Aus der Amazon.de Redaktion
Willkommen in der Parallelwelt.
Natural Fake entführt einen an einen Scheinort, wo das Böse keinen Einlass findet. Hier sind die Wände mit warmen Farben gestrichen, die Bilder mit Pastellfarben gemalt, die Einrichtung mondän und man langweilt sich gepflegt bei coolen Drinks. Wer es derber mag, wird hier nicht glücklich, laute Zwischentöne stören nur die Atmosphäre. De Phazz aus Heidelberg sind und bleiben Sounddesigner mit einem unwiderstehlichen Drang zum Schönen. Das, was diese Musik vermittelt, ist natürlich eine Lebenslüge und höchstens ein Sekundenglück. Aber das muss man De Phazz lassen: Im Lügen sind sie perfekt.
Natural Fake, neben den Stammkräften Pit Baumgartner, Karl Frierson, Sängerin Pat Appleton und Barbara Lahr mit großer Crew aufgenommen, setzt sich stilistischen perfekt aus den Elementen TripHop, Dancefloor-Jazz, Chanson, Funk und Latin zusammen. Manchmal traut sich die Gruppe aus der Universitätsstadt aus der Deckung und schiebt ein paar dezente Metall-Riffs ("Car Eats Town"), feinen Blues ("Backstreets Of My Mind"), schiefe Töne ("Make Heaven My Home") oder flotten Jazz ("Close To Jazz") dazwischen. Interessant an
Natural Fake ist die Reihenfolge der Tracks. Geht es im ersten Teil gemächlich, fast einschläfernd zu, laufen De Phazz in der zweiten, wesentlich aufregenderen Hälfte zu guter Form auf.
--Sven Niechziol
Das Label über die CD
Das fünfte Album von De-Phazz schlägt einige neue Töne an. Es ist zugleich kerniger und zupackender, dabei immer noch verspielt und unberechenbar. Eine Art "ungebügelter Eleganz" schlängelt sich quer durch das gesamte musikalische Geschehen - das Designerhemd ist durchgeschwitzt, die Couch ist staubig. "Un ange passé", die vormals so geliebte Lounge-Fee verschwindet barfuß tänzelnd über den Asphalt.... Rhythmen sind robuster geworden, Gitarren und rostige Blues-Harps drängen sich unverschämt in den Vordergrund, einfühlsame Chöre geben Fülle. Kompakte Songs prägen das Album. Doch in den Texten entfaltet sich das De-Phazz-typische Vexierspiel mit Ironie und zärtlichem Zynismus. Die Band, die den Jazz wieder Lounge-fähig gemacht hat und den Pop wieder intelligent, verabschiedet sich auf dem neuen Weg von den Bars dieser Welt, um fortan die Wurzeln allen musikalischen Wirkens zu etwas Neuem zu entwickeln, Einflüsse aus Soul, Gospel, Black Music, Chanson und Disco verschmelzen zu dem brandneuen De-Phazz Sound 2005. Musikalische Natürlichkeit trifft auf De-Phazz-typische feinziselierte Produktionstechnik und so entsteht er - der perfekte "Natural Fake".