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5.0 von 5 Sternen
Orchestral Black Metal at its Best, 18. Juni 2006
"Tvangeste" bedeutet eine russische "Black Metal"Gruppe mit starkem klassischen Einfluss, bestehend aus Michael "Miron" Chirva (voc), dessen Ehefrau Naturelle Chirva (keys), Nikolay Kazmin (guit), Victoria Koulbachnaja (keys, flute), Vanoe Mayoroff (bass), sowie Ekaterina (vio), Olaa (fem. voc) und Cezar "Czarek" Mielko (drums), welche nicht als offizielle Bandmitglieder angeben, jedoch im Booklet angeführt werden. Desweiteren wird "FireStorm" vom "Baltic Symphonic Orchestra" und dem "Prussian Chamber Chor" unterstützt.
Textlich widmen sich "Tvangeste" der preußischen Geschichte. Dies jedoch in weniger aufklärendem als wütendem Sinne, der sich gegen einstige Übergriffe auf den Landstrich richtet.
Bereits das Geigen-Intro beginnt mit einer wundervoll, sich wiederholenden und irgendwann durch Solistin Ekaterina ergänzten Melodie, die das Flair winterlicher Sonnenaufgänge hervorruft. "Under the Black Raven's Wings" wird, passend zum Titel, mit dem Ruf eines Rabes eingeläutet und zeigt alle Merkmale der Band auf:
Sänger Mirons krächzendes, teilweise histerisch heiseres Organ, das stellenweise gar in Dani Filth'sche Gefilde rückt, klassische Klavier- und Streichermelodien, Chor-Einlagen, druckvolle Gitarrenwände, Double-Baselastiges Schlagzeug und alles in allem viel Abwechslung. Was während der knapp 6 Minuten geschieht, erlebte ich bisher nirgends annähernd so passend und wohlklingend. Gar eine Sängerin höherer Stümmgefilden teilt sich Zeilen mit Miron.
"Birth of the Hero" startet noch klassischer, was am zahlreicheren Einsatz des Kammerchores zu merken ist, hingegen aber auch wütender, eindringlicher. Im Gegensatz zum sonstigen Verfahren werden hier mehrere Teile wiederholt, was aber der Abwechslung keinerlei Abbruch beschert.
Das vierte Stück, "Fire in Our Hearts", bietet einen quasi-Refrain, der keiner ist, da er lediglich einmal stattfindet und Gruppenkrächzen im wohlklingendsten Stile liefert. Die Geigen untermalen hierbei den Gesang passend und klassisch geht es auch nach knapp einer Minute weiter, wenn der Flöte ein Solo-Part erlaubt wird.
Zu "Perkuno's Flame" steuert Miron erstmalig intensiv hysterischen Gesang, der fern an Harpyien und ferner an genannten Frontmannes der Mannen um "Cradle of Filth" erinnert. Klavier und Geigen verwachsen zu einer Einheit, und wieder folgt nach - diesmal etwas mehr als - einer Minute ein Solo-Part (letzteres Instruments), welcher vom Rauschen des Meeres zum Träumen bittet, bevor Orchester und Schlagzeug die Idylle unterbrechen und die Gitarren schier sanft ins nächste Kreischgewitter und einen Melodieumbruch leiten. Sekunden später sieht man sich im Zimmer eines klassischen Komponisten, der eben sein neues Stück am Klavier preisgibt.
Das manchem evtl. bereits aus der "Legacy" bekannten "Godless Freedom" beginnt mit gewohntem Gitarrensturm und dem Kammerchor, der dem Sänger nach wenigen Sekunden das Feld räumt und erneute Hysterien dieses entfesselt. Während Schlagwerk und Stromfresse durch feindliche Linien preschen, fallen vor allem das verträumte Klavier, sowie Solo-Parts der Teil-Sängerin auf bis der Gifpel des Feuerberges mit einem letzten Kampfschrei der Krächztruppen fällt.
Für's Erste.
Das vorletzte und wie "Fire in Our Hearts" ebenso teilweise Albentitelprägende Stück "Storm" nehmen Trauerschwälle des Orchesters in Empfang, um das über 7minütige Lied einzuläuten. Wieder erklingen Chöre, Solistinnen, Geigen und wieder stellt sich dem eine "Metal"Wand gegenüber, die Frontkreischer Miron in den Rachefeldzug führt. Diesmal wird man stellenweise gar verblüffend intensiv an Herrn Shagrath aus "Dimmu Borgir" erinnert, der ebenso des Öfteren sein Organ computer-technisch verändern und im Hintergrund Geigen und zuletzt der Chor eine "Horror"typische Atmosphäre aufbauen lässt. "Love and respect your friends - and let your enemies ..." - man erinnert sich an das, was die Vorderseite des Booklets spricht - "... DIE!".
"Tears will Wash Off the Blood from My Sword" bietet neben eines recht langen Namens Unterhaltung en masse. Da rufen Chöre zu letzter Hoffnung, da hämmern Instrumente und Sänger synchron, da schließt eine Stimme, wie sie eines unterirdischen Märchenerzählers sein könnte, diese CD ab, während man zuletzt die Melodie des Intros wieder aufgreift - nannte ich in diesem Schrieb bereits "Rhapsody"? - und zum Drücken des "Repeat"Knopfes zwingt. Der Kreis-Effekt.
Fazit: Vor Ideen strotzendes "Orchestral Black Metal"Werk, das Fans von "Dimmu Borgir" und "Therion" ansprechen könnte. Lediglich die Eingängigkeit leidet etwas.
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4.0 von 5 Sternen
*, 12. Januar 2004
Mir ist es zwar schleierhaft, wie man sich so wie der Sänger singt nicht die Stimme ruiniert, aber das ist seine Sache oder die der Elektronik. Mir gefällt der Rhythmus, der einen durch die CD zieht. Die Musik ist etwas für die dunklen Stunden, um sich der eigenen Schwärze bewußt zu werden!
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