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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grandioses Sport-und Chrakterdrama, 17. April 2005
Dieser mit vier Oscars ausgezeichnete Film, des mit 74 Jahren, ältesten, und zu den ganz großen Filmemachern des amerikanischen Kinos zählenden Clint Eastwood, bringt etwas aus der Vergangenheit des Kinofilms zurück, nämlich die klassische Erzählweise. Denn dieser großartige, ergreifende Film, „Million Dollar Baby", konzentriert sich ausnahmslos auf die Story um die es geht, und auf die Personen, deren Vita sie ist. Die Geschichte ist anfangs recht simpel. Maggie Fitzgerald (Hilary Swank) will aus der bitteren Armut des Wohnwagensiedlungsmilieus ihrer Mutter heraus, entdeckt trotz ihres Alters, ihr Talent im Boxen, und beginnt im Boxstudio „Hit Pit" mit dem Training. Im Boxen sieht sie die einzige Chance, zu einer lebenswerten Existenz zu finden. Frankie Dunn (Clint Eastwood), der Inhaber des etwas heruntergekommenen Studios, hält nichts vom Frauenboxen. Er will auch zu keinem Menschen eine engere Beziehung eingehen, weil er seit Jahren darunter leidet, dass seine Tochter die Verbindung zum Vater abgeschnitten hat. Nur ein wahrer Freund ist ihm geblieben, der Ex-Boxer Eddie Dupris (Morgan Freeman). Doch irgendwann hat Maggie dann, mit Hilfe von Eddie, Frankies Herz erweicht. Er nimmt sie als Schülerin an. "Deckung ist das Wichtigste", dieser seiner Devise folgend, boxt sich Maggie dann von Sieg zu Sieg. Und allmählich wächst zwischen Frankie und Maggie ein völlig unanstößiges Vater - Tochter - Verhältnis. Und Eddie, der eindringliche, emotional mitreißende, tief menschlich bewegte Erzähler dieser Story, unterstreicht seine Anteilnahme und Ergriffenheit durch einen vibrierenden Bariton. Um Maggie so brillant spielen zu können, hat Hilary Swank sicherlich viel Zeit im Boxring und beim Kraft- und Konditionstraining verbracht. Und mit ihr gelingt es Clint Eastwood so meisterhaft eine „Figur" zu modellieren, die die greifbare Dynamik von Boxfights mit einer psychologisch bewegenden Geschichte verbindet. Der Zuschauer sieht in den vielen Kampfszenen, roh und brutal die archaische Art, die dem Boxen eigen ist. Das Resümee, mit den eigenen Händen kann man „Alles" gewinnen, aber auch „Alles" verlieren. Die sportlichen Höhepunkte und Erfolge finden schließlich ein jähes Ende; alles nimmt eine erschütternde, grausame, brutale Wendung. Ein außerordentlicher Film, der nicht nur von zwei Männern erzählt, die gemeinsam in Freundschaft alt geworden sind und nun an einer Weggabelung stehen, sondern vor allem, von einer erfolgreichen Boxkarriere der Maggie Fitzgerald, die trotz aller großartigen Erfolge, immer noch zögert glücklich zu sein. Und Clint Eastwood benutzt das Boxen eigentlich, um von etwas ganz anderem zu berichten, nämlich von der beeindruckenden Schicksalskurve, aus dem Elend zum Erfolg, die zunächst von Respekt, Freundschaft, Wärme, Herzlichkeit und Liebe begleitet wird, und die dann doch plötzlich und völlig unerwartet, ohne eigenes Verschulden, im Unglück endet. Doch anders wie bei den Filmklassikern des Boxsports, steht hier mit Hilary Swank eine Kämpferin im Mittelpunkt, die unter der Regie von Clint Eastwood eine Glanzleistung abliefert. Unbedingt ansehen, brillantes Kino von einem genialen Filmemacher.
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