Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die hörbarste NIN & definitiv eine der Platten des Jahres, 7. Oktober 2005
Ich war breits während der neunziger Jahre immer wieder mal vom Sound der NIN bzw. Trent Reznors fasziniert, Songs wie die Piano-Ballade "Hurt" (später von Johnny Cash gecovert) oder "Closer" sind für mich Meilensteine der Musikgeschichte. Letzteres hat mich schon oft zum Tanzen gezwungen. Auf albumlänge ausgedehnt fehlte mir aber immer die (ich nenne es mal) Leidensfähigkeit, um mir diese teilweise sehr wütendenden, teilweise traurigen und sperrigen Alben als Ganzes anzuhören. Das hat mit dem hier vorliegenden Album "With Teeth" ein Ende. Das Album hat zwar alles was andere NIN-Alben auch haben, biedert sich also keineswegs durch Eingängigkeit (Pop) an, nur wirkt hier einfach alles zusammenhängender, wie aus einem Guss hervorragend produziert. Nahezu jeder Song kann auch einzeln glänzen, den vom Songwriting und dem Umsetzen von Spannungsbögen versteht Hr. Reznor eine ganze Menge. Jeder Song platzt auf seine Weise vor Intensität. Die Stärke des Albums macht jedoch für mich die Klasse auf ganzer Länge aus. Ob getragener Song oder musikalische Eruption, emotional hat mich schon lange kein Album mehr so tief angesprochen. Daher für mich vielleicht jetzt schon der Tipp für das Jahr 2005 und darüber hinaus. Mit "Right where it belongs" findet sich auch ein "Hurt"-ähnlicher Song auf dem Album. Mich stört das nicht, von der Klasse könnte es ruhig mehr Songs geben. Trent Reznor at its best. Anhören Pflicht. Für Leute die sich bereits in die musikalische Rente verabschiedet haben nach wie vor schwer verdaulich. Und das ist auch gut so.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein zugänglicheres und auf seine Art geniales Album, 20. November 2005
"With teeth" eignet sich besser als jedes andere Album zum Einstieg in die düsteren Industrial-Rock und Elektro-Soundsphären der Nine Inch Nails. Wie kommt's?Nun, thematisch werden gewiss keine großen Sprünge vollzogen, viele Stücke handeln in gewonht zorniger Weise von unerwiderter Liebe oder Zurückweisung, Einsamkeit, Selbsthaß und -zerstörung, etc., obgleich zwischendurch auch mal ein paar sanftere, zaghaft-optimistische, ja fast hoffnungsvolle (aber stets auch irgendwie melancholische) Töne zu hören sind. Die eingängigen Melodien und Trent Reznors markante und vielseitige Stimme, die die dunkle Soundkulisse mal flüsternd oder im Konversationston, dann wieder wutentbrannt kreischend oder eben auch einfach singend begleitet, sorgen vom ersten Track an für das typische NIN-Feeling. Dennoch bleibt schon nach erstmaligem Durchhören kein Zweifel: "With teeth" klingt weitaus weniger experimentell und dadurch auch weniger frisch als das viel-gerühmte Vorgänger-Studioalbum "The Fagile". Im direken Vergleich wirkt es sehr viel mainstreamiger, was jedoch - auch wenn mir da so Mancher widersprechen wird - nicht zwangsläufig schlechter bedeuten muss. Obschon sie ein wenig die wirklich innovativen Elemente vermissen lassen, sind die Tracks immer noch währe 'Hinhörer', in ihrer Intensität gewohnt genial, und von Reznor wie üblich absolut professionell produziert. Insgesamt ist "With teeth" auf seine eigene Art und Weise ein grandioses Album und durch seinen etwas zugänglicheren Charakter gerade für Leute, die bislang nichts oder nur wenig mit den Nine Inch Nails am Hut hatten, als Einstieg zu empfehlen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Genealogie des Schmerzes, 4. Mai 2005
»No one's heard a single word I've said. They don't sound as good outside my head.« (Trent Reznor)Eine Kopfstimme bohrt sich durch die beiden Stereo-Lautsprecher, hinterlässt Angst und Verzweiflung auf einer hoffnungsvollen Talfahrt durch die Frage, warum du all die Liebe dieser Welt bekommst. Eine Kopfstimme, die gefährlich groß klingt, wie einst bei »Where Is Everybody«, einem der Schlüsseltracks von »The Fragile«, jenem Album, mit dem Trent Reznor alias Nine Inch Nails 1999 die Popmusik im Melting-Pot seiner Soundästhetik zusammenschrumpfte auf zwei Scheiben kondensiertem Vielschichtigkeits-Irrsinn. Wir schreiben 2005, sechs Jahre später kommt Reznor wieder mit »With Teeth«, und muss sich erst mal befreien von dem ganzen verdammten Ballast der Produktion und der Erwartungen in selbige. »All The Love In The World« ist jener Opener, der die Befreiung liefern sollte. Eine Disko-Pop-Perle, die die Stimmlage gegen den Vier-Viertel-Takt ausspielt und Gospel-Schulungskurs für Altindustrielle bietet. Vorbei also die Zeit der »The Wall«-Vergleiche. Vorbei auch die Zeit der »Downward Spiral«-Selbstvernichtungs-Tour-de-Force von 1994. Und lang vorbei auf jeden Fall die Industrial-Neuerfindung mit der »Pretty Hate Machine« von 1989. Wenn soviel vorbei ist, dann bleibt entweder gar nichts übrig, oder es wird so undurchschaubar wie der trübe Zorn eines alternden Trent Reznor. »With Teeth« ist trüb, vom Artwork und von der Musik her, als ob es direkt aus dem Angstschweiß von Dave Grohl gepresst worden wäre. Sein Beitrag ist ein völlig nachvollziehbarer Fokus auf Drums und dynamische Retro-Rhythmen, was »With Teeth« knackig und soulful macht. Die Songs sollten alle miteinander gute Freunde sein, meinte Trent Reznor im Vorfeld, und es möge nicht erstaunen, dass ein Mensch, der ein Konzeptalbum nach dem anderen im Abstand von 5 Jahren herausbringt, das auch hinkriegt. »With Teeth« ist die Knickerbockerbande der NIN-Platten. Wo der Schlüssel diesmal liegt? In »Getting Smaller» z.B., einer College-Rock-Hymne von Breitwand-bis-bescheuert-Format. In »Beside You In Time«, der lange fälligen Suicide-Aufarbeitung. In »Right Were It Belongs«, der lange fälligen Notwist-Aufarbeitung. In »Everyday Is Exactly The Same«, dem Industrial-Urgestein, das der nie veröffentlichte Bonustrack der »Pretty Hate Machine« hätte sein können. Und es hätte jenes Album ähnlich gesprengt, wie es das heute tut. Was man getrost über Reznors Werk im Bezug auf die Musik seiner Zeit im Allgemeinen sagen kann. Zu wirklich jeder Zeit. Und wirklich überall. »I can't remember how this got started. But I can tell you exactly how it will end.« Und zwar hoffentlich nicht mit diesem Album. Dafür ist es zu gut.
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