Höchste Zeit, dass ihr euch mal ein bisschen kosmopolitischer umtut, Freunde des britischen Indiepop. Denn in Budapest residieren mit Amber Smith wahre Traditionalisten der Wave-Gitarre. Schon für ihr Debüt von 2003 konnte das Quartett um Sänger und Texter Imre Poniklo ruhmvolle Vergleiche mit Gene, New Order oder Strangelove einheimsen. Während Jungspunde wie die Arctic Monkeys im britischen Jetzt rocken, setzten Amber Smith nun auch noch Cocteau-Twins-Kopf Robin Guthrie auf den Produzentenstuhl - und konservieren so die späten 80er. Majestätisch ruhen Gitarren auf Streicherhall und träumen melancholische Hymnen. Songs wie Hello Sun" oder Sea Eyes" jeden Smiths-Vergleich aus. Und Poniklo singt sogar Verse la Morrissey: Kill all the poets and throw their useless books away, because love really hurts, when you don't want, it comes along your way, brings nothing but pain." (cs)
Kurzbeschreibung
Nun, man denkt, man kennt die Welt. Da glaubt man, jeden Akkord und jede Melodie schon tausendmal gehört zu haben. Und dann, ja dann kommen Amber Smith, sagen "Hello Sun" und kaum mehr als zwei Minuten später hat man sein Herz verschenkt: an den Moment, an eine Band, an Amber Smith!
Worum es geht? Um glorreiche Tage und stürmische Zeiten, großartige Verbindungen und unfassbare Missverständnisse. Alles - aber alles mit Leidenschaft, vorgetragen von Mastermind Imre Poniklo, einem klassischen Charismatiker und Heißsporn, bei dem aber manchmal auch die Melancholie triumphiert, der Zukunftsvisionen besingt und gerne Ray Bradbury zitiert. Er und seine drei Bandkumpanen kommen aus Ungarn und gehören dort zu den Fackelträgern einer ganzen Pop Bewegung. Verständlich, dass ihr fesselnder, waviger Gitarrenpop dort seit Ihrem 2003er Debüt "My little Servant" zur Premier League gehört und es ist nun endlich an der Zeit die Ohren der Popwelt zu spitzen und die Wege auch hierzulande zu öffnen, denn diese Lieder gehören in die große weite Musikwelt.
Und dass ihr zweites Album "Reprint" dann auch so melodietrunken, berauschend und sehnsüchtig klingt, dass die Nostalgie so schillert ist wohl Robin Guthrie zuzuschreiben, seines Zeichen musikalischer Vordenker und Gründer der legendären Cocteau Twins, denn er saß am Mischpult und bereicherte Reprint auch mit der einen oder anderen Gitarre, aber vermeiden wir mal die Superlative und schreiben einfach, dass Amber Smith eine der bemerkenswertesten Phänomene der Popmusik der letzten Jahre ist. Erfrischend, mal wieder eine Band zu hören, die mit Hingabe kaleidoskopartig klassisch entworfene Wave-Gitarren einsetzen, dabei den britischen New-Wave-Spirit zelebrieren und trotzdem einen neuen Sound präsentieren. Wir sind mitten in einer Zeitreise, Geniestreiche mit immer längeren Intervallen.