Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bester Teil der Heimat-Trilogie, 3. Februar 2005
"Die Zweite Heimat" ist bei weitem nicht so populär wie "Heimat", meines Erachtens aber viel besser. Es sind dreizehn ausführliche, in sich abgerundete und doch zusammenhängende Filme, die einen Zeitraum von nur zehn Jahren abdecken. Da muß kein Schauspieler künstlich altern oder durch einen anderen ersetzt werden, und das Erzählte hangelt sich auch nicht so sehr an den Ereignissen der Zeitgeschichte entlang. Wahrscheinlich eignen sich die Filme nicht so sehr fürs Fernsehen; man sollte sie eher anschauen wie man ein Buch liest. Deshalb sei die Anschaffung als DVD empfohlen. Die Umbenennung in "Heimat 2" ist allerdings nicht glücklich. Nicht nur, daß Schabbach und die Schabbacher kaum vorkommen; der Originaltitel "Die Zweite Heimat" drückt auch besser aus, um was es in dem Filmprojekt geht: um junge Leute in den sechziger Jahren, die - jeder auf seine Weise - versuchen, ihre Heimat und Herkunft hinter sich zu lassen und sich quasi selbst neu zu schaffen - wobei sie meist scheitern. Ein poetisches, liebevolles, vielseitiges Werk, in dem man beim mehrmaligen Ansehen immer noch Neues entdecken kann. Wer die sechziger Jahre jenseits der üblichen Klischees verstehen will, der muß "Die Zweite Heimat" kennen.
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64 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
MÜNCHEN IN DEN 60ERN, 28. Oktober 2004
Von Ein Kunde
DIE ZWEITE HEIMAT von Regisseur und Autor Edgar Reitz erzählt die Geschichte einer Gruppe von Münchner Musik- und Filmstudenten, deren Hoffnungen, Wünsche, Liebschaften und Träume im München der Jahre 1960 bis 1971 immer neuen Herausforderungen unterzogen werden.
Die 13 Filme, die ARTE und die ARD erstmals im April und Mai 1993 ausstrahlten, bilden einen abgehenden Handlungsstrang von Reitz' erster HEIMAT (1982-84). Beide Werke (zusammen mit der recht neuen HEIMAT 3) bilden das größte deutsche TV-Epos aller Zeiten. Das Drama zeigt wohl so authentisch, sinnlich, so schwelgend und tiefgreifend wie kein anderer Film das Lebens- und eben Heimatgefühl eines jeden einzelnen von uns, ohne in falsche Sentimentalitäten oder Kitsch abzugleiten.
DIE ZWEITE HEIMAT gehört mit 25 Stunden Filmlänge zu der längsten der 3 Reihen, meiner Meinung nach ist sie sogar noch gelungener als HEIMAT 1. Die nötige Zeit (und Geduld) für das Stück jedoch fehlte einem Großteil des deutschen TV-Publikums bei der Erstausstrahlung.
Vielleicht, weil damals der erste Boom des Privatfernsehens spannender war als ein öffentlich-rechtlicher Mega-Fernsehfilm. Auch die Kritiken überschlugen sich nicht mehr wie bei der 11teiligen Vorgängerserie; umso schöner, daß wenigstens das europäische Ausland die 13 Filme schon mehrfach ausstrahlte; in Italien liefen die Folgen gar im Kino und wurden zu einem gesellschaftlichen Ereignis, die BBC London setzte DIE ZWEITE HEIMAT auf Samstag Abend, 20 Uhr.
Bei uns erfuhr das Werk nach 1993 nur noch eine Pflichtwiederholung um 23 Uhr in 3sat.
Umso schöner, daß jetzt alle 13 Folgen als DVD vorliegen, doch leider scheinen überhaupt keine Zusatzmaterialien vorhanden zu sein, was ich sehr bedaure, da ich bereits mehrere Drehberichte und Interviews in der ARD, bzw. den Dritten gesehen habe.
Sicher, DIE ZWEITE HEIMAT ist kein amerikanischer Spielfilm, der eine Vermarktung mit viel Schnickschnack auf der DVD einkalkuliert, aber dieses Epos verdient mehr als eine bloße digitale Aufbereitung.
Schade, daß hier offenbar gar nichts geplant wurde. Nun gibt Reitz ja auch gerne zu, daß er vom heutigen Fernsehen nicht mehr viel hält, wer will ihm das verübeln, aber etwas mehr Opulenz in der Ausstattung darf er schon zulassen, oder?
Dennoch: Die Filme verdienen 5 Sterne und alle, die diese DVD beziehen, werden meiner Meinung nach mit Sicherheit nicht enttäuscht werden.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hermännsche wird erwachsen, 15. August 2008
Wer "Heimat" gesehen hat ist an "Heimat 2" nicht vorbeigekommen. Der bessere Titel ist wahrlich "Die zweite Heimat", die Hermann Simon im München der 60-er Jahre findet. Der Jungkomponist, dem schon in seiner Schulzeit die Genialität anzumerken war, blüht in der Großstadt auf, lernt das Leben und die Frauen kennen und wird erwachsen. Er verliebt sich in die Cellistin und spätere Sängerin Clarissa Lichtblau.
Am besten an diesem Film haben mir schon 1992 bei der Erstausstrahlung auf arte die avantgardistischen Musikstücke gefallen, die die Studenten an der Münchner Hochschule für Musik proben, spielen und aufführen. Allein daher schon war für mich das Sammel-Album mit den 7 DVDs und den insgesamt 13 Folgen lohnenswert. Da kann man sich z.B. die wunderbare Marimbaphon-Komposition, die Hermanns chilenischer Freund Juan vorträgt, immer wieder anhören. Oder auch das wirklich hörenswerte Abschlusswerk von Hermänsche zu seiner Abiturfeier. Oder Wagners "Weiche Wotan", das Evelyne mit ihrer ultra-tiefen Altstimme packend vorträgt ...
Freilich ist dies nicht jedermanns Sache und ein gewisses Sitzfleisch muss man auch mitbringen. Aber "Heimat 2" ist für mich eine echte Chronik deutscher Geschichte der 60-er Jahre. Sehens- und vor allem HÖRENSwert, informativ, umfassend ... ein wahres Jahrhundertwerk von Edgar Reitz.
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