Schon klar, dass man potenzielle Nick-Drake-Nachfolger momentan am besten in Skandinavien sucht. Einer der hartnäckigsten Bewerber ist ausgerechnet ein nach Göteborg emigrierter Argentinier. Mit zwei Jahren Verspätung ist das Debüt von José Gonzales jetzt endlich auch in Deutschland erhältlich. Auf "Veneer" zupft er eine kratzig-schnurrige Gitarre, und auch wenn er noch so schöne düstere Texte singt, wagt er es doch nie, den Gesang dominant werden zu lassen. Immer wieder unterwandern Bossa-Rhythmen sein flirrendes Gitarrenspiel, ohne dabei die filigranen Songs zu zerstören. Gonzales jubelt ihnen verführerische Melodien unter, und scheinbar zufällig gelingen ihm spröde Hymnen wie "Deadweight on Velveteen". "Veneer" ist erst der Anfang. Gar nicht auszudenken, was Gonzales noch folgen lässt, wenn er sich erst mal warmgespielt hat. (cs)
Produktbeschreibungen