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197 von 204 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte, 13. Oktober 2005
Sehen Sie sich Pride and Prejudice an und Sie werden mir zustimmen. Selten habe ich eine so perfekte Literaturverfilmung gesehen. Es stimmt einfach alles: Beginnend mit der Musik, den Kostümen, der Dekoration, der liebevollen Details (bis hin zu den korrekten Pflanzen des 18.Jh im Garten!) - Die ganze Ausstattung ist schlicht und ergreifend hervorragend. Dazu kommt, daß glücklicherweise sehr viel Text direkt aus dem Buch übernommen wurde - man kann bei manchen Szenen fast im Buch mitlesen! Nicht weniger perfekt ist die Auswahl der Akteure: Genial besetzt bis hin zu den Dienstboten. Es ist sehr schwierig, jemanden besonders hervorzuheben, weil einfach alles so genau passt, die Figuren scheinen direkt aus dem Buch entstiegen zu sein. Aber extrem viel Spaß machen mir Mrs. Bennet, Mr. Bennet und Mr. Collins - nicht zu vergessen die grandiose, furchteinflößende Lady Catherine! Aber all das überstrahlen die beiden Hauptdarsteller: Jennifer Ehle als Elizabeth Bennet und Colin Firth als Mr. Darcy. Beide Rollen sind meiner Meinung nach extrem schwer darzustellen. Die Hauptlast des Films ruht auf Jennifer Ehle. Sie ist als Lizzy die absolute Hauptakteurin und einfach perfekt dafür ausgewählt. Daß sich der gestrenge und arrogante Mr. Darcy sehr schnell in sie verliebt, ist kein Wunder - solche klugen, lebhaften, schlagfertigen Frauen, die auch mal Widerworte geben, findet man ja nicht allzu oft. Von Damen wie Miss Bingley, die sich ständig bei ihm einzuschmeicheln versucht, hat er jedenfalls die Nase voll. Er ist sich seiner Sache bald auch sehr sicher und macht Lizzy schließlich den arrogantesten, selbstsüchtigsten Heiratsantrag aller Zeiten. Und der allein ist den Kauf der DVD absolut wert! Ach ja, Mr. Darcy. Muß man zu ihm noch was sagen? Heißt es nicht (frei nach Jane Austen): „It is a truth universally acknowledged, that Mr. Darcy has to be played by Colin Firth?" :-) Seine Version des Fitzwilliam Darcy ist schlicht und ergreifend zum Niederknien. Darcys Wandlung durch den gesamten Film hindurch ist einfach grandios. Anfangs Arroganz pur, beleidigt er zunächst mal die "Landbevölkerung" im allgemeinen und Lizzy im besonderen: "She is tolerable, I suppose, but she's not handsome enough to tempt me" - puh! Aber ist er wirklich so arrogant? Ist es nicht viel eher Schüchternheit? Man darf gespannt sein, wie er sich zum Ende hin entwickelt. Das schwierige an Darcys Rolle ist, daß er vergleichsweise wenig Text hat und praktisch alles mit seiner Körpersprache bzw. seinem Augen-/Gesichtsausdruck darstellen muß. Und das (wie in der Überschrift bereits erwähnt), gelingt Colin Firth geradezu meisterhaft. Seine Augen allein können wahrhaftig ganze Geschichten erzählen, ohne daß er einen Ton sagen muß. Arrogant, spöttisch, beleidigt, ernst, hoffnungsvoll, genervt, ängstlich, stolz, amüsiert, wütend, besorgt, verlegen, fragend...zu jedem dieser Adjektive fällt mir mindestens eine Szene ein, die vollkommen ohne Worte auskommt. Ja, und nicht zu vergessen natürlich DER BLICK überhaupt: Lizzy spielt am Piano auf Pemberley. Die Blicke, die die beiden austauschen, gehen einem durch Mark und Bein. (Eine englische Amazon-Rezensentin hat das mal sehr treffend als Darcys „Come-to-bed-eyes" bezeichnet - uff!). Äh... und nein, alle Klamotten bleiben an! :-) Fazit: Es hat schon einen Grund, daß die Begeisterung für gerade diese Verfilmung auch nach mehr als 10 Jahren noch immer ungebrochen ist. Colin Firth wird für mich und viele andere „Darcymaniacs" IMMER der Inbegriff des Mr. Darcy sein. Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, wie das zu toppen sein sollte (auch wenn schon wieder einmal eine Neuverfilmung für dieses Jahr angekündigt wurde :-(). Ach ja, und bitte nicht abschrecken lassen, daß diese Fassung ausschließlich in Englisch ist. Die (englischen) Untertitel sind sehr hilfreich und nach kurzer Zeit kann man sich auch diese sparen. Sie werden es sich eh öfters als einmal anschauen, wetten? Empfehlenswert ist natürlich auch, das Buch in englisch zu lesen, viele Dialoge kann man tatsächlich fast mitlesen! Eine deutsch synchronisierte Version des Films ist zwar mittlerweile auch auf dem Markt, aber nur das englische Original ist das einzig wahre. Ich denke, Jane Austen wäre sehr, sehr stolz auf diese wundervolle Verfilmung und würde ihre beiden Helden sofort ins Herz schließen.
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