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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dälek - Absence, 28. August 2005
Dälek ist meine jüngste Entdeckung aus dem Hause Ipecac. Grob vorweg; Dälek spielen Hip Hop. Doch halt! Mit Hip Hop im konventionellen Sinne bzw. den unzähligen Klischees dieses Genres, hat Däleks Sound nix zu tun. Vielmehr werden Genregrenzen eingerißen, Hip/Trip Hop mit Industrial und Rock/Punk vermischt. Dälek haben einen Sound entwickelt, der mit nichts wirklich vergleichbar ist, was bisher so seinen Weg in des Musikfans Gehör fand. Im Klartext; tiefe, industriell wirkend monotone Hip Hop Beats nebst sägenden Gitarren. Noisge Samples/Scatches und vor allem ordenlich Synthie Einsätze. Über allem thront (was bei dieser Masse an Soundschichten wirklich nicht einfach ist) Will Brooks prägnantes Organ. Was den Rap anbelangt, kann ich, wegen fehlender Erfahrung zum Genre, keine wirklich kompetenten Vergleiche ziehen. Erinnert ein wenig an Prodigys "Diesel Power" bzw. der ganze Sound, an die düsteren Hip/Trip Hop Themes vom Soundtrack zur Film-Trilogy "Blade". Auch haben wir es in den Lyrics, anders als bei vielen anderen Vertretern des Genres, nicht mit den sonst so gängigen Themen (Autos, Frauen & Drogen), sondern oftmals politischen Statements zu tun. Eine wohlwollende Abwechslung zum 50cent/Eminem & Co. Dilemma. Dabei wird eine äußerst dichte Atmosphäre erzeugt. Weniger brutal, eher chillig, gerne melancholisch ... zweitweise ziemlich düster. Auch bedient man sich hier kaum der Rezeptur eines eigentlichen Songs; handelsübliche Melodien sind nur sehr schwer bis gar nicht auszumachen, verse/chorus nach dem üblichen Muster hört man nur sehr, sehr selten. Nein. Für viele Menschen dürfte sich dieser Sound, wenn sich mal wieder eine Gitarrenlinie über die nächste schiebt, eher wie eine komplexe Krachorgie anhören. Aber schon nach kurzer Zeit hört man sich rein und entdeckt, wie strukturell dieser "Krach" doch eigentlich arrangiert wurde. Die Beats ergeben ja eh eine recht geradlinige Führung und Gitarren sowie Synthie Beiträge, welche vielleicht beim ersten Hören noch sehr zerfahren wirkten, sorgen für die nötige Abwechslung und besitzen sogar hier und da mal Wiedererkennwert. Einzelne Tracks als Highlights zu betiteln, fällt mir persönlich sehr schwer. Man merkt kaum, wo man sich nun gerade auf der Platte befindet. Man gleitet förmlich dahin. Lauscht man Däleks Sounds, hat das schon etwas von einem Trance-Zustand. Alle Tracks auf der Platte sind durchweg solide, keine Ausfälle. Manche, wie das straighte "Culture for Dollars", das zum Ende in einer reinen Kakophonie endenden "Opiate the Masse" oder "In Midst of Struggle", welches neben druckvollen Industrial Beats, gnadenlos geilen Gitarrenläufe und Gänsehaut erregenden Synthies, höchst eindringliche Rap Parts bietet, sind sogar ziemlich fantastisch. Gerade bei hoher Lautstärke entfalten die Songs dann ihre ganze Magie ... da bebt die Hütte. Im Bereich des düsteren Urban Hip/Trip Hops gehören Dälek eindeutig zur Speerspitze und wissen ihre Qualitäten voll auszuspielen. Vermutlich nix für jedermann und auch nicht rund um die Uhr ... aber ich für meinen Teil kann gerade kaum genug davon bekommen.
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