Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Frontman der Wallflowers, Jakob Dylan, hat wohl die Kunst der Anspielungen von seinem berühmten Vater gelernt. Aber wenn er beim vierten, ach so wehmütigen Album der Gruppe loslegt, dann tritt er als glaubwürdiges Individuum auf. Dies ist das erste Album der Band seit dem Weggang des Gitarristen Michael Ward, der 1996 für das Album
Bringing Down The Horse hinzu kam. Wir erleben hier Jakob Dylan, wie er sein Privatleben bis ins Detail ausbreitet. "I think I made a mistake/I think I pushed when you said away" singt er in dem Song "If You Never Got Sick". Dann wiederum folgen so unverhohlene Tracks wie "Too Late To Quit" und "Health And Happiness", die weiter auf der Frau herumhacken, die ihm so großes Unrecht angetan hat. Zur Untermalung dieser Gefühlsausbrüche lässt die Band in ihren im gemäßigten Tempo präsentierten Americana-Stil elektronische Effekte und heftige Beats einfließen. Bisher ist es das mutigste und erfreulichste Album der Wallflowers.
--Jaan Uhelszki
Was ist denn das, Jakob? Die Strophenmelodie der Single "When you're on Top" klingt aber höchst frappant nach Papas "Hard Rain" ... Dabei mied Dylans Filius in der Vergangenheit jeden Bezug zum Übervater, brach sogar Interviews ab, in denen Bobs Name fiel - typischer Fall von "Ich brauche keinen großen Namen, um groß zu werden"-Komplex. Und trotzdem heißt seine Band wie ein Dylan-Song, und trotzdem klingt "When you're on Top" wie "Hard Rain". Ist das Zufall? Absicht? Oder Genetik ... ? Auf dem Rest der Platte probiert er, ein trockenes Plätzchen zwischen Americana und Mainstreamrock zu finden, kontrastiert Akustikgitarren mit Drumloops und ist manchmal auf verbitterte Art freundlich: "I wish you health and happiness/but absolutely nothing else". Ein Album leicht über Schnitt, also steigerungsfähig. (mw)