Man möchte ganz tief in den Klang von Sophie Michalitsianos' warmer, filigraner Stimme eintauchen - und am liebsten auf der Stelle losheulen. Wenn die Streicher verstummen, das Piano losplinkert und die Ex-Sparklehorse-Sängerin, die sich nun Sol Seppy nennt, don't look down, you are not alone, love will lift your heart" haucht, geht uns gleich das Herz auf. Das geräuschvolle Rutschen von Fingern über Saiten, der sonore Celloton, Vogelzwitschern, prasselnder Regen: Nicht nur mit musikalischen Mitteln sorgt die ausgebildete Cellistin und Pianistin auf ihrem Solodebüt für eine sphärische Aura. Nur die Drums und verzerrten Synthesizertöne, die Songs wie Come running", Move" oder Loves Boy" einleiten, befördern uns kurzzeitig in die Realität zurück. Sich diesem zarten Album zu entziehen, ist jedenfalls schwer. Und muss ja auch gar nicht sein. (jac)
Kurzbeschreibung
Am Debut-Album The Bells of 1 2 von Sol Seppy haben nicht, wie in den allermeisten Fällen, viele verschiedene Musiker mitgewirkt - hinter dem Werk steckt gerade mal eine Person: Sophie Michalitsianos. Die talentierte Künstlerin erfüllt bei diesem Album nicht nur die Rollen der Songwriterin und Performerin: Abgesehen vom Mischen der Songs durch Paul Antonell, ist sie auch Toningenieur und Produzentin von The Bells of 1 2. Sophie genoss eine klassische Musikausbildung in Klavier und Cello - Mit 16 begann Sophie Musik für TV-Dokumentationen zu schreiben und Gesangsaufnahmen gegen Studiozeit in den EMI Studios in Australien zu tauschen. In den folgenden Jahren bieten ihr diverse Plattenfirmen Deals an, die allerdings alle darauf abzielen, sie mit dem Image einer harmlosen Pop-Interpretin zu vermarkten. So zieht sie mit 23 Jahren in die USA, wo kurz nach ihrer Ankunft Mark Linkous von Sparklehorse auf sie aufmerksam wird und Sophie anbietet, mit Sparklehorses auf deren Tour mit Radiohead zu kommen. Nach der erfolgreichen Tour arbeitet Sophie an zwei Sparklehors Alben, Good Morning Spider und It's A Wonderful Life mit. Nach ihrer Zeit mit Sparklehorse und diversen musikalischen Projekten gründet Sophie in New York ihr eigenes Recording. Doch eines Nachts, als Sophie unterwegs war, explodierte ihr Studio. Nichts vom Equipment, vom Haus oder vom Songmaterial blieb übrig. Sophie ergriff die Chance des Neuanfangs, zog um, begann mühevoll ein neues Studio aufzubauen und gleichzeitig sich selbst neu zu definieren und entwickeln."Ich kann mir nicht mehr vorstellen, ein Album vor diesem einschneidenden Ereignis veröffentlicht zu haben" so Sophie, die die Explosion als Katalysator für das Debut Album betrachtet und so kann man hier wirklich vom Phoenix aus der Asche sprechen.