Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
gelungene adaptierung, 27. Juli 2009
zufällig, wie andernortes behauptet wird, ist diese live-aufnahme sicherlich nicht entstanden. zumindest kann ich mir auch bei musikern vom format eines keith emerson, eines greg lake und eines carl palmer nicht vorstellen, dass diese so den mussorgsky-hit "bilder einer ausstellung" so locker auf drei instrumente herunterbrechen (mehrere passagen lassen den schluss zu, dass als grundlage auch ravel's ochesterpartitur herangezogen wurde), das war sicher ein haufen arbeit!
das ist zwar ein stück sehr gefälliger klassik, nichts desto trotz aber ganz schön schwierig und man muss schon ein wenig das tasteninstrument beherrschen um das packend rüberzubringen.
ELP machen hier aber noch viel mehr! es ist eine lange rocksuite geworden, die (auf weniger reduzierten) einzelparts sind wie das original von einem sich ändernden thema, der "promenade" verbunden. dazwischen hört man, was damals mit der monophonen synthesizertechnik möglich war und wie lässig man so einen gassenhauer des klassikgenres auf drei instrumente und eine stimme verteilen kann.
emerson lässt seine synth's gurgeln, grummeln, knurren und quietschen (zb "the gnome"), palmer trommelt sich einen weg und lake macht eine "promenade" die er solo nur mit seiner pathosgeladenen stimme vorträgt, zu einem ganz neuen erlebnis.
großartig sind überhaupt die mit akkustikgitarre begleiteten gesangsstellen gelungen, besonders "the great gates of kiev" - richtig erhebend, wie das daherkommt, wuchtig, majestätisch, schön!
selten wurde einer klassischen vorlage so schlüssig, so selbstverständlich ein ganz neues gewand verpasst!
der "nutrocker" (das jedermann bekannte "nussknacker"-thema von tschaikowski) mit hohem tempo und im hammond-sound als zugabe vorgetragen hält nicht ganz das niveau, war aber für die, die dabei gewesen sind zu dieser zeit und an diesem ort sicher genau richtig, wie an dem nachher tobenden publikum eindeutig festzustellen ist.
das remaster kommt gegenüber dem original in deutlich verbesserter tonqualität - es gibt übrigens auch ein in 180g gemastertes vinyl - daher, audiophil ist trotzdem anders. warum dies ein klassiker geworden ist, ein meist unüberwindlicher prüfstein für noch folgende klassikadaptionen, ist dennoch mühelos zu erhören.
einfach klasse. muss man haben!
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42 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Klassiker (aktuelle Ausgabe), 16. April 2001
Von Ein Kunde
Mit Pictures at an exhibition schufen ELP Ende 1971 quasi aus Versehen einen Klassiker in der Geschichte der Rockmusik. Die Rockfassung von Mussorgsky's gleichnamigem Klavieropus gehörte bereits 1970 zum Live Repertoire der Band, die das Werk zunächst nicht veröffentlichen wollte - aus Angst, auf die Classic Rock Schiene festgelegt zu sein. Ende '71 erschien Pictures schließlich doch als eine Art Bonus für treue Fans - ein Live Album zu einem günstigen Preis. Doch die Qualität der Musik sorgte dafür, dass Pictures den Verkaufszahlen der anderen ELP Alben in nichts nachstand und im Laufe der Jahre zu einem echten Klassiker wurde. Im Gegensatz zu den Classic Rock Versuchen anderer Interpreten handelt es sich hier um eine völlige Neuinterpretation. Emerson Lake & Palmer bereiten die Themen von Mussorgsky neu auf und mischen sie mit ihrem eigenen Material. Emerson's wildes Keyboardspiel (z.B. im Baba Yaga Zyklus) wechselt sich ab mit Lake's lyrischem Gesang (The Sage) und Palmer's virtuosem Drumming (The Gnome). Noch heute, dreißig Jahre nach der Erstveröffentlichung, hat die Produktion kein Stück Patina angesetzt. Die Musik ist nach wie vor zeitgemäß. Diese aktuelle Ausgabe enthält ein Faltblatt mit ausführlichen Hintergrundinfos sowie teilweise unveröffentlichten Fotografien. Ferner ist als Bonustrack die gekürzte Studiofassung der Pictures at an exhibition enthalten, die ELP für die 1993 erschienene Best of Box The Return of the Manticore in Dolby Surround aufnahmen. Der (erneute) Kauf dieser Ausgabe lohnt sich auf jeden Fall, nicht zuletzt auf Grund der digitalen Überarbeitung.
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33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unvergeßlicher Klassiker des Progressive Rock, 5. April 2005
Dieses Album ist sicherlich ein Meilenstein - und vielleicht jenes Werk, das ELP dereinst am längsten vor dem Vergessen retten und ihre Musik zum Klassiker machen wird.Nach diversen kürzeren Klassikadaptionen wagte sich das Trio hier an die gleichnamige Piano-Suite Pictures at an Exhibition des russischen Komponisten Mussorgsky, die schon von seinem Kollegen Maurice Ravel zum Orchesterstück gemacht worden war. ELP übernahmen das Konzept einer Wanderung durch eine Ausstellung (dargestellt durch ein immer wiederkehrendes musikalisches Motiv), die zu verschiedenen Bildern hinführt - und damit zu verschiedenen Songs. Das Ganze dauert etwas über 30 Minuten und gelangte nur als Liveversion zur Veröffentlichung. ELP interpretieren das Original erwartungsgemäß sehr frei - das Leitmotiv ist das Gleiche, einige der musikalischen Themen/Bilder - wie z.B. das Schlußstück The Great Gates Of Kiev oder The Hut Of Baba Yaga werden übernommen und variiert. Zwischendrin ergänzen ELP das Stück durch eigene Einschübe - hier eine kurze Gesangseinlage Lakes (The Old Castle), dahinter eine schöne dynamische Blues Variation, in der Keith Emerson (wieder einmal) zeigt, was für flinke Finger er hat. Obwohl - wie bei allen Alben ELPs - auch Pictures At An Exhibition stilistisch so uneinheitlich daherkommt, daß es manchen aus der Bahn werfen mag, hilft auf der anderen Seite das Gesamtkonzept, die drei egozentrischen Musiker bei der Stange zu halten. Zu ausgedehnten solistischen Einlagen kommt es entsprechend nicht. Die Liveatmosphäre ist recht enthusiastisch, und ich rechne es ELP hoch an, daß sie mit solchen Werken vielen Rockfans gezeigt haben, daß die Wurzeln des ProgRocks eben auch in der E-Musik zu finden sind. Als Zugabe wird nach einem vom Publikum natürlich kreischend mit Yes! beantworteten "Want some more music?!" eine dreiminütige Rockadaption des Nußknacker-Motivs aus dem gleichnamigen Tschaikowsky-Ballett geboten, die für mich persönlich zu den kraftvollsten Momenten ELPs zählt. Alles in allem: das Album MUSS man nicht mögen, aber es ist eine der sicherlich besten frühen ernstzunehmenden Begegnungen aus Rock und Klassik, von wahren Könnern mit Begeisterung umgesetzt. Der Sound erscheint mir dabei etwas weniger verwaschen als bei "Welcome back...", obwohl man auch hier durchaus bemerkt, daß die Bühnentontechnik 1973 bei der Musik ELPs an ihre Grenzen stieß. Leider ist das Album nicht sehr lang, aber wer es deswegen nicht kauft, verpaßt 37 der besten Minuten, die man von ELP zu hören bekommen kann.
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