Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wirkt erst beim zweiten Mal, 27. September 2006
Es gibt viele Liebesgeschichten: Leidenschaftliche, komplizierte, zärtliche, kitschige oder aber auch unmögliche. Aber ich muss gestehen, dass ich am Liebsten die mag, in denen sich mindestens einer der beiden Beteiligten schwer damit tut, zu erkennen, dass er die Liebe seines Lebens getroffen hat oder dass er überhaupt verliebt ist. Genauso ist es bei diesem schönen, leisen Film aus Frankreich, in dem der 17-jährige Protagonist Vincent, ansonsten eigentlich ein aufgewecktes Kerlchen, erst hemmungslos verführt werden muss um endgültig aufzuwachen und seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.
Wenn man sich den Film zum ersten Mal ansieht, wirkt er etwas langatmig. Das liegt nicht an einem schlechten Drehbuch oder Stil, sondern an der Tatsache, dass Franzosen, anscheinend auch wenn sie noch Teens sind, alles totdiskutieren können, inklusive ihrer Gefühle, und zwischenmenschliche Beziehungen auch sonst recht sachlich betrachten. Nach einem unbeschwert leichten Anfang (wobei auch hier schon 16jährige Prosa zitieren) driftet der Film also zunächst in Woody-Allen-mäßige Dimensionen ab: Genauso nüchtern und höflich wie er mit seiner bezaubernden kleinen Freundin Noemi umgeht, ist es für den bereits erwähnten Vincent selbstverständlich, nach der Schule heimlich einen jungen Mann zu besuchen und mit ihm Sex zu haben. Obgleich er dabei eine größere Leidenschaft an den Tag legt als im Bett seiner Freundin, laufen beide Sachen für Vincent eher unterkühlt. Er mag Noemi, aber eher als Schwester und beste Freundin. Und er ist frustriert über seine Nachmittagsschäferstündchen, frustriert über sich selbst, weil er lieber alle in seinem Umfeld belügt, als den Mumm zu haben, sich zu outen. Alles ändert sich schlagartig, als da plötzlich dieser dunkelhaarige, braunäugige, unverschämt gut aussehende Typ in seiner Schule auftaucht. Benjamin ist ein Freigeist und Denker par excellence und baggert Vincent gleich vom ersten Moment ganz offen an und so natürlich, als wäre es das Normalste von der Welt. Was es ja eigentlich auch ist. Erst dieser charmante Benjamin schafft es, Vincent aufzuwecken
Wie gesagt: Gibt man diesem Film eine zweite Chance, dann erlebt man eine wunderbare Geschichte mit leisen Tönen und ganz viel Gefühl. Man muss ihn sich in Ruhe ansehen und viel Zeit mitbringen, dann erst entfaltet sich sein Zauber. In ruhigen Bildern, mit wenig, aber schöner Musik und stimmungsvollen Dialogen entfaltet sich ein Portrait über einige außergewöhnliche und doch stinknormale Jugendliche. Die charmante zentrale Liebesgeschichte wird nicht breit getreten und vielleicht etwas vernachlässigt, aber hier geht es auch eher um die Emanzipation des Protagonisten. Ansonsten aber lässt der Regisseur jedem der Hauptcharaktere genug Zeit und Raum, sich zu entwickeln und dem Zuschauer zu öffnen, was einfach nur eine Wohltat ist. Unübersehbar ist auch, dass der Mann wohl mal "Beautiful Thing" gesehen hat und mächtig davon beeindruckt war, denn manche Szenen wirken wie eine süße Hommage an den britischen Film: Der Dialog von Mutter und Sohn in seinem Schlafzimmer, der boxende, arbeitslose Bruder, das erste tete-a-tete von Vincent und Benjamin, das Fangen spielen im Wald bzw. hier Park.
Getragen wird der Film von dem großartig agierenden Julien Baumgartner, der Vincent mit einer Prise Ironie und trockenen Humors spielt, lebendig, jung und unwiderstehlich. Seine Filmpartnerin ist wirklich einfach nur bezaubernd und außerdem sehr sinnlich und sexy. Jeremie Elkaim, den meisten wohl eher bekannt aus "Presque rien Sommer wie Winter" ist hier nicht ganz so sexy wie in dem Sommerfilm, aber immer noch ziemlich verführerisch. Und die Tatsache, dass er und Julien kurz vor diesem Film gemeinsam eine American-Pie Komödie gedreht haben, macht das Beobachten ihres Zusammenspiels umso reizvoller.
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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein sehr ausgewogener Coming Out Film, 31. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Beim ersten mal gefiel mir der Film zunächst nur mässig, doch als ich ihn ein zweites mal sah, war ich in der Lage mich von den Untertiteln zu lösen und mehr dem französischen gesprochenen Wort zu folgen. Es tat sich ein Film von grosser Tiefe und Ernsthaftigkeit auf, der das Thema in grosser vielschichtigkeit und nur stellenweise mit Klischees angeht. Die Hauptdarsteller (insbesondere der schon aus "Sommer Wie Winter" bekannte Jeremie Elkaim) beeindrucken sehr.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine nette und amüsante Geschichte aus Frankreich, 11. Februar 2005
Von Ein Kunde
Vincent, Musterschüler und Leistungsschwimmer seiner Klasse und Schule wird bewundert, vor allem von seiner Freundin. Keiner weisst, dass er eigentlich mit Mädchen nichts zu tun haben möchte, und dass ab und zu nach der Schule zu seinen Lover geht.Da kommt ein neuer in die Schule, Benjamin. Er bringt nicht nur alles durcheinander, sondern er outet Vincent. Benjamin selbst ist in unklaren über seine eigenen Gefühle. Der Rest ist eine Kette von verwicklungen. Vincent entscheidet sich aus seinem bisherigen Lebensart herauszukommen. Es kommt zu einem Neubeginn. Eine nette und amüsante Geschichte, die alles andere als eine konventionelle coming-out Geschichte ist, kein Todesfall, kein Psychoproblem. Einfach eine schöne Geschichte Heranwachsender um das Erwachsenwerden mit Happyend.
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