Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dulli is god!, 12. Januar 2004
Von Ein Kunde
Hm. Eigentlich Unsinn, eine Rezension zu dieser Platte zu schreiben. Denn eigentlich kann ich nur folgendes dazu sagen: sie ist großartig. Vielleicht auch noch: sie ist viel besser als die erste Twilight Singers. Was ich nicht sagen kann: warum ist diese Platte eigentlich so gut? Als Annäherung: wenn Popmusik laut Nick Hornby dadurch zu charakterisieren ist, dass sie mit einfachen Mitteln Emotionen beim Hörer hervorruft, dann ist diese Musik perfekt. Nach kürzester Zeit ist man emotional gepackt. Genauer gesagt: man ist depressiv. Die einfachen Mittel werden umgehend komplexer und spinnen dich derart ein, dass du nicht weisst, ist's ein Kokon oder das Lunchpaket einer schwarzen Witwe. Und dort hinein injiziert Greg Dulli das schleichende Gift seiner suggestiven Lyrik. Und das soll gut sein? Depressiv werden, vergiftet und wehrlos noch dazu? Ja! Das ist gut! Intensiv, bedrohlich und schwarz.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was für ein Album!!!, 20. Oktober 2003
Eins vorneweg: "Blackberry Belle" ist für mich DAS beste Album des Jahres! Musizierten die hierzulande kaum beachteten und weit unterschätzten "Afghan Whigs" noch in einem abgesteckten Rahmen kann sich Mastermind Greg Dulli mit seinen "Twilight Singers" jetzt, und das vor allem auf der zweiten Veröffentlichung, nach allen Richtungen voll entfallten. Krachender Independent-Rock trifft auf soul-angehauchte Balladen, Folk geht über in Bombast, mal finden sich scheppernde Schlagzeug- und Percussion-Grooves, mal Streicher und Bläser und immer wieder wimmert die Wah-Wah-Gitarre geradewegs aus dem Schritt:-) Das ganze ist so voll von Emotionen, die einen nach 45 Minuten zur "Zigarette danach" greifen lassen und man mit zitternden Händen auf die Repeat-Taste drückt und die Reise einfach von vorne beginnen muß. Spätestens nach dem dritten Durchgang dankt man Gott für diese CD und entdeckt nach dem dreisigsten Durchlauf trotzdem noch Neues. Bleibt nur zu hoffen, daß "Backberry Belle" nicht so unbeachtet bleibt wie das sehr gute Vorgängeralbum. Leute, kauft Euch "Blackberry Belle", legt die Zigaretten bereit und macht Euch mit Greg Dulli auf die Reise....
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Melancholie kann so schön sein., 24. Januar 2004
Das triste, aber nichtsdestotrotz schöne Booklet, ganz in schwarz-weiß gehalten, deutet bereits an, was den Hörer hier erwartet. Man wird denn auch gleich mit einer schönen Klaviermelodie und Greg Dullis seltsam gedrücktem Gesang begrüßt: „black out the windows / it’s party time / you know how i love stormy weather / so let’s all play suicide“ Und los geht die Reise durchs melancholisch-düstere Indie-Pop-Land. Die Platte überzeugt durch große Stilvielfalt, die trotzdem durch einen schwarzen Schleier homogenisiert wird, der durch die bisweilen arg finsteren lyrics (z.B. „there’s a riot going on inside of me / ... / goddamn, i got me a gun“ oder „you trouble me and i ain’t myself anymore / crawling around like a whore / and you love me there on the floor“) und Greg Dullis bzw. Mark Lanegans (beim Schluß-Epos „Numer Nine“) Grabesstimmen alle Stücke wie einen roten (oder eben besser: schwarzen) Faden durchzieht. Ob nun die fast schon sexy und tanzbar zu nennenden Nummern „Esta Noche“ oder das großartige „Decatur St.“, ob an die ebenfalls dauertraurigen Kollegen von Doves Erinnerndes wie „Papillon“ oder das Rhythmik-Monster „Fat City“, das lässig, ja man kann sagen cool im besten Sinne, mit Halbsprechgesang und eben umwerfender Percussion zu beeindrucken weiß. Bei „Teenage Wristband“ wird dann sogar noch die ganz große Pop-Drama-Keule ausgepackt, mit einem Klavier-Intro, das auch einer Tori Amos gut zu Gesicht stünde und einem traumhaft schönen Refrain. Und dann ist da noch die Überballade „The Killer“, ein heißer Anwärter auf den Song des Jahres. Ein bißchen denkt man an U2s „Numb“ – bis die himmlischen Geigen und ein Schlagzeuggewitter einsetzen und den Hörer mit himmlischstem Wohlklang in Reinform völlig aus dem Sessel hauen, bzw. ihn vielmehr restlos glücklich in selbigem versinken lassen. Alles in allem also zwar eine durchaus traurig und nachdenklich machende Platte – daß das aber auch fast schön sein kann, eine knappe Stunde mit sich und seiner Melancholie zu verbringen, das weiß man spätestens seit Placebos „Without You I’m Nothing“. Aber nun kann diese Platte ja zusätzlich noch durch die durchgehend wirklich gute und vielseitige musikalische Untermalung überzeugen. Wie von ausschweifender Ballade bis treibendem Mid-Temp, von süßem Pop bis düsterer Dramatik alles gekonnt umgesetzt wird, das beeindruckt schon sehr. Sollte der melancholische, bittersüße Indie-Pop jemals eine Rettung nötig haben; „Blackberry Belle“ käme als Retter in Frage.
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