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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ladies and gentlemen, set yourself on fire!, 5. November 2005
Eine dunkle, tiefe Stimme welche den Titel dieses Albums verkündet. „When there’s nothing left to burn, you’ve to set yourself on fire…“. Ein Blick auf die junge Frau mit der dunkelrosa Skimaske. Gänsehaut. Eine merkwürdige CD...So düster wie die ersten Sekunden von "Set Yourself on Fire" ist das restliche Album der STARS nun auch wieder nicht. Nach diesem nachdenklichen Satz startet die Musik mit pathetischen Streichern und ebenso opulent geht es auch weiter. "Your Ex-Lover Is Dead" ist das perfekte Eröffnungsstück, alles was dieses Album ausmacht, steckt sozusagen in diesem Lied. Musikalische Größe, emotionale Tiefe und tieftraurige Schönheit - von Anfang an ist man gebannt, dann mischen sich auch noch die bezaubernden Stimmen von Amy Millian & Torquill Campell dazu, abwechselnd "erzählen" sie die Geschichte zweier ehemaligen Liebenden, die sich eines Tages wieder begegnen, "live through this and you won't look back", und beenden den Opener mit den Worten "I'm not sorry I met you/I'm not sorry it's over/I'm not sorry - there's nothing to save...". Von Violine & Cello über Trompeten & Saxophon zu Gitarren, Keyboard & Synthesizer - die STARS warten mit einem ganzen Arsenal an Instrumenten auf. Diese werden exzellent eingesetzt, nie wirkt die Musik langweilig, aufdringlich oder anstrengend, nein, manchmal hätte ich mir doch gewünscht, die Band würde noch eins drauflegen. Musikalische Ähnlichkeiten reichen von BROKEN SOCIAL SCENE über DEATH CAB FOR CUTIE zu BRIGHT EYES (vergleichsweise das "Digital Ash in a Digital Urn" Album), aber auch zu SOPHIA, NOTWIST oder MONTA und einer Mixtur Songwirterpop mit sanften Indiependentrock. Dieses Album bietet viele großartige Lieder und wirklich große Musik an. Zum einem wäre da "Ageless Beauty", welche vor allem mit dem bezaubernden Stimme der Sängerin Millian (zum Sterben schön) und der schnellen, gitarrelastigen Umsetzung trumpfen kann. Den Höhepunkt erreicht das Album meiner Meinung in der goldenen Mitte; zunächst das sehr schnelle und elektro-lastige "What I'm Trying to Say", dann das zerreisende, langsame, zarte aber doch starke "One More Night" und gleich im Anschluss ein etwas kürzeres, musikalisch aber faszinierendes Stück "Sleep Tonight". Das Album bietet viel Abwechslung, nach diesen traurigen Höhepunkt wird das Tempo wieder etwas erhöht, "The First Five Times", "He Lied About Death" und "Soft Revolution" bäumen sich noch mal auf, ruhigster Punkt der CD ist auf jeden Fall das stille "Celebration Guns" und letzten Endes gibt es noch das traurigschöne "Calendar Girl" - DER Ausklang dieses berauschenden Albums. STARS erreichen mit ihrem neuen Album das, was nicht viele CDs schaffen. Ende des Sommers konnte mich nur das neuste Album von DEATH CAB FOR CUTIE mit einer derartig gefühlvollen Musik überschütten, ohne dabei einen Fehltritt zu landen: emotionale Tiefe und wertvolle Töne. Wie bei DCFC, bin ich bei STARS über das mystische und (vor)herbstliche Zusammenspiel fragiler Musikstücke und intelligenter Lyrik fasziniert. Doch im Gegensatz zu den amerikanischen Tourkollegen sind die Kanadier nicht so zurückhaltend; die STARS spielen generell auf einer relativ hohen Tonlage und bewegen sich in einem etwas schnelleren Tempo. Man scheut sich nicht vor mehreren Rhythmuswechseln während eines Liedes und ist im Gesamten auch sehr textbezogen. Und das wird es auch sein, was diese Band letztendlich ausmacht. Die musikalische Schönheit wird etwas in den Hintergrund gestellt, die Band legt viel Wert auf den lyrischen Inhalt ihrer Musik. Schon mit dem ersten Lied "Your Ex-Lover Is Dead" zeigt deutlich mit welchem Thema sich dieses Album (vor allem) beschäftigt: Liebe. Kitsch oder Klischeehaftigkeit kann man STARS dabei in keiner Weise vorwerfen, mag die Musik manchmal doch etwas romantisch und poetisch klingen, erschrecken und faszinieren die Texte oft durch unverblümten Darstellungen, (selbst) zerstörerischen Passagen und intelligenten, schönen Zeilen. Allein der Titel spricht Bände. Amy Millian und Torquil Campbell sind sich der Macht ihrer Worte vollends bewusst und sie benutzen sie auch um die emotionale Tiefe ihrer Musik noch schürfender und kräftiger zu machen. Ihre Texte balancieren auf dem schmalen Draht zwischen Glück und abgrundtiefer Hoffnungslosigkeit bzw. Trauer. Perfektes Beispiel dafür ist der Text in "One More Night (Your Ex-Lover Remains Dead)", eine letzte Nacht eines (Ex-)Paares, welches sich über ihre getrennte Zukunft vollends bewusst ist. Zuckersüß jedoch ohne einen Hauch von Melancholie besingen sich Millian und Campbell, doch die einzelnen Textzeilen zereissen einem die Seele, "look him straight in the eye and tell him right now, that you wish he would die" - ehrlicher kann ein Liebeslied kaum sein. Trotz aller Fröhlichkeit die Millian und Cambpell mit ihrer Stimme und ihrer Musik verbreiten täuscht nichts über ihre brutale Traurigkeit hinweg die sich schonungslos in die Herzen der Zuhörer brennt. Abseits von Trauer finden sich auch glückliche Momente wieder: "The First Five Times" strahlt einem plötzlich entgegen und in "Sleep Tonight" erwacht die Liebe zum Leben. Die Stücke die dann noch folgen haben weniger mit den vorigen zu tun, "He Lied About Death", "Celebration Guns" und "Soft Revolution" kann man getrost politisch interpretieren und als den Weg der STARS sehen, die Welt zu verbessern ("We are here to save your life!"). Ach - und dann bleibt noch "Calendar Girl" – nein, kein Kommentar, macht euch selbst ein Bild… Dieses Album verdient die 5 Sterne. Auch wenn sie mir manchmal zu textorientiert sind, bereue ich es zurzeit immer, wenn ich mal eine andere Musik höre, dass es nicht die STARS sind (verflixt hartnäckiger Ohrwurm, übrigens). Ja, DEATH CAB FOR CUTIE sind vielleicht um einen Tick besser, wohl, weil sie manchmal eben auch die Musik für sich sprechen lassen – und weil sie sich manchmal auch ruhe gönnen. Wie schon SLUT sagten, „all you need is silence“ und diese Stille, diese Ruhe aus „Plans“ eben von DCFC, vermisse ich bei „Set Yourself on Fire“ - dennoch hat dieses Album mich emotional mehr bewegt. Und somit reiht sich "Set Yourself on Fire" in meine persönliche Hall-of-Fame von unersetzlichen CDs - und weil es bei dieser Band gerade so passt, könnte man dieses Album gleich mit der wirklich wahren Liebe vergleichen: unvergesslich, unersetzlich, emotional, ergreifend, prägend und ehrlich. So unglaublich ehrlich... “And you gentle listener... by the time you hear this the world might be ending, or beginning... whatever happens, BURN”
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