang der 70er von einem Bekannten angesprochen wurde, der ihm erzählte: In einem Kino im Londoner Rotlichtviertel Soho, wo sonst nur Nudistenfilme gezeigt werden (Pornos gab es damals noch nicht), läuft ein Film bei dem groß mit dem Namen Christopher Lee geworben wird! Das war Mr. Lee damals dann doch etwas peinlich... Obwohl dafür natürlich eigentlich gar kein Anlass besteht, denn der Film ist zweifellos einer seiner besten. Geschickt wurde hier de Sades Erziehungsroman "Philosophie im Boudoir" in die (damalige) Gegenwart verlegt. Ein Meilenstein des erotischen Kinos, der schon viel von dem vorwegnimmt, was später dann z.B. mit den EMMANUELLE-Filmen einem breiteren Publikum präsentiert wurde. Die DVD von EpiX/Eurovideo wird jetzt übrigens trotz FSK 16 uncut sein.
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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Berauschender Bildereigen mit einem Schuss SM, leider nur in Mono., 23. September 2006
Dieser Film spiegelt sehr gut den Stil des Regisseurs Jesus Jess Franco wider. Er nimmt als Vorlage Marquis de Sades Initiationsgeschichte Philosophie im Boudoir und setzt diese in schwelgerischen Bildern um. Dazu kommt noch hypnotische Musik von Bruno Nikolai, welche die Bilder noch betonen.
Die Geschichte des Films geht in dieser Farbenpracht fast unter. Zwischen inszenierten Sexszenen und Aufnahmen der malerischen Landschaft der Insel wird versucht, eine Art erotisches Verwirrspiel zu entwickeln. Dabei findet auch die Vermischung aus Realität und Fiktion als Stilmittel Anwendung.
Die Inspiration des Regisseurs von Marquis de Sades für diesen Film mag zwar stimmen, doch sind nur einige Kernelemente zu erkennen. Die überbehütete Jungfrau, welche verdorben werden soll, und vielleicht einigen Passagen aus dem Roman sind so ziemlich das einzige, was an de Sade erinnert. Lediglich die Vorliebe des Regisseurs, in seinen Filmen SM als Element unterzubringen, sollte Anfang der 1970er Jahre dafür sorgen, dass dieser Film als verrucht galt, teilweise nicht einmal gezeigt werden durfte.
Die schauspielerischen Leistungen sind typisch für die eines Edel-Trashfilms. Darstellerische Tiefe sucht man bei den Schauspielern vergebens.
Eugenie wird gespielt von Marie Liljedahl. Das schwedische Sexsternchen versucht, der Filmfigur Leben einzuhauchen, doch das gelingt ihr nicht sonderlich glaubhaft. Als Schauspielerin gelang ihr allerdings mit den zwei Jahre zuvor gedrehten Inga-Film der Durchbruch.
Madame de Saint-Ange wird von Maria Rohme gespielt, die ebenfalls schon Erfahrungen mit Filmen dieser Machart hat.
Der hochkarätigste Schauspieler in dieser Produktion ist wohl ohne Zweifel Christopher Lee. Der Darsteller in zahlreichen Vampir- und Horrorfilmen gibt auch hier den Bösen, den unheimlichen und sadistischen Dolmance. Doch selbst Christopher Lee macht die schauspielerischen Schwächen der restlichen Mannschaft nicht wett. Man munkelt auch, dass Lee nur bei diesem Film mitspielte, weil ihn Jack Taylor darum bat.
Jack Taylor spielt Mirvel, den Bruder von Madame de Saint-Ange. Taylors Auftritte in 1492 Die Eroberung des Paradieses und Die neun Pforten gaben ihm die Möglichkeit, von seinem Trash-Film-Image zumindest ein Stück weit wegzukommen.
Der Regisseur Jess Franco schafft es mit diesem Film, der als einer seiner besten Werke gilt, zu polarisieren. Man muss einfach diese Art von Filmen mögen, in denen die Kombination aus SM, psychedelisch extrem gestalteten Bildern und Musik vorkommt.
Die Bildqualität auf dieser DVD ist gut bis sehr gut. Die alten und lange Zeit verschollen geglaubten Aufnahmen wurden sehr schön restauriert. Gelegentlich sind die Farben sehr stark, vor allem Rottöne. Doch das ist auch vom Original so vorgesehen und passt zu dem überschwänglichen Bildmaterial.
Der Ton ist gut zu verstehen, die Sprache und die Musik sind von der Lautstärke her gut abgestimmt worden. Leider ist beim Ton nicht so solide nachbearbeitet worden, und deshalb darf man das Ganze in Mono genießen.
Die Extras umfassen Originaltrailer, den Deutschen Trailer, eine Biografie von Jess Franco, einen Trivia Track, welcher die Funktion des untertitelten Audiokommentars übernimmt und Hintergrundinformationen über den Film enthält. Ebenso sind ein Interview mit Jack Taylor - circa 10 Minuten, mit deutschen Untertiteln - und die bekannte EPIX-Trailershow enthalten.
Dieser auch unter den Titeln De Sade 70 oder Die Wildkatze bekannte Film galt lange Zeit als verschollen. Auch wenn er nicht jedermanns Geschmack treffen wird, sei Epix für diese (Wieder-)Veröffentlichung großes Lob ausgesprochen.
Jess Franco meinte zu diesem Film, dass es die Arbeit von ihm sei, die er am wenigsten hasse. So werden vor allem Die Fans von Francos Arbeiten hier auf ihre Kosten kommen. Diejenigen, die einen actionreichen Streifen erwarten, in denen auch viel nackte Haut gezeigt wird, sollten lieber die Finger davon lassen.
Obwohl dieses Werk nur eine ausgesuchte Fangemeinde begeistern kann, gilt er als Kultstreifen und als Meilenstein des erotischen Films, obwohl er vom Genre her zur Horrorrubrik gehört.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der "Citizen Kane" des Sexfilms!, 10. Februar 2007
Exzellente De Sade-Verfilmung, die sich erstaunlich eng an den Geist der Vorlage hält. Lediglich die Zeit der Handlung wurde in die damalige Gegenwart verlegt und die Rolle der Mutter wurde im Film mehr oder weniger ausgeklammert. Die Dialoge sind kein "oberflächliches Gerede", sondern größtenteils Originaltext vom Marquis persönlich! Und wer von einem Film von 1969 "härtere" Sexszenen erwartet, der ist schon sehr "blauäugig" und ehrlich gesagt würde das auch den eigenartig-subtilen Zauber des Films zerstören. 1969 wurden eben mit einem sado-erotisch angehauchten Kuss zwischen einer weißen Frau und einem Schwarzen sowie lesbischen Spielchen absolute Tabus gebrochen, was erklärt warum der Film z.B. seinerzeit in Deutschland drei Jahre auf eine FSK-Freigabe waren musste, die dann auch nur nach Schnitten (die heute wieder engefügt sind) erfolgte.
Klar ist der Film nicht leicht zugänglich; so zum nebenbei ansehen ist das nicht unbedingt geeignet und wer unter Erotik das versteht, was die Privatsender heute im Nachtprogramm senden, ist hier sowieso völlig fehl am Platze! Wenn man De Sades "Philosophie im Boudoir" schon gelesen hat, kann das nicht schaden. Und einem aus heutiger Sicht experimentellem Filmstil sollte man auch aufgeschlossen gegenüber stehen. Wenn man allerdings ein gewisses "Vorwissen" mitbringt, dann kann man hier ein echtes Meisterwerk bewundern, bei dem jedes Detail stimmt! Wer Luis Bunuel, Orson Welles, Douglas Sirk, Roman Polanski, Perdo Almodovar und/oder David Lynch mag, sollte mal einen Blick riskieren. Im übrigen: Für Teenies absolut NICHT zu empfehlen! ;)
Zu guter Letzt: Die DVD ist außerordentlich gelungen. Sogar ein paar Extras werden geboten, u.a. ein Interview mit Darsteller Jack Taylor (die hier bei amazon angegebene französiche Tonspur ist allerdings nicht enthalten).
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