Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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49 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großes Kino mit irreführendem (deutschem) Titel, 7. August 2007
Diana (Ellen van der Koogh) und Julian (Danny de Kook) lernen per Kontaktanzeige die erfahrenen Swinger Alex (Nienke Brinkhuis) und Timo (Joep Sertons) kennen und laden sie zum Partnertausch in die noble, aber schrecklich sterile Villa von Dianas Eltern ein. Der erste Abend lässt sich gut an, schnell kommt man sich im Swimmingpool näher, doch dann nimmt das Wochenende einen anderen Verlauf, als geplant. Der Untertitel Sex auf Bestellung wurde vom deutschen Verleih hinzugefügt und führt in die Irre, denn Sex ist in dem Film des niederländischen Regisseurs Stephan Brenninkmeijer zweitrangig. Zwar zeigt er zu Beginn viel nackte Haut, aber dann konzentriert er sich sofort auf das, worum es ihm eigentlich geht: um die ganz großen Gefühle. Diana (ganz wunderbar gespielt von Ellen van der Koogh) ist eine schöne, aber unsichere Frau, die immer noch unter dem Pantoffel von Mama und Papa steht, Julian gibt sich forsch und frech, wird dann aber ganz klein mit Hut, Alex trampelt für ihr Vergnügen auf den Gefühlen anderer herum, und Timo, der Alex über alles liebt, gibt nur ihr zuliebe den coolen Swinger. Da alles gut gespielt ist, die Dialoge hervorragend, und eine tolle Kameraarbeit noch dazu kommt, ist Swingers ein Genuss.
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hochgradig spannendes Viereck, authentisch und klug gezeichnet, 10. Juli 2007
Unterschiedlicher könnten die vier Beteiligten nicht sein, aber auch die beiden Paare nicht.
Alexandra, Sonnenzeichen Skorpion, dominiert und kann auch gar nicht anders -- sie weiß gar nicht, wie sie damit umgehen soll, wenn sie nicht bestimmt was geschieht. (Damit ist sie zwar nicht "typisch Skorpion", aber in eine Falle ihres Sternzeichens getappt.) Ethik, Integrität, Aufrichtigkeit, was auch immer: Alles kann geopfert werden, wenn sie nur die Fäden in der Hand hat, bekommt was sie will (viel Sex), oder sich zumindest beweisen kann dass sie über den anderen Beteiligten steht. Die ganze Person ist eine einzige überhebliche Inszenierung.
Diana, Sonnenzeichen Krebs, hat sich bis dato ein paar Dinge noch nicht getraut, aber die stehen auf ihrer Liste, und die Zeit ist reif. Sie wird sie tun. Sie ist nicht felsenfest von sich überzeugt, aber sie kann einfach so in sich ruhen, und auch anderen Menschen etwas geben und verzeihen, ohne sie zu be- oder verurteilen.
Timo, Internist, gibt sich gewandt. Er ist klug, aufmerksam und beredt. Auf den ersten Blick wahrt er ebenso wie seine Partnerin Alexandra die Kontrolle, auf den zweiten Blick hat er dafür ganz andere Gründe: Mit seiner Gesprächsführung lenkt er von sich ab und auf den Fragenden zurück. Damit erreicht er zwar viel, aber er ist weit davon entfernt, Regie zu führen wie Alexandra, die sich im Gegenteil zu ihm ja gerade in den Mittelpunkt stellen will.
Julian, Anlageberater, hat eine gesunde Selbstachtung und ist mit seiner Art zu sein sehr unaufgeregt unterwegs. Weder in seinem Job noch in seiner Beziehung zu Diana strengt er besonders viel Reflexion an. Er tut die Dinge einfach; manchmal findet er seine Partnerin etwas übertrieben, oder sie tut die Dinge nicht ganz so, wie er das gern gehabt hätte. Daraus macht er aber kein großes Thema. Muss er auch gar nicht: Er ist so weit recht zufrieden. Auch wenn er etwas will wird daraus keine große Diskussion.
Dieses Viereck bildet das aufregende Kraftfeld für die Entwicklung zweier Tage. Ob die gegebenen Anziehungskräfte und Konfliktthemen so ganz zu den Plänen und Vorstellungen, die sich jeder der vier gemacht hat, passen -- und wie jeder damit umgeht -- wird hier glaubhaft, unterhaltsam, spannend, sinnlich und emotional wie intellektuell glaubwürdig gezeigt.
Dabei wird die Szenerie auch in der deutschen Synchronisation konsequent stimmig entwickelt.
"Hübsches Haus, Leute", sagt Timo in seinem zu großen Anzug; Alexandra wird später sagen, "das Haus gefällt mir immer besser" -- so wie sie nun einmal alles auf sich bezieht. Selbst in diesen kleinen Details bleibt sogar die Übersetzung den Charakteren treu. Julian kennt im Dialog mit Diana vor dem Treffen nur Alexandras Namen, Timos fällt ihm nicht ein.
Auch sonst weiß die Regie, was sie tut, und die Darsteller brillieren. So werden die Damen mit Sternzeichen vorgestellt, die Herren mit Beruf.
Ja, in diesem Film gibt es sinnliche und erotische Szenen, aber nicht mehr als nötig, um das eigentliche Thema voranzutreiben: Eine feinsinnige Charakter- und Paarstudie, in deren Verlauf Überraschungen und Wahrheiten ans Licht kommen, die sonst keine Rolle spielen (sollen).
Kein Liebesdrama, keine Pornographie, keine Anleitung. Um den Film zu schätzen, muss man sich für Menschen interessieren. Viele gute Details fallen erst beim wiederholten Sehen auf. Viel Vergnügen.
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53 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Einfühlsamer Film mit starken Dialogen., 25. Juli 2006
In dem luxuriösen Haus Ihrer Eltern planen Diana und Julian ein konspiratives Treffen mit einem anderen Pärchen. Ihre Eltern sich selbstverständlich verreist und dieser neutrale Boden scheint der angemessene Ort für einen kontrollierten Partnertausch. Beide sind auf diesem Gebiet noch Anfänger und treffen auf Alexandra und Timo, die es bereits seit vier Jahren tun.
Die Neugier, was man dabei erlebt dominiert die Gedanken der Neueinsteiger. Immer wieder hinterfragen Diana und Julian die Erfahrungen der beiden. Alex erzählt Diana zudem von einer riesigen Party von Gleichgesinnten. Die Stimmung ist ambivalent, zum einen möchten die Protagonisten schon konkret werden, zögern dann doch wieder. Der Pool scheint das geeignete Ambiente zum sich Näherkommen. Doch gerade der erfahrene Julian patzt, als alles zu passen scheint. Es folgt eine eher asketische Nacht. Allerdings haben die Ereignisse bei Diana nachgewirkt und sie träumt sehr erotisch.
Am nächsten Tag erfolgt ein neuer Anlauf und zudem einige brisante Dialoge. Gerade bei den Dialogen zeigt der Film Stärke. Der Ausgang bleibt bis zum Schluss spannend offen.
Der Zuschauer wird gefesselt und involviert. Trotz erotischem Titel und einige solcher Szenen ist der Film als anspruchsvolle inhaltsstarken Auseinandersetzung mit einem aktuellen Thema zu werten. Komödie und Spannung wechseln einander ab, es tritt keine Langweile auf, beste Kinounterhaltung.
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