Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rock aus dem Unterholz, 10. Mai 2007
"Songs from the wood" ist ein weiterer Teil einer Reihe von Jethro Tull-Platten der 70er, die mit virtuoser und anspruchsvoller Rock-Musik einen bestimmten Themenkomplex als Leitfaden für das Album bearbeiten und den Hörer somit in eine faszinierende Welt entführen, die durch die Musik erzeugt wird, aber dennoch gänzlich dem Plattencover entspricht.
Dieses Album ist einfach Rock aus dem Unterholz: Bilder von Wäldern und Wiesen, Bergen und Tälern sowie dem Leben auf dem Land verankern sich fest im Kopf des Hörers.
Auf der musikalischen Ebene wird ganz große Kunst geboten:
anspruchsvolle Akzentuierungen, krumme Taktarten und unglaubliche Leistungen der einzelnen Instrumentalisten würden dem Album auch ohne seinen großen emotionalen Stellenwert Höchstwertungen verschaffen, doch wie gesagt, hier wirkt nichts kopflastig; Ian Anderson's Kompositionen lassen alles natürlich, frisch und aus tiefstem Herzen kommend wirken.
Die Songs an sich sind konstant stark und zeigen mit ihrer Mischung aus kraftvollen Riffs und hauptsächlich akustisch orientierter Instrumentierung auf, was der Begriff "Folk-Rock" bedeutet (Ian Anderson's obligatorische Querflöte dominiert als Solo-Instrument).
Der Titelsong ist ein hervorragender Opener, der alle bereits erwähnten Attribute des Albums vereinigt und zusammenfasst.
Es folgt "Jack-in-the-green", ein reiner Folk-Song, der von einem merkwürdigen Waldbewohner erzählt und für einen Erhalt der Naturverbundenheit in den modernen Zeiten plädiert. Der prägnanteste Rock-Song der Scheibe ist das schwungvolle, melodiöse "Cup of wonder", auf das das virtuose "Hunting girl" folgt, welches zu den herrausragenden Jethro-Tull-Liedern zu zählen ist. Mit "Ring solstice bells" ist sogar ein weihnachtlicher Song enthalten. Die nächsten 3 Stücke entführen den Hörer nochmal richtig in den Wald: "Velvet green" und "The whistler" bewegen sich zwischen verwunschener Verspieltheit und eingängigen Hook-Lines, während "Cap in hand" eine sehr ausladende, groß-angelegte Nummer ist, die man sich durch intensives Hören erschließen muss.
Den Abschluss macht das tröstliche "Fires at midnight", welches mit seiner unabstreitbaren Abendstimmung unter Beweis stellt, dass Ian Anderson mit seiner Band jede gewünschte Stimmung allein durch gutes Songwriting und geschickte Arrangements mühelos verbreiten kann. Eine hervorragende Leistung!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
`Rock aus dem Unterholz` trifft es wirklich gut, 1. August 2008
Die "Songs From The Wood" aus dem Jahr 1977 ist wirklich klasse. Nachdem der Vorgänger "Too Old To Rock`n`Roll..." nicht ganz gelungen war bzw. ausgefallen ist, konnten sich die Tull-Fans hier wieder an einem erstklassigen Album erfreuen.
Sicher ist das Album sehr akustisch und Folk-mäßig ausgefallen. Aber mit `Haunting girl`(super) und besonders `Pibroch (Cap in hand)` (genial) sind auch richtige Rocker vertreten. Besonders `Pibroch` hat eine so dermaßen geile (sorry) Gitarrenarbeit, große klasse. Martin Barre muss sowieso mal lobend erwähnt werden. Ohne ihn wäre Jethro Tull irgendwie gar nicht möglich gewesen.
Weitere gute bis sehr gute Songs sind `Songs from the wood`, `Jack in the green`, `The whistler` und `Fire at midnight`. Immer wieder super Flötenspiel von Ian A. und auch die Keyboarder John Evan und David Palmer spielen großartig auf.
Auch die Bonussongs sind sehr gelungen. `Beltane` ist wieder ein härterer Song, während `Velvet green` zusätzlich in einer gelungenen Livefassung vorhanden ist.
"Songs from the wood" macht mächtig Spaß, versprochen. Die Grundtendenz ist eher akustisch, aber auch härtere Klänge und Prog finden wir hier. 5 Sterne. Der Nachfolger "Heavy Horses" ist ähnlich ausgefallen und auch sehr gelungen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auftakt der rustikalen Triologie, 11. Mai 2007
Songs from the Wood muss man in einem Konsens mit Heavy Horses und Stormwatch sehen. Die Atmosphäre dieses Albums klingt wegen der Ausgewogenheit von klassischen und elektronischen Instrumenten wunderbar entspannt. Das Songwriting ist hier perfekt geraten, was auf den beiden anderen genannten Alben niveaumäßig nicht mehr ganz erreicht wurde. Auf Songs from the Wood befinden sich gleich mehrere Lieder, die zum Besten des Repertoires von Jethro Tull zählen. Als erstes sei hier gleich der Titeltrack selber genannt. Der Anfang ist ein A Capella Männerchor, der uns die Lieder, Reime des Waldes ankündigt. Dieser Chor besteht aus einer nicht zählbaren Anzahl von mehreren Ian Andersons. Dieser Umstand verhindert natürlich auch heute noch die vollständige Livedarbietung (der Chor muss leider vom Band kommen). In der zweiten Strophe des Songs setzen nach und nach die Instrumente ein. Der Mittelteil besteht aus einem harten Instrumentalpart, der von Ian's Flöte dirigiert wird. Der Schlussteil wiederum fasst das vorher Gehörte mit Chor und Instrumentierung zusammen und endet abrupt. Ein einfach zeitloses Stück. Zum Besten zählt auch Hunting Girl, ein kompliziert arrangierter Rocker. Hervorstechender Part sind zwei identisch gespielte Instrumentaleinleitungen, wie sie es so kein zweites Mal gibt und geben wird. Er mündet beide Male in ein knackiges Riff von Martin bevor der Gesang einsetzt. Der Text kommt trotz des Titels gar nicht so rustikal, sondern handelt von Fetischsex (Die Hunting Girl ist eine ledertragende Domina) im Walde. Zum Thema Liebe im Wald oder in der Natur gibt es einen weiteren Song auf der Scheibe, nämlich Velvet Green. Nur ist hier nicht von Domina und Leder die Rede. The Whistler ist der Hit des Albums, der meines Wissens zufolge damals Singleauskopplung und recht erfolgreich war, in diesem Fall auch verdient, weil der Song einfach wie genial ist. Ich möchte nicht wissen, wie viele selbst ernannte Gitarreros sich an diesem Song schon versucht haben. Pibroch ist ein 8-Minutenstück, das Martin Barre mit seinem einzigartigen und gefühlvollem Gitarrenspiel hier in besonderem Maße bereichert. Die Songstruktur selber weist eigentlich gar nicht auf ein so langes Stück hin (3 Strophen) aber Martins Gitarreneinsatz und der Instrumentalpart mit tollem Flötensolo in der Mitte lassen es in epischer Breite erscheinen. Abgerundet wird die Platte mit den weiteren Stücken, wobei sämtlich Instrumente bei Jack-in-the-Green z.B. von Ian allein gespielt wurden. Was wirklich Rustikales für lange Winterabende findet sich mit Ring out und Fire at Midnight, die Jethro Tull auf ihrem späten Christmas Album noch einmal neu eingespielt haben. Die Bonustracks sind für sich betrachtet gute Songs, passen aber nicht auf das Album. Da die Klangqualität schon 1977 auf LP sehr gut war, ist die Remastered-Version zwar keine neue Offenbarung, aber ein absoluter Hörgenuss.
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