Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wichtiges historisches Dokument, 16. Oktober 2004
Ramin un die Thomaner 1941. Allein zu hören, wie man in dieser Zeit Bach musizierte, wieviel freier von historischen Kenntnissen, wie pathetisch letztlich, ist spannend.Auch erstaunlich, dass 1941 ein solches Projekt überhaupt noch zugelassen war, wo es genügend Anlässe zur Trauer gab und die Art und Weise der Todesanzeigen schon vorgeschrieben wurde. Dann die bemerkenswerten Stimmen. Karl Erb als 65zig-jähriger Tenor, mit erstaunlich frischer Stimme. Frau Beckmann eine erstaunliche Altistin, ebenso wie Tiana Lemnitz, die Sopranistin alles andere als verfemte Künstler. Man hört heute Matthäus-Passion natürlich anders, aber dieses Dokument sollte immer erhalten bleiben.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Ungenügend digitally remastered!, 16. Januar 2006
Von Ein Kunde
Ich habe diese Jahrhundertaufnahme von 1941 wegen seines günstigen Preises für einen Freund gekauft. Ich selbst besitze sie von einer anderen Labelfirma (Preißler & TIM Company). Als ich die Cd abspielte, glaubte ich meinen Ohren nicht zu trauen. Sie war derart ungenügend digitally remastered -oder vielleicht überhaupt nicht-, daß ich es nicht wagte, sie weiter zu verschenken.
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5.0 von 5 Sternen
Ein großartiger MP-Klassiker - legendär, 25. Februar 2009
Diese Aufnahme von 1941 scheint leider aus den Augen der Musikfreunde verloren gegangen zu sein und rechtfertigt eine Wiederentdeckung. Immerhin hatte die Aufnahme mit dem Erscheinen als CD den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhalten. Die Stimmen der ausgezeichneten Solisten sind hervorragend abgebildet, allen voran der wunderbare Karl Erb, der in Doppelfunktion den Evangelisten und die sonstigen Tenorarien interpretiert. Allein dafür lohnt sich die Anschaffung. Auch die Chorleistungen sind prächtig, aber insoweit stellen die klangtechnischen Probleme an den Hörer gewisse Anforderungen. Eine kleinere Chorbesetzung hätte die klangtechnischen Probleme wahrscheinlich deutlich reduziert. Der Aufführung wurde stark gekürzt, was damals bei Tonaufzeichnungen im Hinblick auf die Kapazität von Schelllackplatten üblich war, aber die Kürzungen beschränken sich auf weniger spektakuläre Passagen. Die Aufnahme hat daher auf nur 2 CD Platz. Im Vordergrund stehen die solistischen Leistungen, aber die Choräle ("O Haupt voll Blut und Wunden") fehlen nicht mit Ausnahme des Chorals "Mir hat die Welt trüglich gericht`t".
Auch interpretatorisch handelt es sich um ein Meisterwerk ohne irgendwelche Schwächen. Es findet keine ermüdende Tempoverschleppung mit überzogenem Pathos statt. Dabei bleibt die musikalische Schilderung von enormer Eindringlichkeit, so dass man gar nicht anders kann, als aufmerksam und mit tiefer Anteilnahme zuzuhören. Die musikalische Leitung hatte Günter Ramin, der für diesen Aufgabenbereich geradezu begnadet war. Karl Erb gehört zu den größten Tenören, welche Deutschland jemals hervorgebracht hat, und galt als der führende Evangelist. Ebenso war er als Opern- und Liedersänger bekannt und beliebt. Vom Rang her ist er gleichberechtigt neben Franz Völker, Peter Anders und Fritz Wunderlich zu nennen. Der Klang dieser Stimme ist mit brillant nicht übertrieben bezeichnet.
Auch die anderen Partien sind blendend besetzt. Die Partie des Jesus wird von dem vielseitigen Bariton Gerard Hüsch dargeboten. Tiana Lemnitz war ein bekannter Star im Sopranfach und verfügte über ein großes Repertoire. Es versteht sich von selbst, dass sie keine Wünsche offen lässt. Nichts anderes gilt für die Altistin Friedel Beckmann, die sich neben Bühnenrollen auch als Konzert- und Oratoriensängerin einen ausgezeichneten Namen gemacht sowie in Tonfilmen mitgewirkt hatte. Der ausgezeichnete Bassist Siegfried Schulze war Thomaner und übernahm dort gelegentlich Solorollen, wie bei einem Zyklus von Bachkantaten, der von Leipzig über Rundfunk in alle Welt ausgestrahlt wurde. Thomanerchor und Gewandhausorchester bürgen sowieso für erlesenes Können.
Zurückkommend auf Karl Erb kann vielleicht noch die Wirkung von Interesse sein, die Karl Erb auf seine Zuhörer machte und die ein Leser der Kölnischen Zeitung in einem Brief Nr. 153 in aller Ergriffenheit beschrieb, der am 24. März 1940 veröffentlicht wurde: Das Kölner Ereignis der Osterwoche war die Aufführung der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach im Kölner Dom der persönliche Höhepunk dieses Ereignisses, wenn man von der Größe des Werkes und seines Schöpfers und Meisters, wenn man auch von den großen Leistungen aller mitwirkenden künstlerischen Kräfte eine solche Unterscheidung machen darf, die Begegnung mit der Vollkommenheit einer männlichen Stimme: Karl Erb, schon lange der einzige, der diese hehre Aufgabe so voll erfüllen kann, sang wie immer den Evangelisten, und doch nicht wie immer. Er sang ihn mit einer unfassbaren übermenschlichen unirdisch-wirklichen Vollendung, im edlen Ton so wunderbar getragen von der himmelanstrebenden Höhe des Raumes und diesen herrlich erfüllend, er sang ihn so makellos schön und vom Geiste der Offenbarung beseelt, wie man ihn nie zuvor gehört hat und auch nie wieder hören wird, es sei denn im Kölner Dom und von Karl Erb. Den Zuhörern blieb - und so kann dieser Brief nichts anderes werden als ein Hymnus an eine männliche Stimme - vor diesem Dreiklang von Ton, Wort und Geist keine andere Zuflucht als die letzte Ergriffenheit." Im Münchener Merkur war 1950 über Karl Erb zu lesen: "in ungebrochener Spannkraft ist er der alte Magier geblieben, ein Stimmzauberer von vollendeter Musikalität und mit einer Aussprache, bei der jedes Wort verständlich ist."
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