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Wer jetzt aufstöhnt Schon wieder eine Remix-Scheibe, dem sei diese Befürchtung sofort genommen. Selbst für jene, die in der Lage sind Let It Die bis auf jede einzelne Note mitzusingen, ist Open Season eine lohnenswerte Neuentdeckung. Kein Aufguss altbekannten Songmaterials, sondern der Beweis dafür, was alles möglich ist, wenn man sich nur traut. Aus der dezenten Larve des sanften Folk- und Jazzalbums Let It Die ist ein entzückend schillernder Schmetterling geschlüpft, der je nach Lust und Laune im Licht tanzt und in der Dämmerung allein durch die leuchtende Zeichnung seiner schönen Flügel zu beglücken vermag. Eine raffiniertes Wechselbad aus Kraft und Laszivität. Allein von dem Song Mushaboom befinden sich auf Open Season laut Tracklisting vier unterschiedliche Versionen, die jedoch außer dem Titel musikalisch nichts miteinander gemein haben. Während Mocky auf Trip-Hop Elemente und Streichersamples setzt, erzeugt K-OS bei derselben Nummer mit Rap, Beatbox und Handclapping eine schwül-dampfende Hochspannung. Hierzu kontrastieren die beiden Versionen von Postal Service und Gonzales in ihrer eher nüchtern-kühlen Grundstimmung. Über all dem schwebt die zerbrechliche doch niemals unsichere Stimme Leslie Feists, die je nach Remix eine völlig unterschiedliche Charakteristik annimmt und dennoch mit ihrem Charme zusammenfügt, was so unterschiedlich daherkommt.
Auch was die restlichen Stücke anbetrifft ist Open Season ein völlig eigenständiges Album. Es basiert nicht einfach auf einer Aneinanderreihung von Remixen, sondern folgt einer gelungenen musikalischen Dramaturgie. Besinnlichen Einstieg schafft Gonzales mit seiner zauberhaft, sparsamen Solo-Pianoversion von One Evening , gefolgt von der Folkvariante des Bee-Gees-Klassikers Inside + Out. Beide Stücke untermauern auf überzeugende Weise das Credo Weniger ist mehr. Ob im Duett mit Gonzales (Lovertits), Jane Birkin (The Simple Story) oder in Kollaboration mit Readymade FC (Snow Lion); stets ist Leslie Feists Souveränität als Sängerin und Songwriterin allgegenwärtig. Damit tritt sie endgültig aus dem Schatten der prominenten Kanada-Connection, wie Peaches, Gonzales, Mocky und Broken Social Scene, die schon seit Längerem ihr musikalisches Talent zu schätzen wussten. Nun haben einige ihre Weggefährten einmal umgekehrt etwas für sie getan und ihre eigenen Fähigkeiten in den Dienst von Open Season gestellt, um das Profil von Leslie Feist zu schärfen. Verdientermaßen. -- Andreas Schultz
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5% kaufen Let It die EUR 19,99 |
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