|
56 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rock Swing better than ever, 16. September 2005
Vierzehn mehr oder weniger großartige Klassiker der Rock- und Popgeschichte hat sich der Kanadier Paul Anka ausgesucht, um ihnen ein neues, swingendes Gewand zu verpassen. Da ich mich der Faszination dieser Musikrichtung aufgrund des legendären Rat Packs oder auch Robbie Williams Swingalbum sowieso nie entziehen konnte, erwartete ich mit Spannung das erste Durchhören. Eingelegt und losgeswingt."Eye of the Tiger" (Survivor) Die Grundstimmung des Originals bleibt erhalten, schon das Trompetenarrangement zu Beginn verbildlicht sofort den anschleichenden Tiger vor dem inneren Auge des Zuhörers. Anka selbst wirkt beim Gesang bissig und bereit dem Zuhörer sein erstaunliches Können zu präsentieren. Ein gelungener Auftakt für dieses Album. "Jump" (Van Halen) Auch im Swinggewand noch unverkennbar. Bei jedem gesungegen "Jump" möchte ich direkt mitspringenden. Das Lied bringt eine derartige Leichtigkeit rüber, dass ich es fast selbst performen wollte. "Everybody hurts" (REM) "Everybody hurts" ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine der schönsten Balladen von REM. Das Pianoarrangement mit sanften Drums im Hintergrund spricht für sich, Ankas Stimme tut ihr Übriges. Wunderschön sanft anzuhören und in keinem Moment dachte ich an die Originalversion. Dieses Lied spricht für sich. "Wonderwall" (Oasis) Das Lied, vor dem ich am meisten Angst hatte. "Wonderwall" ist für mich der Popsong des Jahrtausends und zählt unangefochten zu meinen Lieblingsliedern. Ankas Version besticht aber durch ihr tanzbares Arrangement, so dass ich nach den ersten zwei Zeilen meine Bedenken über Bord geworfen habe, um begeistert mitzusingen. Vielleicht das beste Lied dieser CD. Mit Sicherheit aber ein gelungener und starker Swingtitel. "Blackhole Sun" (Soundgarden) Das Original war mir hier nicht bekannt. Von daher habe ich (vorteilhafterweise) nicht die Möglichkeit zum Vergleich gehabt. Der ruhige und getragene Anfang entwickelt sich bald zum leichten Barjazz, der sofort durch den Gehörgang ins Blut geht. "It's my life" (Bon Jovi) Wirklich gut eingesetzte Drums und Trompeten schaffen es hier, die Intensität des Originals einzufangen und trotzdem Ankas höchstpersönliche Aussage wiederzugeben. Besonders die Refrainzeile "Frank said he did it my way" hat mich hierbei überrascht. Aber so ist Ankas Leben eben: Swing allererster Klasse. "It's a sin" (Pet Shop Boys) Im ersten Moment nicht zu erkennen. Zu eigenständig das Pianoarrangement, das übrigens bei allen Balladen sehr verhalten und damit auch gut eingesetzt ist. Eine tolle Ballade. "True" (Spandau Ballett) Hier gilt eigentlich das selbe, wie beim vorangegangenen Lied. Die gedämpften Trompeten und das stärker aufspielende Schlagzeug verleihen diesem Lied allerdings zusätzlich eine besondere Note. Ein gutes "Ticket to the world". "Smells like teen spirit" (Nirvana) Es schien mir unmöglich, den unverkennbaren Nirvanarock auch nur annäherend im Swing neu zu interpretieren. Anka liefert allerdings wie bei "Wonderwall" eine völlig eigene und passende Antwort. Mir gefällt diese Version sogar besser als das Original. Nicht zuletzt, weil sie weniger düster und doch ernst wirkt. "Hello" (Lionel Richie) Eines meiner Lieblingslieder dieser CD. Klingt am Anfang ähnlich wie "Smells like teen spirit". Warum auch immer. Musikalisch genauso angelegt wie die anderen Balladen dieses Albums, ist es hier die textliche und gesangliche Interpretation Paul Ankas, die mir das Lied nahe bringt. "Eyes without a face" (Billy Idol) Klingt nicht nach Billy Idol. Und wenn ihr ehrlich bin, befürworte ich diesen Fakt durchaus. Auch hier setzt Anka auf balladentechnisch musikalisch altbewährte Arrangements. "Lovecats" (The Cure) Herrlich leicht kommt dieser Titel daher. Trotzdem mit dem Biss der "Lovecats" und wunderbar zum Tanzen geeignet. "The way you make me feel" (Michael Jackson) Anka interpretiert Jackson. Auf dieses Lied war ich wahrscheinlich am meisten gespannt. Im Gegensatz zum eher schmachtenden Jackson, zeigt Anka seiner "pretty lady" gesanglich und musikalisch, dass er ganz genau weiß, wo seine Stärken liegen. Dem Swing dieses Titels kann man sich auch als bekennender Jackson-Nichthörer nicht entziehen. Zu gut ist Ankas Interpretation an dieser Stelle, ohne dabei zu sehr vom Original abzuweichen. "Tears in heaven" (Eric Clapton) Eric Claptons "Tears in heaven" bildet einen würdigen Abschluß für dieses Album. Das Original zählt für mich zu den intensivsten und besten Clapton-Stücken, verliert aber in Ankas Fassung nicht im mindesten an emotionaler Intensität und Aussage. Ich denke, dass Anka diesen Titel auch als eine Art Ehrerbietung für Clapton angesehen hat. Für mich die beste Ballade des Albums "Rock Swings" und ein wunderschöner Abschluß. Fazit: Diese CD ist beinahe schon ein Pflichtkauf für jeden, der ernstlich von sich behaupten will, im Leben Musik gehört zu haben. Für Swingfreunde wie mich sowieso und für jene, die es werden wollen, auch. Ich kann nur noch einmal betonen, dass Paul Anka mit "Rock Swings" ein wahres Meisterwerk geglückt ist, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
|