Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk durch seine Schauspieler, 8. August 2005
Dieser Film ist seit vielen Jahren nun einer meiner Lieblingsfilme. Es ist die Geschichte des jungen Cole, der als verschreckter Junge ein Fall fuer Psychiater Crowe (Bruce Willis) wird. Crowe, ein beruehmter Kinderpsychologe, kann nur langsam zu dem Jungen durchdringen und erfaehrt dann dessen schreckliches Geheimnis. Der Horror des Films wird - und das fand ich besonders beeindruckend - ganz delikat eingesetzt. Es gibt keine blutigen Szenen, keine uebertriebenen Schockelemente... sondern ganz gezielt und aus dem Blickwinkel des Jungen aufgenommene Szenen, die uns die scheinbare Schizophrenie des Kindes gut nachempfinden lassen.Unuebertroffen spielt Haley Joel Osment die Rolle des Cole. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie ein Kind so schauspielern sehen und ziehe mit allergroesstem Respekt meinen Hut vor diesem jungen Menschen. Er macht den ganzen Film zu einem Meisterwerk. Aber auch Bruce Willis ueberrascht durch eine ganz einfuehlsame Darstellung, wie wir sie von ihm aus vorangehenden Filmen kaum kannten. Das ueberraschende Ende des Films und die vielen Details machen den Film wirklich unvergesslich, ich fand ihn sehr beruehrend und sowohl von der Geschichte wie von der Umsetzung her sehr gelungen.
|
|
|
17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die sechste Dimension des Gruselns, 13. August 2007
Und da gibt es tatsächlich Leute, die angeblich schon nach 15 Minuten wussten wie der Film ausgeht. Soviel unsäglichen Scharfsinn und Kombinationsgabe kann man natürlich nur neidvoll bewundern, aber andererseits tut's mir auch leid für diese Herrschaften, denn ihnen bleibt einer der faszinierendsten, gruseligsten und überwältigendsten Überraschungseffekte, die je ein Film zu bieten hatte für immer verschlossen.
Andererseits ist dieser großartige Film so genial, dass er selbst beim 100. Mal Ansehen kein Bisschen an seiner unheimlichen Faszination einbüßt.
Der Kinderpsychologe Dr. Malcolm Crowe (Bruce Willis) trifft auf dem Höhepunkt seiner Karriere auf einen ehemaligen Patienten, bei dem er vor vielen Jahren mit seiner Kunst versagt hat. Der Junge, inzwischen ein Mann, ist so verzweifelt, dass er zuerst auf Malcolm schießt und dann sich selbst erschießt. Im nächsten Herbst sieht sich Malcolm einem ähnlich gelagerten Fall gegenüber.
Der 8jährige Cole Sear (Haley Joel Osment) zieht sich immer mehr in sich zurück, wirkt stets verängstig und wird von den anderen sogar schon als "Psycho" gemobbt. Seine Mutter (Toni Colette) weiß sich nicht mehr zu helfen.
Malcolm sieht in dieser Begegnung eine Chance, seinen Fehler von einst zu sühnen. Er will dieses Mal alles richtig machen. Er nähert sich dem verschlossenen und seltsamen Jungen vorsichtig und einfühlsam an und allmählich kann er Coles Vertrauen gewinnen. Bis er herausfindet was Cole wirklich fehlt und wie er ihm helfen kann, darf man als Zuschauer aber häufig die Luft anhalten und auf die Fingerknöchel beißen. Das ganz große eiskalte Staunen aber hebt der Regisseur sich für die letzten Minuten auf. (Ich kriege jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke)
1000 Sterne für ein 1000faches Gruselvergnügen...
...für ein einfühlsames Drama, einen bitteren Psychoschocker und einen hochintelligenten Mysterythriller (ohne Logikschwächen). Dieser Film von Night Shyamalan ist ein Meisterwerk von der Raffiniertheit und Intelligenz eines Hitchcock-Werkes, ein subtiles und unterschwelliges Spiel mit den Ängsten und Erwartungen der Zuschauer. Die Spannung baut sich fast geruhsam auf und nähert sich dem Horror mit einem Augenzwinkern, ein eiskaltes Schaudern folgt dem anderen, und ohne je von bluttriefenden oder gar ekelhaften Schock-Effekten gepeinigt zu werden ist man als Zuschauer doch (ähnlich wie der arme Cole) immer nur einen eisigen Hauch vom Wahnsinn entfernt.
Bruce Willis hat noch nie so gut gespielt, und das obwohl er dieses Mal keinen Actionhelden mimt sondern einen ruhigen, schwierigen Charakter und was das (damals) extrem junge Genie Haley Joel Osment angeht, so ist der wirklich von einem anderen Stern! Ehrlich!
DVD:
Bildformat 16:9, Widescreen 1:1,85, Deutsch, Englisch DD 5.1, Deutsch dts 5.1, Untertitel Deutsch, Lauflänge 103 Minuten,
Specials: Bewegtmenüs, Kapitelauswahl, Hintergrundinfos
|
|
|
14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hypnotisch. Makaber. Genial., 6. Januar 2007
Eigentlich bin ich kein Freund jener Filme, deren ganze Wirkung von ihrem überraschenden Ende abhängt. Zu oft ist der Schluss willkürlich und unbefriedigend, und die eigentliche Haupthandlung verliert beim zweiten Anschauen völlig ihren Witz. M. Night Shyamalans "The Sixth Sense" ist da die rühmlich Ausnahme von der Regel. Man kann diesen Film wer weiß wie oft schauen: Das erste Mal, weil ihn die Freunde empfohlen haben. Das zweite Mal, weil man in Kenntnis des Endes unbedingt noch einmal die Geschichte davor mit anderen Augen anschauen muss; beim dritten Mal sucht man vergeblich nach irgendwelchen Logiklöchern, die dem Regisseur doch unterlaufen sein müssten. Beim vierten bis zehnten Mal schleppt man seine sämtlichen Freunde und Verwandten ins Kino, und bei allen weiteren Malen freut man sich über das Drehbuch, die Regie, die Kamera und die Schauspielerleistungen.
Das Sensationelle an der Auflösung der Geschichte ist nicht die Wendung an sich, sondern dass Shyamalan in der vorhergehenden Handlung mit einer geradezu frappierenden Dreistigkeit mit offenen Karten gespielt hat - wie ein Juwelendieb, dem es gelingt, am hellichten Tag einen Riesendiamanten zu stiebitzen, obwohl ein Dutzend Wachleute sich sicher ist, das Ding keine Sekunde aus den Augen gelassen zu haben.
Üblicherweise funktioniert bei Filmen mit überraschendem Schluss die Aufklärung des Zuschauers so, dass er ganz am Ende entscheidende Informationen erhält (oft in Form von Rückblenden mit ergänzend eingefügten Szenen, veränderter Perspektive oder anderen Bildausschnitten) und sich durch diese zusätzlichen Informationen der Gesamtkontext wandelt und beim Zuschauer das mehr oder weniger befriedigende Gefühl von Überraschung entsteht. In "The Sixth Sense" ist das anders, denn Shyalaman kommt bei der Auflösung des Mysteriums vollständig ohne neues Bildmaterial aus. Hier entsteht die Überraschung nicht durch neu hinzugefügte Informationen, sondern durch eine Neubewertung dessen, was zuvor schon neunzig Minuten lang vor unseren Augen ausgebreitet da lag. Irgendein Kritiker hat den Film damals in sehr treffender Weise als "Kaleidoskop-Film" bezeichnet, bei dem sich durch leichtes "Schütteln" die vorhandenen Elemente zu einem völlig neuen Gesamtbild zusammenfügen.
Die Besetzung ist insgesamt erstklassig, allen voran natürlich der damals elfjährige Haley Joel Osment. Eine so subtile und vielschichtige Darstellung hat man von einem Schauspieler dieses Alters wahrscheinlich noch nie auf der Leinwand gesehen, was natürlich auch der einfühlsamen Regie anzurechnen ist sowie dem ausgezeichneten Drehbuch, welches den kleinen Cole nicht als altklugen Mini-Erwachsenen verkauft, sondern als normales Kind mit unnormalem Schicksal.
Um aber auch den anderen Mitgliedern des Ensembles Ehre zu erweisen, sei als ein willkürlich ausgewähltes Beispiel von vielen erwähnt, dass es wahrscheinlich vierhundert verschiedene Arten gibt, wie ein Schauspieler in der Rolle eines Lehrers mit den Worten "Yes, Cole?" auf die Wortmeldung eines Schülers reagieren könnte. In einem schlechten Film würden diese zwei Worte über die reine Funktionalität hinaus (Lehrer ruft Schüler auf) keine Information transportieren. Hier betont Bruce Norris alias Stanley Cunningham die Worte so, dass sie irgendwo zwischen "Was ist das denn, Cole beteiligt sich am Unterricht?" und "Na mal schauen, was der Freak da hinten zu sagen hat" beim Zuschauer ankommen. Das heißt, mit zwei simplen Worten ist das komplette Verhältnis zwischen den beiden erklärt. Ich liebe so etwas.
Der Titel des Films ist auch in sofern geschickt gewählt, als das sinnliche Moment das wesentliche Stilmittel des Films darstellt. Die akustische und die visuelle Sprache sind gleichermaßen gedämpft und ruhig, und zusammen mit Klaviermusik, Spiralformen und surrealen Einstellungen in Zentralperspektive entsteht die einschläfernd-hypnotische Wirkung des Films, die in unser Unterbewusstsein eindringt und die dort versteckten Urängste stimuliert. Trotz der Bedächtigkeit in der Erzählung fällt die Spannung zu keinem Zeitpunkt ab, weil das Drehbuch auf Überflüssigkeiten verzichtet und auch Nebenszenen sorgsam konstruiert sind. Jener Teil, in dem Bruce Willis mit Cole das Schritt-vor-Schritt-zurück-Spiel spielt, um an seine inneren Ängste heranzukommen, könnte geradezu als Standard-Lehrbeispiel für die Konstruktion des inneren Spannungsbogens einer Szene dienen.
Fazit: Präzise inszeniertes Schauerkino mit hervorragenden Darstellern, welches mit einer verblüffenden Sicherheit die Wahrnehmung des Publikums antizipiert und mit ihr spielt. Unbedingt anschauen, und nichts verraten.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|