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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich und Ich, 10. September 2007
Ein faszinierendes Kammerspiel hat Bergman hier entworfen. Die Story: Zwei Frauen, die eine schweigt, die andere plappert, verschmelzen während eines Aufenthalts in einem Ferienhaus zuerst zu einer Person oder Identität, in dieser Erkenntnis fällt die Maske, die am Ende wahrscheinlich wieder von beiden angezogen wird, aber nicht ohne den Augenblick der nackten Wahrheit, Liebe und Hass zu durchleben, der die Zukunft beeinflussen wird.
Die beiden Schauspielerinnen liefern sensible Höchstleistungen ab, mitunter auch ein Verdienst der Weltklasse Kameraarbeit, dass die Geschichte zwischen Schein und Sein auch so suggestiv funktioniert.
Die Sequenz, in der die missglückten Muttergefühle von Elisabeth gedanklich im Raum stehen und ans Tageslicht kommen, Alma spricht, aber die Kamera zeigt nur Elisabeth, fast so als würde sie die Lebensbeichte ablegen - und nur in der Verschmelzung mit Alma ist diese Offenbarung möglich. Dieser Dialog wird direkt wiederholt, nur diesmal mit einer anderen Kameraeinstellung, die weniger traumhaft, sondern rationaler wirkt, spricht Alma wieder die gleichen Worte an Elisabeth, nur diesmal so als hätte sie deren tiefes Geheimnis aufgedeckt. Und die Kamera zeigt auf Alma...
Ich habe selten so eine faszinierend gute Filmszene gesehen...
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Grenzüberschreitung nach Innen, 12. November 2006
1997 wurde Ingmar Bergman in Cannes für sein Lebenswerk mit der Palme aller Palmen als bester Regisseur aller Zeiten ausgezeichnet. Neben seinen Meisterwerken "Das Siebente Siegel", "Wilde Erdbeeren", "Das Schweigen" und "Fanny und Alexander" ist es nicht zuletzt "Persona" zu verdanken, dass er heute mit derartiger Hochachtung betrachtet wird. Die Idee zu diesem gewagten Filmexperiment entstand während eines Krankenhausaufenthaltes Bergmans Mitte der 60er Jahre und beruhte zum Teil auf der von ihm empfundenen Ählichkeit der Gesichter Bibi Anderssons und Liv Ullmanns. Der ursprüngliche Titel lautete "Kinematografie", wurde jedoch auf Anraten der um die Publikumswirksamkeit besorgten Produzenten in "Persona" umgeändert. Persona bedeutet Person und Maske, der wesentliche psychologische Konflikt des Filmsin in diesem Zwiespalt zwischen tatsächlicher Identität und Schauspielerei bereits impliziert. Surreale Bilderfluten zu Beginn von "Persona" und in der Mitte des Filmes lösen die narrative Struktur auf, Projektoren und Überbeleuchtung führen dem Zuschauer bewusst das Filmhafte, Kinematografische vor Augen, vergleichbar mit dem Brechtschen Verfremdungseffekt. Die revolutionäre Neuerung, die Bergman durch seine filmische Auflösung erreicht, verbindet ihn mit anderen Regisseuren der 60er Jahre wie Antonioni, Godard, Resnais oder Fellini, welche allesamt wesentlich zur Schaffung eines modernen europäischen Kunstkinos beigetragen haben, das sich durch die Überschreitung festgesetzter Grenzen auszeichnete. Diese Grenzen bestanden nicht nur in formaler Hinsicht; auch das teilweise schmerzhafte Vordringen in die Tiefen der menschlichen Psyche machen "Persona" zu einem ungewöhnlichen Film, einem Tabubruch, der letztlich in der Verzmelzung der beiden Protagonistinnen resultiert und Begriffe wie Ich und Identität weit hinter sich lässt. Wahrscheinlich ist "Persona" kein Film, der gänzlich verstanden werden will, er ist vielmehr die Bedeutung des Filmes als Kunstwerk an sich, welches keine Rechtfertigung mehr braucht, sondern nur noch von den ihm eigenen Mitteln lebt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht einfach nur ein Film, 23. Mai 2007
Diese Geschichte hat im eigentlichen Sinne keine Handlung. Persona ist nahezu ein reines Dialog-/Monolog-Werk. Die Spannung bei einem solch angelegten Film halten zu können, zeigt die ganz großen Meister des Filmemachens.
Persona ist sehr künstlerisch (zudem schwarz/weiß) gemacht und hat (bei Bergman selten anders) psychologischen Anspruch. Bergman schaut ganz tief und ziemlich genau in seine Figuren hinein. In seinem Film kehrt er das Innen seiner Figuren nach außen. Er zeigt den Menschen mit seinen Nöten, seinen Schwächen und Verletzbarkeiten, aber auch mit seiner Macht, die er über andere hat, eben gerade weil er auch selbst verletzbar ist.
Der Film hat einen unausweichlichen Sog, der den Zuschauer mitnimmt auf diese geradezu atemberaubende "Reise in das Innere der beiden Frauen", die mit beklemmender, manchmal unangenehm vertraulicher Sensibilität uns auch ein bißchen von uns selbst aufzeigen.
Auch nicht zuletzt durch die Kraft der "analysierenden", umkreisenden Bildeinstellungen, welche ganz nah (und das nicht unbedingt im Sinne eines körperlichen Annäherns!!) an die Protagonisten herangehen, findet eine vollständige Verschmelzung zwischen allen Akteuren mit der "Geschichte" des Filmes statt.
Neben vielen anderen Filmen Bergmans wohl einer derjenigen Filme, die an der obersten Kante der Filmkunst stehen.
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