Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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68 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Feuer und Eis..., 8. August 2005
Engelskrieger... Das ist ein Synonym für Weiterentwicklung und Retrogression, Liebe und Hass. Aber mal ehrlich: viele Fans waren sehr enttäuscht von Folkrockern wie Subway To Sally ein Album zu kriegen, das sich wie Rammstein-entschärft anhörte. Schlecht war es nicht, aber man hatte das nicht erwartet bzw. sich das nicht gewünscht. Die Jungs und Mädels um Frontmann Fish haben sich die Kritik der Fans zu Herzen genommen und legen hier ein wieder klassischeres Album ab, das allerdings nicht langweilig ist oder den Eindruck verschaffen könnte: "Mensch, das haben wir schonmal gehört...seit 1994l. Nein, "Nord Nord Ost" ist ein Zwischending von den alten Alben und "Engelskrieger". Und mal entgegen allen Kritiken des letzten Albums. Dieser Stilmix steht Subway To Sally perfekt. Das Album lebt von einem Konzept: Kälte...Feuer und Eis, Seefahrt. Die meisten der zehn Lieder richten sich danach. Dadurch wird "Nord Nord ost" zwar nicht zum archetypischen Konzeptalbum, aber bekommt einen roten Faden, der sich konsequent durch das Album zieht. Es geht los mit "Sarabande De Noir", einem Intro, minimalistisch instrumentalisiert. Es legt viel Wert auf Eric Fish's Gesang. Zuerst kriegt man den Anschein es handle sich hier um einen Weihnachtslied ("Stille Nacht") und egal wie oft ich das Lied auch höre: der Eindruck bleibt. Ob dies gewollt oder zufällig ist, bleibt für mich unklar, aber da das Konzept hier oft an "Kälte" angelegt ist, kann man den Aspekt "Weihnachten" miteinbeziehen. Ist zwar alles rein interpretativ, aber egal. "Sarabande De Noir" ist nicht unbedingt das, was man unter einer Sarabande versteht, aber als "Intro" dennoch sehr gelungen. Dann geht er nahtlos in "Schneekönigin" über. Die Gitarren brettern, schrammeln. Ist das "Engelskrieger"? Ja, ein bisschen ist vom letzten Album geblieben, nicht nur in diesem Lied. "Schneekönigin" ist düster, nachdenklich und wehmütig, besonders im refrain läuft einem bei Eric Fish's hervorragendem gesang Kalt den Rücken hinunter. Nach so viel Kälte braucht man etwas Wärme. Mit "Feuerland" ebnet man schon den Weg für den nächsten Track, "Sieben". Der text ist sehr ansprechend, der Refrain sehr gelungen und bombastisch. Eine weitere Single, vielleicht noch besser als "Sieben". "Sieben"....die Single, die GUTE Single: klassicher Subway-Stil, Ohrwurmcharakter, Mitsingen garantiert. Lyrisch geht es um eine Person, die die siebte Liebe seines Lebens um jeden Fall behalten will. Dabei taucht grubdsätzlich die "magische Zahl" sieben auf. Allein dieser Song entschädigt alle Fans, die von "Engelskrieger" enttäuscht waren. "74" ist ein sehr gutes Instrumental. Accustic Gitarren bauen ein angenehmes Flamenco-Feeling auf, die Stimmung schwankt zwischen melancholisch und chillig. "Feuerkind" ist ein meiner Meinung nach lyrisch ganz besonders gelungener Track, unterlegt von balladesker Musik, irgendwo zwischen den alten Subway und Engelskrieger, dabei aber fern davon an Bands wie Rammstein oder Oomph! zu klingen. Absolut gelungen. "Das Rätsel II" fängt doomig an, geht dann aber zum flockigen Folk über, paart sich dann mit rotzigen Metal Gitarren. Dem Fan fallen hier besonders das lyrische Zitate älterer Lieder der Band auf ("Wer hat euch ein Kleid aus Rosen mitgebracht?" etc.). Im Refrain entwickelt sich der Song zu einem potentiellen Live-Hammer, dem man getreu dem gesang gerne einen Schrei schenken will. "S.O.S" brettert nach sehr kurzem Männerchor-Intro los. Dies ist ein weiterer Song, der sich dem Beinahe-Konzept des Albums anpasst. Hier ist der Crossover des Industrial-Stils des Vorgängers mit dem klassischen Subway-Folk noch besser zu erkennen. Dadurch entwickelt sich der Song zu einem sehr interessanten Stück, der sowohl Menschen, die Wert auf musikalische Progression legen sowie Menschen, denen "Engelskrieger" nicht gelungen und fremd fanden, ansprechen sollen. "S.O.S" ist die Vollendung des Stils, den man auf "Engelskrieger" versuchen wollte. Ausgewogen, kurzweilig, interessant. "Eisblumen" fängt balladesk an, aber fängt kurz danach weiter an groovend zu werden, entwickelt sich immer wieder zu einem epischen, monomentalen Track, gepaart mit leisem Bombast. "Seemannslied" folgt in Punkto Stimmung und Tempo den Vorgängertitel "Eisblumen", ist allerdings etwas ruhiger und nachdenklicher. Die Streicher geben dem Song einen sehr gelungenen, intelligent gewählten Touch. Für mich der beste Song von Subway To Sally seit "Wenn Engel hassen". Absolute Gänsehaut! Wie erwähnt haben es wir hier mit einem durchgehend gelungenem Album zu tun, ich wage sogar zu sagen, dass es das bislang professionellste und ausgereifteste der Band ist. Unter den zehn Lieder findet man bei Weitem kein einziges auch nur annähernd schwaches. So darf man hier beherzt zugreifen. Und an alle vielleicht enttäuschten Fans: "Nord Nord Ost" entschädigt für alles. Höchstpunktzahl!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das beste Subway Album der letzten Jahre!, 12. September 2005
„Nord-Nord-Ost", der Name des neuen Subway to Sally Albums ist Programm. Das Konzeptalbum handelt von Kälte, Dunkelheit und Seefahrt und ist, meiner Meinung nach, die (mit Abstand) beste Subway-Scheibe der letzten Jahre (im Vergleich mit „Engelskrieger" und „Herzblut"). Musikalisch jagt ein Ohrwurm den nächsten und auch textlich weiß der Longplayer, vom ersten bis zum letzten Song, durchweg zu überzeugen.Der Silberling beginnt mit einem fast schon kultigen „Stille Nacht, heilige Nacht"-Intro („Saraband de Noir"), bevor der Mid-Tempo-Stampfer „Schneekönigin" zum Besten gegeben wird. Bei „Feuerland" und der Hit-Single „Sieben" wird das Tempo deutlich angezogen. Das kurze, ruhige Instrumental-Stück „Lacrime '74" läutet die doomige Ballade „Feuerkind" gebührend ein. Die weiteren 3 Songs „Das Rätsel 2", „S.O.S." und „Eisblumen" (der stärkste Songs des Albums) sind nochmals tolle Up-Tempo-Nummern. Das finale „Seemannslied" (auch ein sehr starker Song) kommt dann doch etwas ruhiger und nachdenklicher daher. Wie schon oben erwähnt ist das neue Werk von Subway, seit langem das Beste, was man von den Jungs und dem Mädel zu hören bekommen hat. Was ebenfalls positiv auffällt ist, dass die Songs wieder wesentlich mehr mit klassischen und traditionellen Arrangements versehen wurden, zudem kommen dann noch die durchweg guten Texte und eingängige Melodien, die sofort ins Ohr gehen. Einziger Nachteil ist die recht kurze Spielzeit, von knapp 43 Minuten. 2 oder 3 weitere Songs hätten dem Album nicht geschadet Nichts desto trotz: Subway-, Schandmaul-, In Extremo- und Gothik-Rock/Metal-Fans sollten diesem Album auf jeden Fall eine Chance geben. Von mir gibt's für diese Scheibe verdiente 5 von 5 Sterne!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kälte und Einsamkeit, 26. August 2005
Ich habe mich sehr lange auf dieses Album gefräut. Natürlich war ich nach "Engelskrieger" sehr neugierig auf das neue Subway-Album, sollte dieses doch die Frage beantworten, ob das vorgegangene Bretter-Album eine neue Ära einläuten sollte, oder ob es als Experiment abgetan wird und sich die sieben Potsdmaer auf ihre musikalischen Wurzeln beziehen. Dieses Album ist weder mit den "alten Werken", noch mit dem polarisierenden Engelskjrieger zu vergleichen. Musikalisch ist auch auf diesem Album das ein oder andere donnernde Gitarrenriff zu hören, doch ist es vom Text her wesentlich abstrakter als das mitunter brutale Textwerk auf Engelskrieger. Dieses Mal werden weder mittelalterliche Tyrannen und Narren besungen, noch soziale Missstände angeprangert. "Nord Nord Ost" steht im Zeichen der Seefahrt. Zurecht ist auf dem Cover ein Kompass abgebildet. Sowohl die "Schneekönigin", ein wunderschönes, melancholisches Werk, dass zwischen brachialer Einleitung und kristallklaren Gesang ballanciert, als auch Stücke wie "Eisblumen" oder das herrliche "Seemannslied" verleiten zum Träumen, zum Luftholen. Die Kälte der Seefahrt lässt sich sehr häufig als emotionales Gleichnis sehen. Neben der Kälte und der Unbarmherzigkeit der Natur findet man emotionale Leere und pure Verzweiflung wieder. Dies wird nicht zuletzt in dem Lied "SOS" deutlich. Auch Stücke wie "Feuerkind" zeugen von eben dieser Isolation. Wunderschön anzuhören an kalten Regentagen. Auf der anderen Seite sind die eher fröhlichen Lieder. "Sieben" fängt an, wie man Subway einst kennen und lieben gelernt hat. Doch bin ich ein wenig von dem Inhalt enttäuscht. Ähnlich verhält es sich bei "RaetselII". Manch ein Seitenhieb auf alte, musikalische Weggefährten (Maria, Kleid aus Rosen etc. etc) brachten mich zwar zum Schmunzeln, doch in sich fand ich das Stück recht überflüssig. Das Intro "sarabande de noir" ist gewöhnungsbedürftig, ähnelt es doch sehr gewaltig einer auf den ersten Blick eher szumpfen Abkupferung des Weihnachtsliedes "Stille Nacht", doch passt es bei Gesamtbetrachtung des Albums ganz gut an diese Stelle. Es dauert, damit warmzuwerden, doch passt es hervorragend zur "Schneekönigin", wie ein kalter Windstoß, der einen Sturm ankündigt. Alles in allem finden sich wunderschöne Stücke auf diesem Album, doch auch Lieder, die eben weniger überzeugen. Auch die Anzahl von nur knapp zehn Liedern ist nicht unbedingt überzeugend, zumal man "sarabande de noir" und "74", ein nettes Akkustik-Stück nur bedingt als einzelne Titel ansehen kann. Trotzdem hält dieses Opus den ein oder anderen Diamanten bereit. Das Album an sich zeigt, dass es nicht auf die Richtung ankommt, die Subway to Sally gehen wollen, sondern einfach nur um gute Musik, Musik, die einen auch an kalten Wintertagen warm hält...
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