Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
herzblut........, 19. September 2009
ein großes, ein ganz wichtiges dylan-album!
angefüllt mit großartigen songs mit nicht eingängigen, aber unverzichtbaren melodien, die mal elektrifiziert, mal akkustisch dargeboten werden, ein album voller dringlichkeit, eines, das wohl auch unbedingt gemacht werden mußte.
ich orte schon auch die melancholie, die vielerorts angesprochen wird, finde aber, dass diese doch von einer überschäumenden lebensfreude überstrahlt wird (zb. meet me in the morning), die am ende memorabler bleibt als die zweifellos vorhandenen momente der finsternis.
von der substanz der ersten dylan-phase deren ende wohl das großartige "highway 61 revisited" markiert, ist das schon weit weg und dylan hat sich - wie aber eigentlich bei fast jedem seiner alben - neu erfunden und wie immer passt das, trifft mitten ins herz und bewegt auch ein wenig die beine. dylan ist oft sehr eindringlich, aber selten mit so einer kompaktheit und gleichmäßigen verteilung auf ein ganzes album.
es gibt wohl kein wirklich bestes album von his bobness, zumindest keines, bei dem sich alle einig wären. zu den zehn, wenn nicht fünf besten zählt dieses aber auf jeden fall und darüber herrscht offenbar auch absolute einigkeit, wenn ich mir die anderen rezensionen so durchlese...
auch der sound ist - vor allem bei den akkustischen stücken - schlackenlos, räumlich und nähe aufkommen lassend. vielleicht wäre ein wenig mehr dynamik oder eine bessere belichtung mancher instrumente machbar gewesen. in summe passt aber alles perfekt und irgendwie soll und muss das genauso klingen, wie es das tut.
wenn ich sagen müßte, was man denn an diesem album überhaupt anzuschwärzen könnte, würde ich die vielleicht für dylan zu glatte und perfekte produktion nennen. die band hält den takt, bleibt auch immer ganz brav und so gleitet diese musik dahin, wo sie auf anderen alben poltert. aber das kann man genausogut als fettes plus sehen, reine ansichtssache.
und: es ist zu kurz! mal hineingesackt, könnte das noch lange so weiterspielen!
klare fünf sterne und ein must have!
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das schönste von Bob: Ein herzensbrecher für die ewigkeit., 23. April 2005
Von Ein Kunde
Mit dem (trotzdem wunderbaren) frühwerk hat dieses album kaum mehr zu tun. Aller sturm und drang, alle kaltschnäuzigkeit und das ungebremste draufgängertum des jungen Dylan scheinen auf "blood on the tracks" äonen entfernt. Stattdessen liegt hier in den besten songs eine geradezu unmöglich geglaubte melancholie, die von tiefster erschütterung über die enttäuschungen des lebens gleichermaßen zeugt wie von einer weit darüber hinaus gehenden, rückhaltlosen liebe zu diesem leben und den menschen, die es mit sinn erfüllen. Es spricht aus ihnen eine jenseits der zeit und der dinge liegende weisheit, die das schlichte album von 1975 urplötzlich, immer wieder ganz, ganz groß werden lassen. Dabei bedarf es nicht einmal der texte, um sich von dieser nahehin kathartischen zerbrechlichkeit der lieder ergreifen zu lassen. Allein die kraft der musik transzendiert die zehn versammelten songs in eine ferne, dass man als hörer weit vom gegenwärtigen selbst wegzutreten und für augenblicke hinter die fassade des daseins zu blicken glaubt - freilich nur für augenblicke, deren flüchtigkeit aber wunderbare verheißung in sich trägt: Was hier vom ich bleibt, ist die bedingungslose hingabe an seine mitmenschen. Damit hat Dylan ein album von kaum in worte zu fassender ausstrahlungskraft, von einer wärme und versöhnlichkeit geschaffen, wie es lediglich ganz wenig andere musiker auch nur für die dauer von ein, zwei songs vermocht haben. Es ragen heraus der gerühmte opener 'tangled up in blue' wie das gleichermaßen epische 'lily, rosemary and the jack of hearts', noch mehr aber die drei bezauberndsten, bezwingendsten stücke: 'simple twist of fate', 'you're gonna make me lonesome when you go' und das schier himmlische 'buckets of rain'.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
emotionaler Höhepunkt einer Musikerkarriere, 23. August 2004
"Blood on the tracks" ist aus meiner Sicht eines der besten Dylan-Alben aller Zeiten. Auf jeden Fall ist es das emotionalste und melancholischste von allen; logisch, denn der Interpret verarbeitet hier seine vorangegangene Scheidung in 10 Klasse-Songs, die als Gesamtwerk einen klaren roten Faden erkennen lassen. Der Auftakt "Tangled up in blue" ist ein Song voller Temeprament und weiser Melancholie zugleich. Der akustisch-geprägte, von einer dezenten Orgel unterlegte Sound ist wunderschön und verleiht dem Stück eine eigentümliche Wirkung. Der Text ist ebenso wunderschön wie die Melodie, und somit kann man sich einen besseren Auftakt gar nicht vorstellen. "Simple twist of fate" ist von einer ähnlichen Emotionalität, diesmal jedoch in Form eines reinen Akustik-Gitarrenstücks vorgetragen. Diese konzentrierte Berg- und Talfahrt der Gefühle und komplizierten wie schlüssigen Texte wird vom dritten Stück, "You're a big girl now" etwas abgefedert; man wird zum Dahinschwelgen eingeladen. Doch das hält nur kurz an, denn der folgende Song "Idiot wind" ist sicherlich der bitterböseste, Hassliebe ausstrahlende Song, den man sich vorstellen kann. Ob man sich durch ihn befreit fühlen oder doch eher weinen soll hängt immer von der aktuellen Stimmung ab. "You're gonna make me lonesome when you go" ist im Gegensatz dazu ein positive Gefühle ausstrahlendes Machwerk, und für mich, nach mehrmaligem Hören, zu einem absoluten Höhepunkt nicht nur dieses Albums, sondern auch Dylan's Gesamtwerkes avanciert. Der Text plätschert über eine harmlos erscheinende, genial einfache Melodie, aber wie schön der ist, und wie genial er KLINGT, ist gar nicht zu fassen: "Flowers on the hillside bloomin crazy/Crickets talking back and forth in rhyme/Blue river running slow and lazy/I could stay with you forever and never realize the time..." "Meet me in the morning" ist eine locker-flockige Blues-Nummer, die nicht wirklich ins Bild von "Blood on the tracks" passt, aber als kleine Abwechslung für zwischendurch nicht schadet. Es folgt eines von Dylan's undurchdringlichen Epen: "Lily, Rosemary and the Jack of hearts"; mit bittersüßer Meldie. Ein wunderschönes, einer verflossenen Liebe nachtrauerndes Lied ist "If you see her, say hello"; Herzschmerz und Melancholie pur, aber kein Kitsch, sondern wahre Emotionen. "Shelter from the storm" ist für mich der absolute Höhepunkt des Albums. Schöneres Songwriting kann es nicht geben, vor allem, da das Lied musikalisch einfach gehalten, aber trotzdem sehr ausdrucksstark vorgetragen wird. "Buckets of rain" bildet den Abschluss zu dem vielleicht nicht ganz besten, aber sicherlich schönsten und gefühlvollsten Album, das Bob Dylan oder überhaupt irgendein Musiker jemals veröffentlicht hat.
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