Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
taufrische Sterne..., 7. August 2006
Achtung, Achtung! Tapes `N Tapes, die taufrischen Sterne am US-Indie-Firmament, sind nun auch bei uns (partiell) käuflich zu erwerben. Ihr grandioses Debüt "The Loon" kommt mit elf Songs über den Teich, die euch das Wasser in Augen und Ohren treiben werden. Mit im Gepäck und nicht ganz unschuldig an all dem Rummel und Getöse: kiloweise Vorschusslorbeeren und ganz viel frischer Wind in den aufgeblähten Segeln.
Was wurden nicht alles für Vergleiche angestellt (Knackiger als die Shins und Modest Mouse!) und Promo-Phrasen gedroschen (Wolf Parade, Band Of Horses und Figurines können einpacken! Pixies und Pavement haben Pate gestanden!). Man könnte sich von diesen Schwergewichten abschrecken lassen, um einer Enttäuschung aus dem Weg zu gehen. Stürzt man sich aber kopfüber in eine Liaison mit "The Loon", so stößt man mit dem ersten Song "Just Drums" zusammen. Wie waren die Referenzen noch mal? Musikalisch routiniert und aus dem Vollen schöpfen sie, die Minneapolitaner. Und die Lyrics sind wirklich interessant. Ein Beispiel gefällig? "Reeling in fog/ Kneeling in fog/ I've been really better under lock".
Mit "Insistor", der ersten Single, schicken die Tapes einen potentiellen Dancehall-Gassenhauer aufs gewienerte Parkett. Davon hat man erst genug, wenn man mit zertanzten Schuhen schwindelnd zu Boden fällt. Vorzugsweise in dem Moment, in dem Josh Grier eine Minute und sechsunddreißig Sekunden vor Schluss zu flüstern beginnt.In "Manitoba" würde sich Will Oldham sicherlich wohl fühlen. In meiner Vorstellung sitzt er auf einer windschiefen Veranda und covert diesen countryesken Song. Für den unerwarteten, fulminant zerknautschten Ausklang würden Tapes 'N Tapes allerdings selbst sorgen.
"Cowbell", der heimliche Höhepunkt der Platte, schenkt uns schaurig-schöne zweieinhalb Minuten. "I've been a better lover with your mother." Wahrheiten müssen direkt im Gesicht landen wie fauliges Obst, um dann langsam bis zu den Zehenspitzen abzurutschen. Oder: "I hate you from the heart", was für eine poetische Zeile. So wundervoll gebrochen hätte es nicht mal Conor Oberst hinbekommen.
"The Loon" ist eine wirklich schöne Platte in den Ohren jener, die ihr kleines, schmuddeliges Herz an Schrammel-Lispel-Wühltisch-Rock verloren haben. Am Auffälligsten und Liebenswertesten ist dabei die ungeheure Lust der Band, lautmalerisch mit Worten regelrecht zu jonglieren. Mal sehen, was noch kommt. - Beate Waack -
|
|
|
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
hey, ein album, bei dem man hört, wann ein lied aufhört und ein neues beginnt! großartig!, 25. August 2006
Mit "Insistor" fing die Liebe zu dem neuen Album der Jungs aus Minneapolis an. So gibt man Bands ja immer eine Chance: Wenn ein Song geil ist, müssen die anderen doch auch irgendwie reinhauen. Es machte sich kurzzeitig Enttäuschung breit, denn wo waren weitere rotzige Hits zum Aufspringen und Arme rumwedeln? Ok, Ekstasetanzen dann eben zu Kings of Leon. Stattdessen warten die weiteren Songs mit unglaublicher Komplexität, wunderbarer Stimme - laut und ganz leise - , schicken Brüchen und ästhetischem Schmiss auf! Und Mitwippen und Luftschlagzeug spielen ist allemal drin. Es treffen sich Pop und Indie, Disco und Schmusen. Wer alte Built to Spill-Alben liebt, ein bisschen Arcade Fire will und alles was vor- und nachher in dafür prädestinierten Discos aus den Boxen schallert; wer Bright Eyes verehrt, aber nicht heulen will, und the Figurines gerne mal aufs Frühstücksbrot schmieren würde, sollte sich diese schrammelige und umwerfend symphatische Scheibe besorgen! Die neuen Modest Mouse werden sie aber nicht!- Und wennn schon??!! Kaufen!
|
|
|
1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Indie Rock ungekocht oder Pixies für Anfänger, 22. November 2006
Die Jungs sind sympathisch und engagiert, aber sie können noch viel lernen. Allerdings ist es in der Rock-Branche so, dass man mit der Zeit eher ab- als aufbaut. Aber es gibt Gegenbeispiele, wie Green Day etwa, und damit auch Hoffnung.
Ich hatte die Platte von der Band aus Minneapolis zufällig entdeckt und gekauft. Sie war gewiss keine Offenbarung, aber konsistent. Nun hatte ich gestern die Möglichkeit, sie live im Münchner Atomic Cafe zu erleben. Und das ist immer die entscheidende Prüfung für eine Rockband, denn im Studio ist alles möglich und mittlerweile auch billig. Sie fielen durch. Von den Gesangharmonien, die man auf der Platte in Songs wie Omaha hört, gab es keine Spur. Die von der CD-Edition schön gemachten Tempowechsel waren live bloß schroffe Zerrungen. Nur das dominante Schlagzeug kaschierte ein wenig die instrumentale Schwäche. Fazit: ohne Drummer nur Kummer.
Die CD ist also besser als die Band. Meine Empfehlung: warten, ein Jahr, oder zwei, oder drei. Und dann schauen, ob die Tapes noch da sind und besser wurden. Aber inzwischen muss man den amerikanischen Indie-Rock nicht aufgeben. Da sind z.B. The Shins aus New Mexico.
|
|
|
|