Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Klischees bitte, 6. Mai 2006
Warum zieht ein Architekt in das schlechteste Viertel der Stadt? Weil Architekten so arm sind? Nein. Weil der Regisseur eine Plattenbausiedlung als Kulisse will. Denn er weiss, dass alle Ostdeutschen in Plattenbauwohnungen wohnen. Er weiss auch, das in Westdeutschland alle total aufgeklärt sind und farbige Freunde haben. Im Osten sind alle Nazis. Hätte eigentlich nur noch gefehlt, dass im brandenburgischen Frankfurt alle sächsisch sprechen.
Fazit: So platt wie eine Plattenbauplatte.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein besonderes Filmerlebnis, 8. März 2006
In dem Film von Mirko Borscht geht es nicht allein darum, dass die Jugendlichen im Osten Deutschlands oftmals keine Perspektive haben, sondern vielmehr auch darum, dass ihnen auch keine geboten werden. Damit fallen jegliche Art von Verbundenheit, Geborgenheit und Anerkennung auf fruchtbaren Boden. Doch anders als in sonstigen Berichterstattungen, die die Rechtsradikalen im Osten als dumm und unheilbar hinstellen, versucht der Film unter diese Oberfläche zu blicken, der wir uns nur allzu gern hingeben. Dem Team um Mirko Borscht gelingt dies in einfachen Bildern, die teilweise so anmuten, als sei eine Reportage gedreht worden. Die Drehorte sind nicht gestellt, sie sehen wirklich so verkommen aus. Es wurde auch versucht in den ruhigen Einstellungen, zum Beispiel als Georg mal joggt, die schönen Seiten von Frankfurt/Oder einzufangen. Einige Male wechselt die Aufnahmequalität, das Bild wird dann sehr körnig und verwackelt. Auch der Ton überschlägt sich das eine oder andere Mal, so sind gewisse Dialoge von den Hintergrundgeräuschen überdeckt. Doch es hat den Anschein, als soll es so sein. Die schauspielerische Leistung gerade von Florian Bartholomäi (Georg) und Ludwig Trepte (Thomas) sind enorm. Die Gefühlsausbrüche wie Wut, Hass und Trauer wirken authentisch, auch ist es interessant anzusehen, wie weit sie gegangen sind. Der Kampfsport Taekwando spielt zwar eine wichtige, aber keine Hauptrolle. Er erfüllt seinen Zweck als Medium, als ehemaliger Mittelpunkt von Georg. . Die Kämpfe im Film sind gut dargestellt und überdecken die Brutalität nicht mit schönen Bewegungen. Der Film ist sehr gut geschnitten, rasant wechselt sich mit ruhigen Einstellungen und den Überblendungen aus Georgs Erinnerungen ab.Der Film verdient auf alle Fälle Aufmerksamkeit. Seine dichte Stimmung und Gefühle, die nachvollziehbar sind, machen ihn zu einem Filmerlebnis der besonderen Art. Er regt zum Mitdenken und sicher auch zu Diskussionen an. Wer einen Film haben möchte, der nicht berieselt und auch vor politischen Extremen nicht zurückschlägt, sollte sich ihn ansehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr Philosophie drin, als man glaubt, 5. Februar 2009
Ich habe den Film mit großem Interesse angeschaut und kam am Ende zu dem Entschluss, dass es in diesem Film mehr als nur um Klichees und Meinungsdifferenzen zweier Welten geht:
Auf der einen Seite ist da die Kraft des menschlichen Hasses, die in diesem Film aus einem jungen ehrgeizigen und moralischen Sportler einen Ausländerfeindlichen und hasserfülltern jungen Menschen macht. Ausgelöst wird dieser Wandel durch das zwangsmäßige Verlassen des gewohnten Umfeldes, der Freunde und der großen Liebe, die man Jahrelang dank dem Sport hatte. Der Frust, der in dem jungen Georg durch diesesn Wegzug herrscht, entwickelt sich durch den Einfluss seines neuen sozialen Umfeldes schnell in Hass, der noch dadurch verstärkt wird, dass seine Freundin, die er in der alten Heimat verlassen hatte, schnell einen anderen gefunden hat, der noch dazu ein Sportkollege von Georg ist. Am Ende siegt der Hass in Georg und er verfällt dem nationalsozialistischem Einfluss seiner Umgebung, aus der er sich jedoch am Ende durch Erkenntnis und Erinnerung an sein früheres Leben doch wieder befreien kann.
Auf der Anderen Seite haben wir eine Geschichte von Freundschaft und Ehre. Der Anführer der rechten Szene, der versucht den neuen Mitschüler Georg für die eigene Sache zu gewinnen, wird durch dessen sportlichen Einfluss auf Fehler seiner eigenen Taten aufmerksam gemacht und kann sich mittels Georgs Hilfe und mit Hilfe des "ausländischen" Sportes der rechten Szene entwenden. Einstige Kameraden, die diesen Wandel sehen zeigen sich als wahre Feinde und nur in Georg, der nur aus einer Laune heraus dem nationalsozialistischem Denken verfallen ist, gelingt es alleine durch Freundschaft einen neuen Anfang zu wagen.
Freundschaft, Umgang mit aufgwühlten Emotionen und der Weg zum Erlangen innerer Ruhe ... dass alles ist meines Erachtens die Aussage des Filmes, der nicht nur im Soziologie- oder Psychologieunterricht als Lehrmaterial gezeigt werden kann, sondern auch im Bereich des Kampfsports gezeigt werden kann, um den Schülern zu zeigen, was NICHT der Weg des Kampfes und des Kriegers sein sollte.
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