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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Klasse für sich!, 28. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Colors - Farben der Gewalt (DVD)
Colors ist ein Cop- Thriller der besonderen Art. Vom Inhalt ähnlich wie Menace II Society und Boyz 'n' the Hood, wird die Geschichte in diesem Streifen aus Sicht der Polizisten Hodges (Robert Duvall) und McGavin (Sean Penn) erzählt. Anders als in den erwähnten Filmen, dreht sich die Geschichte nicht ausschließlich um die Gangs, sondern vielmehr um den Bereich der Cops. Während Hodges ein eher ruhiger und besonnener Vertreter seines Fachs ist, ist der junge McGavin (noch) ein echter Heißsporn, der sich schnell einen Ruf als harten Hund erarbeitet. Aus diesem Grund wird nun auch auf ihn seitens der Gangmitglieder Jagd gemacht, in die er letztlich auch seinen alten Partner Hodges hineinzieht.Ein grandioser Film, der sich deutlich von anderen des Genres absetzt. Gerade Sean Penn blüht in der Rolle des brutalen und unerfahrenen Cops auf. Aber auch Robert Duvall besetzt seine Rolle vorzüglich. Für dieses Werk spreche ich eine unbedingte Empfehlung aus.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Vater Bulle und Sohn Bulle, 13. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Colors - Farben der Gewalt (DVD)
Kennen Sie das noch von Otto Waalkes? Vater Bulle und Sohn Bulle stehen auf einem Hügel und sehen im Tal eine Kuhherde. Sohn Bulle ruft: "Hey, Papa, wir rennen runter und bu---- ein paar Kühe." "Nein", sagt der Vater, Wir GEHEN runter und bu---- sie ALLE." Diese Geschichte gibt es also auch in den USA, wie wir metaphernreich in "Colors" erfahren: Mit Besonnenheit, so der ältere Cop eines Zweierteams (Robert Duvall), könne man mehr erreichen. Hitzkopf Sean Penn glaubt das nicht...
Die Bullen-Metapher (im Deutschen funktioniert die bei Polizisten natürlich noch besser als im Original) dient als Leitlinie und Klammer dieses Films über Bandenkriminalität in L.A., der sich erzählerisch bewusst im Kreis dreht. Es gibt zwar eine Haupthandlung, aber Regisseur Dennis Hopper ist Realist genug, um zu sagen, dass das beherzte Eingreifen einer Spezialeinheit das Bandenproblem nicht lösen wird. Am Ende ist es Sean Penn, der die Bullengeschichte einem neuen, hitzköpfigen Partner erzählt. Mit Eile erreicht man gar nichts, indes: Ob man mit Besonnenheit mehr erreicht, hinterfragt der Film ebenso, der damit ein trostloses und vermutlich wahres Bild der Slums von L.A. entwirft. Auch wenn die Haupthandlung gelegentlich auf der Stelle tritt, ist es irgendwie stimmig, dass der Erzählfluss ab und an genauso sinnfrei abhängt wie die zahllosen Gangmitglieder in Tunneln und Straßenecken, in die man sich lieber nicht allein bei Nacht begibt. Ich erinnere mich, 1988 gelesen zu haben, dass die Hintergründe recht genau recherchiert waren (60.000 Bandenmitglieder allein in L.A., die mit gefährlichen Handfeuerwaffen aller Art kämpfen); was sich seitdem getan hat, weiß ich nicht. Aber der Film gibt ein authentisches Bild davon, was sich aus Dummejungenstreichen entwickeln KANN (freilich nicht muss). Und er vermittelt ein überzeugendes Bild von der sozialen Situation, die dazu führt, dass die Kids keine andere Perspektive haben, als in ihrem Vierteil rasch aufzusteigen und nach dessen Gesetzen zu leben. Gleichzeitig verkitscht und verherrlicht er nicht. Er zeigt die Dinge eher, anstatt zu dozieren, flicht aber in diversen Dialogen seine Zustandsbeschreibung recht geschickt ein, ohne Zeigefinger. Es sind die Gangster und Cops selbst, die reden, und sie sind alle nicht perfekt, es gibt nicht den Dozierenden in Form eines weisen Richters oder als wer auch immer. Selbst ein Priester, der in anderen Filmen gelegentlich die Aufgabe des Moralpredigers übernimmt, ist hier von Rachegelüsten beseelt.
Am besten ist der Film immer, wenn er Bilder in Schwenks und Zooms aus der Luft heraus zeigt. Hier gelingt Hopper die Beschreibung einer Topographie des Elends, gleich zu Beginn, wenn wir während der Credits aus der Seitenscheibe heraus die Viertel sehen, durch die ein Streifenwagen fährt. Sie werden immer trostloser. Wenn gelegentlich die Kamera die Position eines Polizeihubschraubers einnimmt, zeigt sie topographisch genau, wie dicht die glänzende Skyline und die Slums beieinander liegen. Durch die Vogelperspektive bekommt man einen Eindruck, wie sich die schäbigen Häuser und Straßen in die Stadt einfügen oder eben nicht einfügen, wie sie mit der Fassade kontrastieren und in eine Steinwüste eingepflanzt sind, die das Elend am liebsten verstecken und einsperren will. Merke: Das sieht so aus, als handele es sich um eine abgeschlossene Welt, in der alle alles untereinander regeln, und darum geht es ja auch. Die wenigen eingeflochten Überblicksaufnahmen können also keine wohlige Distanz schaffen, sondern machen noch stärker fühlbar, wie verstrickt die "Jungs" in ihrer Umgegend und in ihrem Milieu sind. Das Ganze kontrastiert mit einer immer hart am Geschehen filmenden, teils subjektiven, oft beweglichen Kamera. Diese Ästhetik ist möglicherweise an dem Regisseur Robert Wise orientiert, der oftmals so gearbeitet hat; wegen des Themas mag seine filmische Umsetzung der "West Side Story" das nächstliegende Vorbild sein. Es wird auch bei Hopper klar: Niemand kann entkommen.
Ein paar seltsame Schwächen hat der Film allerdings, die ihn den fünften Stern kosten: Eine Vokuhilafrisur von Manuela Conchita Alonso und den Elektropop mit dem Charme von Klospülungsgeräuschen mag man noch als 80er-Stilsünden durchgehen lassen. Deutlich bedauerlicher ist, dass Hopper in der Polizisten-Handlung immer wieder ein paar Klischees und Versatzstücke zuviel drin hat. Das Motiv des Hitzkopfs und des besonnenen Polizisten ist nicht gerade neu, und in den Actionszenen setzt Hopper ein bißchen zu oft auf vordergründige Effekthascherei, was dem Thema und dem gelungenen Rest des Filmes nicht angemessen ist: Bei einer Verfolgungsjagd überschlagen sich Autos in Zeitlupe und explodieren ein bißchen zu spektakulär; ein Gangster fliegt ein bißchen zu artistisch in Zeitlupe in ein Glasfenster und über einen Tisch; die anschließende Prügelei in einer Küche zeigt zu reißerisch, wie die Kontrahenten mit Schmackes in Essenssachen segeln und Töpfen mit kochendem Wasser ausweichen müssen (oder dies eben nicht mehr können). In solchen Szenen ist "Colors" nur ein 08/15-Actionfilm à la Joel Silver oder Jerry Bruckheimer. Schade - aber ansonsten ein gelungener, realistischer, harter Streifen.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hervorragender Film, 29. Juli 2001
Von Ein Kunde
Endlich einmal ein Film, in dem die Hauptdarsteller nicht überlebensgroße Helden sind, sondern Menschen mit Ecken, Kanten und Schwächen. Dieser Film hat eine glaubwürdige Story und sehr gute Darsteller. Kurz um, ich empfehle diesen Film allen, die auf gute Actionfilme mit Handlung stehen.
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