Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Masken sind erwachsen geworden, 29. Mai 2004
Vor etwa zwei Jahren als die Band durch eine Mammut-Welttournee und zahlreiche Nebenprojekte (Sänger Corey Taylor und Gitarrist James Root belebten ihre alte Band „Stone Sour" wieder, Schlagzeuger Joey Jordison eiferte mit seinen „Murderdolls" Marilyn Manson und Billy Idol nach und Perkussionist und „Bandchef" Shawn Crahan überraschte wohl alle Slipknot-Fans gehörig, als er mit „To My Surprise" ein Klasse Pop-Album ablieferte) zerrüttet und zerstritten vor ihrer (scheinbaren) Auflösung stand, hätten wohl selbst die härtesten aller Fans nicht damit gerechnet, noch mal ein neues Album ihrer Helden in den Händen zu halten, geschweige denn ein Machwerk von solcher Qualität, wie es „Vol. 3 (The Subliminal Verses)" ist.Denn nach dem aggressiven, wilden Major-Debüt „Slipknot" und dem brutal harten Zweitlingswerk „Iowa" war es sehr ungewiss, in welche Richtung sich der Stil der neun Jungs aus dem ländlichen Des Moines entwickeln würde. „Vol. 3 (The Subliminal Verses)" ist unterm Strich eine Mischung aus den ersten beiden Slipknot-Scheiben und dem Stone Sour Album von Frontmann Corey Taylor kombiniert mit einem „Faktor X". Dieser Faktor war Produzentenlegende Rick Rubin (arbeitete u.a. mit so unterschiedlichen Leuten wie den Beastie Boys, Tom Petty, Run-DMC, Slayer, LL Cool J und Rage Against the Machine), der die Band für die Zeit der Aufnahmen in sein angebliches „Spukhaus" nach Los Angeles eingeladen hatte. Glaubt man den Bandmitgliedern, kann man die Auswirkungen der alten Villa auf ihren Sound sogar auf der Platte hören: So sollen Instrumente blockiert oder an anderer Stelle einfach weitergespielt haben! Nun aber genug der Mythen, wie sieht es denn mit der eigentlichen Musik aus? Die erste Single „Duality" sollte ja Dank umfassender Beschallung von Viva und MTV schon jeden Gehörgang erreicht haben. Für diejenigen von Euch, die den letzten Monat unter einem Hinkelstein verbracht haben: „Duality" ist ein hervorragend konstruierte, eingängige Radio-Single, die Corey's neuen, „erzählenden" Gesangsstil einführt und mit einem poppigen Refrain mit Ohrwurmcharakter à la „Wait And Bleed" zu begeistern weiß. Für Fans ebenfalls bekannt, da vorab schon auf der Roadrunner-Website zu bekommen: „Don't Get Close" (eine Hymne für den „typischen" Slipknot-Fan, die stark auf Verzerrereffekte setzt) sowie eine weitere „Ode an die Fans", „Pulse of the Maggots". Dieser Knaller wird Makabererweise von Fliegersirenen eingeläutet bevor Corey eine Führergleiche „Volksansprache" an seine Fans, die „Maggots" (Maden) richtet. Slipknot haben ja in der Vergangenheit schon mit der Nazi-Thematik herumgespielt und auch auf diesem Song, der mit stampfendem Beat (= Marschgeräusch) und von Rammstein geborgten Jubelstürmen daherkommt, verfehlt sie ihre Schockwirkung nicht. Doch all das ist sowohl musikalisch als auch inhaltlich nur das Aufwärmprogramm für einen phänomenalen Dreiteiler bestehend aus „Vermillion Pt. 1 & 2" und „Nameless", der die kranke Liebesgeschichte eines Triebtäters erzählt. „Vermillion" macht dabei den Anfang und kreiert mit unheimlichem Gesang und schauriger Instrumentation von Beginn an eine Gänsehautatmosphäre. Ein phänomenaler Gesangspart in der zweiten Hälfte des Songs sowie ein sehr gut funktionierendes Gitarrensolo (wann hatte man das schon mal bei Slipknot?) lassen alle Bandmitglieder ihre Stärken maximal einbringen und machen „Vermillion" zum vielleicht stärksten Slipknot-Song überhaupt. „Nameless" hingegen wird durch eine Stakkato-Gitarre und treibende Drums angetrieben und hier wird wohl jedem Hörer die Kinnlade runterklappen, wenn Corey vom härtesten Schreien plötzlich nahtlos in den sanftesten Refrain überhaupt übergeht! „Vermillion, Pt. 2" schließlich ist eine Akustikballade (!) mit Gitarre und Klavierbegleitung die von Corey und James Root teilweise zweistimmig gesungen wird und wenn man es nicht besser wüsste, auch glatt von den Eagles sein könnte! Doch das ist noch nicht alles: So verwandelt sich „Circle" nach einem merkwürdigen Intro (ähnlich einem alten, rumspinnenden Kassettenrekorder) in eine weitere wunderschöne (!) Ballade mit Akustikgitarre in der Corey einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass er sich gesanglich nicht nur mehrere Stufen über jedem Metal-Sänger befindet, sondern sich sogar vor einem Paul McCartney nicht zu verstecken bräuchte! Sogar ein wenig Klavierspiel kommt gegen Ende hin vor (!!!), bevor eine Drum Machine einsetzt und der Song wieder verschroben endet. Slipknot gebührt auf jeden Fall maximaler Respekt, einen solchen Song mit aufs Album zu nehmen! Zusammenfassend kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sich Slipknot mit diesem Album auf dem absoluten Metal-Olymp festsetzen werden. Von der Technikseite betrachtet, verfügten alle 9 Mitgleider schon immer über herausragende Fähigkeiten (besonders hervorzuheben sind hier natürlich Corey als Sänger und Joey am Schlagzeug, die beide absolute Kapazitäten in ihrer Zunft darstellen). Den Gitarristen Mick Thompson und James Root wird allerdings erstmals durch eingestreute Soli mehr kreativer Freiraum gegeben und die breitere Facette von Brechern im alten Stil („Blister Exists", „Three Nil", „Welcome") bis hin zu den erwähnten Balladen sorgt dafür, dass es auf diesem Album in keiner Sekunde langweilig wird. Mit Slayer im Vorruhestand und Sepultura nur noch als blasser Schatten seiner selbst, steigt Slipknot zu Metallica als die einzigen verbliebenen Metal-Supergruppen auf.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Weiterentwicklug der Keule, 13. Juni 2004
Einst hieben sie mit einer groben Keule [+5 :) ] auf uns ein und nannten ihre Fans Maden. Das hat bis auf ein paar Moralwächter niemanden gestört. Mit dem neuen Album taten sie in den Augen vieler Fans etwas viel Schlimmeres: Sie machten anspruchsvolle Musik. [Doch gerade das macht sie doch eben erst im Crowleyschen Sinne so diabolisch!]Klar, der alte Slipknot-Flair ist verloren gegangen. Jede anderslautende Behauptung würde ich sofort als krampfhaften Erinnerungs-Konservierungs-Versuch bezeichnen. Die neue Scheibe ist nicht "Slipknot", allein der Sound ist an manchen Stellen, dank Rick Rubin (---> auch bei Beastie Boys, Lümp Büzküt u.a. an den Relgern) fast Clawfingermässig steril und die vielen ebenso experimentellen wie auch emotionalen Balladen und ruhig-rockigen Songs [01 "Prelude", 06 "Circle",10 "Before I Forget", 11 "Vermillion" und 14 "Danger - Keep Away"] machen Slipknot 3TSV zu einer völlig neuen, gewöhnungsbedürftigen Erfahrung. Auch das Songwriting hat sich verändert, ist spielerischer, experimenteller, vielschichtiger geworden. Auf jeden Fall richtig ist, dass auf den ersten bis dritten Blick die Wucht verloren geht, die Brett-Songs wie zum Beispiel "666 the Heretic Anthem" oder "My Plague" hatten. Aber gerade das ist doch irgendwie im Geiste Slipknots, sie sind nicht die Maden, das sind immernoch ihre gebeutelten Fans. Sie werden sich doch nicht von den Fan-Erwartungen das Album diktieren lassen. Ein 16jähriger Bengel aus Hintertupfingen mit seinem eindimensionalen Musikgeschmack hat überhaupt nichts zu melden. Ausserdem: Pure Brutalität ist nicht immer angebracht, um in der Evolution ganz nach vorne zu kommen. Die blutige, grobe Keule mag einst so manchen Schädel zertrümmert haben, aber ein sauberes, unscheinbares kleines Sturmgewehr ist um einiges wirkungsvoller. Hier spielt sich die Macht, die Wucht, die eindrucksvolle Energie auf anderen Ebenen ab. Die muss man sich als Hörer nun erschließen. So ist der viel gescholtene (trotzdem oft und gern gehörte Single-Auskopplugs-Radio-tauglich-Song 04 "Duality" ein wirklich wunderbares Stück Musik, das es wie auch "Wait And Bleed" (Album "Slipknot" 2000) auf Platz 04 der Tracklist steht könnte Absicht gewesen sein, denn dieser Song war damals auch derjenige, der die Massen, die Nicht-unbedingt-Fans angezogen hatte, bei WOM tummelten sich damals Girlies vor der Single Wait and Bleed! Der Track 02 "The Blister Exists" ist hart und geil, da kann man nichts meckern. Man könnte sagen, dieser Song ist mit seiner Marschmusik-Snare vs. Metal ein brillianter Versuch, das gesamte Genre aufzumischen. Für mich ein gelungener Versuch. 03 "Three Nil" kommt etwas unmotiviert rüber. Ist alles in allem hart, mit allen Gesangsfacetten, hat so seine Schwachstellen. 04 "Oprium of the People" ist ebenso etwas schwachbrüstig, wenn auch nicht gerade soft. Man sollte dem Text mehr Aufmerksamkeit schenken, dann gewinnt der Song. Extra erwähnenswert ist noch Track 07 "Welcome", der meiner Meinung nach härteste Song des Albums, konsequenterweise auch der kürzeste. Hart und kurz haben immer schon gut zusammengepasst :) FAZIT: Slipknot 3TSV verlangt vom Hörer auf jeden Fall stete Aufmerksamkeit und vom eingefleischten Fan Entwicklung. Danke dafür! Zum Trost gibt es ja auch noch songs wie 09 "Pulse Of the Maggots", die in fast alter Manier die Fresse polieren. Slipknot kratzen gewaltig am Thron der Metal-Götter, dazu müssen sie zwangsläufig auch unter stilistischen Windungen, Schmerzen, letztenendes durch ihre eigenen Verpuppungen gehen. Wer jetzt denkt, Slipknot sei tot, der ist nur nicht in der Lage, den Brummer zu erkennen, wo vorher eine - na? eben! - Made war.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Maskenmänner entwickeln sich., 4. Juni 2008
Slipknots drittes Album ist anders als die beiden Nu Metal-lastigen Vorgänger. Man fühlt sich sogar teilweise an die Band Stone Sour (Nebenprojekt von Corey Taylor und James Root) erinnert. Nicht nur das die Neun Jungs die Härte vom Vorgänger vermissen lassen, nein, hier sind sogar Balladen(!) vorhanden. Gerappt wird auch nicht mehr und Nu Metal ist das ganze Album schon mal gar nicht. Insgesamt erinnert nur noch sehr wenig an die Vorgänger was aber nicht schlecht sein muss. Joey Jordison knüppelt immer noch ordentlich die Gehörgänge des Zuhörers frei, die Gitarristen wummern harte Riffs und spielen (endlich) ein paar Soli. Nur der Dj wirkt an manchen Stellen fehlamplatze. Auch die Percussionisten haben fast nix mehr zu tun und bei Corey Taylor hört man leider was Jahre des Schreiens mit der Stimme anstellen. Man wünscht sich eigentlich die ganze Zeit das er mehr singen würde, damit man das Atemlose gekreische nicht mehr ertragen muss. Allerdings sind das nur kleine Schönheitsfehler über die man hinwegsehen kann.
Obwohl Slipknot lang nicht so hart sind wie auf Iowa (was auch schwer zu übertreffen ist) und lang nicht so psychotisch wie auf dem Debüt muss man nicht denken das die Jungs total verweichlicht sind. Nummern wie "Blister Exits", "Three Nil", "Welcome" und "Duality" zeigen das die Slipknot einen immer noch an die Wand knüppeln können, wenn auch anders als auf den Vorgängern. Dann gibt es noch ruhige Lieder wie "Prelude 3.0", "Circle", "Vermilion, Pt. 2" und "Danger", die ich aber allesamt für äußerst gelungen halte. Man muss sich zwar erst an die cleanen Gitarren gewöhnen, aber es sind richtig gute, unkommerzielle Balladen.
Auf der zweiten CD sind zwei B-Seiten-Tracks, vier Live-Songs und zwei Alternative-versionen von "Vermilion" und "Danger" enthalten. Die B-Seiten sind sehr gut und es ist schade das sie es nicht aufs Album geschafft haben. Gerade "Scream", ein Lied über die Band selbst, finde ich sehr gelungen. Die Remixe kann man sich bis auf "Vermilion" eigentlich schenken und die Live-Songs zeigen einfach das Slipknot ne gute Live-Band sind, auch wenn Corey auf den neueren Songs etwas schwächelt.
Titelbewertung:
Prelude 3.0 (4/5)
The Blister Exits (5/5)
Three Nil (5/5)
Duality (5/5)
Opium of the People (4/5)
Circle (5/5)
Welcome (4/5)
Vermillion (3/5)
Pulse of the Maggots (4/5)
Before I Forget (5/5)
Vermilion, Pt. 2 (5/5)
The Nameless (4/5)
The Virus of Life (2/5)
Danger-Keep Away (5/5)
Bonus CD:
Don't Get Close (4/5)
Scream (5/5)
Vermilion (Terry Date Mix) (4/5)
Danger-Keep Away (Full-Length Version) (4/5)
The Blister Exits (Live) (5/5)
Three Nil (Live) (5/5)
Disasterpiece (Live) (5/5)
People=Sh*t (Live) (4/5)
Fazit:
Abgesehen von ein paar Schwachpunkten legen Slipknot hier wieder mal ein klasse Album ab. Insgesamt nicht so ein Krachalbum wie die beiden Vorgänger, sondern viel musikalischer. Ich persönlich finde diese Entwicklung von Slipknot genau richtig. Vol. 3 ist auf jeden Fall den Kauf wert. Die Bonus CD ist eher was für Fans und Maggots, gerade wegen des sehr guten "Screams". Wer also kein Interesse an den Extras hat sollte sich dieses Album lieber einzeln besorgen.
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