Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Popmusik für das 21. Jahrhundert, 2. Oktober 2006
Immer wenn Empires martialische Beats und verzerrte Megafonstimme mein Trommelfell kitzeln, sehe ich vor meinem inneren Auge brennende Autos in zerbombten Straßen, marschierende Mauern schwarz uniformierter Einsatzkräfte und Menschenmassen deren Gebrüll selbst im Unerträglichen Lärm des Geschehens untergeht. Eine gute Visualisierung.
Alec Empire spielt nach dem Ende von Atari Teeange Riot weiter mit Endzeitästhetik, setzt den Hörer unter Dauerfeuer anarchistischer Phrasen und mimt den politisch Unangepassten. Hier Verkaufskalkül zu unterstellen wäre ebenso langweilig, wie den guten Mann beim Wort zu nehmen. Straßenschlachtromantik und Kommerz laufen gerne Hand in Hand, wenn man sie nur lässt. Eine Freude für all jene denen das gefällt - und auch für den Rest.
Einfach das Licht der Skepsis ausknipsen, die Augen schließen und Abtauchen in die Night of Viloence, aber Vorsicht vor einer Overdose, denn unter dem Panzer aus schnellen, trockenen Rockbreakbeats, punkigen Hardrockgitarren und Elekronoise stecken Tracks mit Suchtpotential. Jetzt kann ich sie ja verraten, die Wahrheit: Empire ist einer der größten Popsongwriter des Landes. Ein Elektropunker, dem das Kunststück gelingt Wasser zu Wein, Noise zu Melodie, Phrasen zu Hymnen werden zu lassen. The Futurist züchtet Ohrwürmer die wenige Millimeter vom Gehirn entfernt den Aufstand proben. Hier rettet jemand den Pop ins 21. Jahrhundert.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rock'n'Roll is not dead, 10. April 2005
Endlich - „Futurist", die neue Platte des Digital Hardcore Gottes. Und eine echte Überraschung, die so einige eingefleischte Fans schockieren und bitter enttäuschen könnte. Denn Alec 2005 ist Rock'n'Roll in Reinkultur. Statt der typischen verzerrten, überdrehten Sounds und Breakbeats erwarten hier einen echte Gitarren und ein echtes Schlagzeug. Die elektronischen Sounds sind nicht ganz verloren gegangen, sie sind aber deutlich in den Hintergrund getreten. Wer frühere Werke von Alec Empire kennt, mag beim ersten Reinhören kaum glauben, dass dies hier tatsächlich seine neue Platte ist. Und zugegeben, der Sound ist sehr gewöhnungsbedürftig. Wer die CD aber nicht gleich enttäuscht beiseite legt und ihr eine Chance gibt, dem offenbart sich ein rundes Dutzend gigantischer Tracks, die Rock und Punk und Digital Hardcore sind, die absolut nicht nach Alec und doch zu 100% nach ihm klingen. Für alle, die es genauer wissen wollen: Man nehme einen typischen Alec Empire Song der letzten Platte „Intelligence and Sacrifice" und spiele ihn mit verzerrten Gitarren und einem Schlagzeuger nach. Nic Endo gesellt sich dazu und steuert teils sehr zurückhaltende, teils absolut offensive elektronische Sounds, Bässe und Beats dazu. Noch eine Prise Distortion darüber gestreut und dem Ganzen einen leicht staubigen Sound verpasst. Und Alec shoutet sich in gewohnter Manier durch den Song. Ja, so in etwa klingt „Futurist". Ich höre die Platte gerade erst zum zweiten Mal, sie hat mich aber mittlerweile total in ihren Bann gezogen. „Futurist" ist wild, rebellisch, offensiv, innovativ, retro und sehr sexy. Die Platte beginnt mit einem Zitat von Jim Morrison: „I'm talking 'bout the Death of Rock'n'Roll!" Doch die darauf folgenden 12 Tracks verneinen dies eindeutig. Nein, Rock'n'Roll ist nicht tot, sondern lebendiger und wilder denn je. Und was sagt Alec dazu? „I lay a rock that causes men to stumble and makes armies fall and those who distrust me will be put to shame." Da hat er wohl Recht.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Keine Energie, doch viel Getöse., 5. November 2005
Konzeptlosigkeit in Gitarre und Geschrei. Schade Herr Empire- doch diese Platte bestätigt leider den Trend der letzen Veröffentlichungen, die qualitativ nichts mehr an der Intensität und Kreativität besaßen, wie Veröffentlichungen von vor 10 Jahren auf Force Inc., Mille Plateaux oder auch DHR, wie sehr die Musik des Alec Empire an Kreativität verloren hat und das zugunsten einer, dieser Eindruck drängt sich unmissverständlich auf, bis dahin verdrängten Starattitüde. Das geht dabei nicht gegen Gitarrenmusik - auf den Frühwerken von Atari Teenage Riot hat Alec Empire eindrucksvoll bewiesen, wie gut Gitarren mit elektronischen Sounds und Vocals zusammenpassen können. Das was jedoch auf "Futurist" zu hören ist, erinnert mich an ein drastisches Statement von Empire auf seinem 1996 erschienenen Album "The Destroyer": "When you reach your peak it's time to die!" Das sollte so nicht wortwörtlich missverstanden werden, jedoch wohl in die Richtung gedeutet werden, das es Zeit ist für Alec aufzuhören. Schade drum, sehr schade....
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