Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein besonderes Filmerlebnis, 8. März 2006
In dem Film von Mirko Borscht geht es nicht allein darum, dass die Jugendlichen im Osten Deutschlands oftmals keine Perspektive haben, sondern vielmehr auch darum, dass ihnen auch keine geboten werden. Damit fallen jegliche Art von Verbundenheit, Geborgenheit und Anerkennung auf fruchtbaren Boden. Doch anders als in sonstigen Berichterstattungen, die die Rechtsradikalen im Osten als dumm und unheilbar hinstellen, versucht der Film unter diese Oberfläche zu blicken, der wir uns nur allzu gern hingeben. Dem Team um Mirko Borscht gelingt dies in einfachen Bildern, die teilweise so anmuten, als sei eine Reportage gedreht worden. Die Drehorte sind nicht gestellt, sie sehen wirklich so verkommen aus. Es wurde auch versucht in den ruhigen Einstellungen, zum Beispiel als Georg mal joggt, die schönen Seiten von Frankfurt/Oder einzufangen. Einige Male wechselt die Aufnahmequalität, das Bild wird dann sehr körnig und verwackelt. Auch der Ton überschlägt sich das eine oder andere Mal, so sind gewisse Dialoge von den Hintergrundgeräuschen überdeckt. Doch es hat den Anschein, als soll es so sein. Die schauspielerische Leistung gerade von Florian Bartholomäi (Georg) und Ludwig Trepte (Thomas) sind enorm. Die Gefühlsausbrüche wie Wut, Hass und Trauer wirken authentisch, auch ist es interessant anzusehen, wie weit sie gegangen sind. Der Kampfsport Taekwando spielt zwar eine wichtige, aber keine Hauptrolle. Er erfüllt seinen Zweck als Medium, als ehemaliger Mittelpunkt von Georg. . Die Kämpfe im Film sind gut dargestellt und überdecken die Brutalität nicht mit schönen Bewegungen. Der Film ist sehr gut geschnitten, rasant wechselt sich mit ruhigen Einstellungen und den Überblendungen aus Georgs Erinnerungen ab.Der Film verdient auf alle Fälle Aufmerksamkeit. Seine dichte Stimmung und Gefühle, die nachvollziehbar sind, machen ihn zu einem Filmerlebnis der besonderen Art. Er regt zum Mitdenken und sicher auch zu Diskussionen an. Wer einen Film haben möchte, der nicht berieselt und auch vor politischen Extremen nicht zurückschlägt, sollte sich ihn ansehen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Realistische Gewalt, 9. Mai 2007
Bei Kombat 16 handelt es sich um ein realistisches Bild eines Jugendlichen der aus seinem altem Weltbild gerissen wird und sich neu positionieren muss. Der 16-jährige Georg zieht mit seinem Vater von Frankfurt a. M. nach Potsdam. Dort kommt er in den Dunstkreis von Rechtsradikalen. Diese werden angeführt von Thomas, einer gebrochenen Gestalt, welche im Dunstkreis der rechten Szene ein neues Selbstbewustsein erlang hat. Thomas versucht Georg in die rechte Szene einzuführen. Verlassen von seinen alten Freunden in Frankfurt freundet sich Georg mehr und mehr mit dem rechten Gedankengut an. Mehr braucht man zur Handlung des Films nicht zu schreiben. Jeder sollte sich ihn selber anschauen. Bei Mirko Borscht, dem Regisseur des Films, handelt es sich um gebürtigen Cottbuser der mit Kombat 16 seinen ersten Kinofilm gedreht hat. Dabei greift er auf unverbrauchte Schauspieler wie Florian Bartholomäei und Ludwig Trepte zurück. Diese verleihen Ihren Figuren ein authentisches und ungekünsteltes Auftreten. Viele werfen Mirko Borscht vor, Kombat 16 sei gewalttätig. Was erwarten eigentlich diese Leute? Das sich alle umarmen und die Welt Friede, Freude, Eierkuchen ist. Für solche ist der Film sicherlich falsch. Die Rechtsradikalisten machen nun mal keine philosphischen Runden und disktieren, sondern schlagen zu. Gerade das ist am Leben dran. Alles andere ist Augenwischerei wenn man sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fiktion erlaubt, 17. Oktober 2007
Wenn ich mir die ablehnenden Beiträge der Vorredner durchlese fällt mir auf, dass sie diesen Film für bare Münze nehmen. Dieser Film ist Fiktion. Fiktion besitzt die Freiheit, Vorgänge irgendwo hinzutransportieren, wo sie gar nicht statt gefunden haben. Wer diesen Film so interpretiert, dass seine Botschaft ist, dass Frankfurt/Oder ein rechtsradikales Nest ist, liegt in meinen Augen daneben.
Betrachten wir es anders: dieser Film erzählt die Geschichte eines 16-jährigen Jungen, der seines bisherigen sicheren Umfelds durch Umzug und unehrlichen Vater beraubt wird. Als Kampfsportler zieht er die Aufmerksamkeit und Bewunderung rechtsradikaler Jugendlicher auf sich. Im weiteren Verlauf wird beschrieben, was es für Konsequenzen haben kann, wenn man sich von rechten Ideen verführen lässt.
Zugegeben: dieser Film ist in seiner Darstellung der Gewalt sehr explizit. Natürlich erzeugt er eine sehr trübe Stimmung. Er zeigt, wie man langsam aber sicher abrutschen kann unter Verlust der erlernten humanistischen Werte. Ich ziehe aus diesem Film nicht die Botschaft, der Osten sei rechtsradikal, sondern: wehret den Anfängen! Es bleibt jedem selbst überlassen, ob verletzter Lokalstolz im Vordergrund steht oder ob er sich wach rütteln lässt.
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