Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
flimmern, 13. August 2006
ist komisch, da liege ich wach und kann nicht anders, als mir den schreibblock zu nehmen. ich muß einfach diese zeilen loswerden. eigentlich hatte ich ja in alten liebesbriefen geblättert und dann trifft mich dieses album mitten in der bewältigung meiner vergangenheit dann doch da wo ich es erwartet habe. ich bin so sehr gefangen in diesem stück musik das ich es nicht mehr lassen kann. wann war es doch gleich, als ich das gefühl hatte nicht mehr genug bekommen zu können? hm, ja, in den liebesbriefennächten, voll mit schwärmerei und fantum und der offenkundigen hingabe zu etwas, dass ich nicht erklären kann, besser gesagt nicht erklären will!
"flimmern" ist einfach und schlicht und ergreifend. auf sowas habe ich jahrelang vermisst. eben das zeichen einer liebe, einer alten liebe, ein liebesbrief zumindest für mich. es ist ein schatz, ein guter gedanke an bessere gefühle. es ist ein wunderbares zweites album der berliner um tobias siebert. "du schimmerst für mich im universum", ja genau das ist es und nichts anderes. danke.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klein, klever, Klez.e, 18. September 2007
Glücklicher Weise hat sich in den letzten Jahren ein Kleinod namens Tobias Siebert im deutschen Indie-Ödland breit gemacht. Eben dieser ist der Kopf jener Band, die fern ab jeder Vorgabe oder Richtlinie Indie fabriziert, den in dieser Form noch keine dt. Band vorher fabrizierte. Komisch...dabei schimpft sich das doch alles Indie.
Was macht also Klez.e richtig, was Kettcar, die Sportfreunde oder Virginia Jetzt! falsch machen. Der Unterschied liegt im Detail. Lieder über die Liebe, die ganz und gar nicht schnulzig klingen. Das mag zum Teil am technisch unterstützten Gesang, vor allem aber an der kleveren Komposition der Stücke liegen. Klez.e verzichtet auf klare Strukturen, wie dem üblichen Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Muster. Und sollten sie doch mal in dieses Schema rutschen, dann werden anstelle des Gitarrensolos eben kleine Arrangements zusammen gebastelt. So ertönt auch schon mal eine Trompete, die im weiteren Album-Verlauf keine Rolle mehr spielt.
Die Melodie wird den Texten angepasst, nicht umgekehrt, wie es bei vielen Bands üblich ist. Die Band braucht keine hymnenhaften Refrains um zu überzeugen, sie überzeugt durch sehr gutem und durchdachtem Songwriting. Das heißt aber nicht, das die Melodie auf "Flimmern" vernachlässigt wird. Die Single-Auskopplungen "Werbefläche Mond", "Strandlied" und vor allem "Center" sind echte Ohrwürmer.
Das markanteste am Album, wie schon beim Debüt, ist der unberechenbare Gesang von Tobias Siebert. Man weiß nie so richtig, wie ein Vers enden wird. Mehrsilbrige Wörter werden derart in die Länge gezogen und überraschen zum Schluss mit einer unerwarteten Wortergänzung.
Tobias Siebert hat sich zu dem dt. Mike Patton (im weitesten Sinne) gemausert. Er verhalf Hund am Strand zu einem Plattenvertrag und hatte auch seine Hände beim neuen Phillip Boa im Spiel. Er bewies schon mit Delbo, dass er nicht am kommerziellen Erfolg interessiert ist, sondern die Leute einfach bloß davon überzeugen will, wie er nunmal ist.
Klez.e ist das Beste, was Deutschland derzeit zu bieten hat. Deshalb sind fünf Sterne auch keiner zu viel.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das flimmert nicht mehr, das glüht doch schon, 5. September 2006
Das neue Klez.e Album ist eine CD, welcher man einen Aufkleber mit der Aufschrift "Album des Jahres in der Kategorie Deutsch" verpassen möchte.
Schaut man sich in der deutschsprachigen Musikszene rund um Berlin einmal genauer um, so wird man an dem Namen Tobias Siebert wohl nicht vorbeigekommen. Dieser Mensch, dessen kreativer Ausstoß unbegrenzt zu sein scheint, ist der doch seines Zeichens Gitarrist bei Delbo, und Produzent von Bands wie Samba und Hund am Strand, hat nun mit seinem Zweitprojekt Klez.e ein Album mit dem Titel "Flimmern" veröffentlicht.
Dieses Stück Musik kommt mit ganz verschiedenen Gesichtern daher. Auf der einen Seite schaut es so schüchtern aus, dass man es in den Arm nehmen und fest drücken möchte. Dann wieder zwickt es dich so liebevoll aber selbstbestimmt in den Arm, dass dir nichts anderes übrig bleibt als zu schreien "Ja verdammt, du hast ja recht". Und obwohl es so verdammt weh tut, ist man ihm dafür dankbar, weil man zwischenzeitlich an der Stelle auch schon einmal völlige Taubheit verspürt hat.
Dabei scheut es sich nicht in die ganz großen Fettnäpfchen der Indie-Referenzkultur zu treten. So kommen einem beim Hören die Namen der großen Ikonen Radiohead oder The Notwist in den Sinn und wo andere schon ausgerutscht und liegengeblieben sind, schaffen Klez.e es, sich aus der Masse, welche dabei an ihren Schuhen hängenbleibt, kleine Skulpturen zu modellieren, welche sie, ohne dabei anmaßend zu wirken, mit diesem Album im Vorgarten ihrer eigenen Kreativität zur Schau stellen.
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