Mit 14 war Tom Albrecht Mitglied in einer HipHop-Band. Gut, dass das Vergangenheit ist, denn der heute 25-Jährige rappt eher scheußlich. Das hält ihn nicht davon ab, es auf seinem zweiten Album trotzdem zu tun. Dazu kommen noch ein bisschen Elektroquatsch und kehlige Verzweiflung, markiger Deutschrock und Schlagergelaber. Inhaltlich kümmert er sich um Albernheiten (ãIch mag Tangas"), Schulhofaußenseiter (ãHeld sein"), Medienkritik (ãTerroranschlag") oder Schmerz an der Grenze zum Wahnsinn (ãIch kann dich sehen"). Er nimmt sich selbst auf den Arm und ist im nächsten Moment so ernst, dass die vorausgegangene Selbstironie gleich wieder in Frage gestellt wird. Jeder Verortung entzieht Albrecht sich mit einem Lächeln. Die Frage, ob er es allen recht machen will oder sich einen Dreck darum schert, überhaupt jemandem zu gefallen, bleibt dabei auf reizvolle Weise offen. (kab)
Kurzbeschreibung
Tom Albrecht. 25 Jahre alt. Schreibt, singt, produziert. Unerschöpflich und mit künstlerisch akribischer Konsequenz. Mit sensiblem und mutigem Blick entsteht ein eigentümliches Verständnis der Welt um ihn herum und in ihm drin. Die mit jenem Verständnis unausweichlich gekoppelte Emotion in Musik und deutschen Texten umzusetzen, darum geht es Tom.
Dazu bedarf es für ihn keiner großen Melodiebögen, die auf radiotaugliche Mitsingbarkeit schielen, sondern der Fähigkeit tiefe, ernste aber auch alltägliche Gefühle im leisen, unaufgeregten Zwischenton zu transportieren. Vielleicht muss man die Erwartungen des Kommerz, der Charts und der medialen Präsenz verspürt haben, um sie dann in einer neuen Gelassenheit endgültig hinter sich lassen zu können. All das hat Tom in seinen Erfahrungen mit der Musikindustrie erlebt, genossen, verworfen und das große Pathos des Pop-Produzierens hinter sich gelassen, um im Kleinen das Große zu finden, im Unwichtigen das Provozierende.
Tom filtert aus dem potentiellen Untergang der Welt das Gute im Menschen, sieht in der täglichen medialen Berieselung den wahren Terroranschlag auf die Gesellschaft, den alltäglichen Crash von Passagiermaschinen in menschliche Köpfe und verbreitet einen Titel später niederschmetternde Melancholie, in dem er der Welt einfach einen Schönen Tag wünscht.