Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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54 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Album für die Ewigkeit, 2. September 2007
Rezension bezieht sich auf: The Man Comes Around (Audio CD)
Mit "The Man Comes Around", dem letzten zu Johnny Cashs Lebzeiten erschienenen Album aus der American Recordings - Reihe, schließt sich der Kreis. Die Themen der ersten beiden CDs drehten sich um allerlei Mühsale des Lebens, für deren unsentimentale Schilderung der Man In Black berühmt war, auf "Solitary Man" konzentrierte sich das Thema, beeinflußt durch Cashs schwere Krankheit, auf die unabwendbaren Schicksalsschläge und den Tod. Der vierte Teil der American Recordings spinnt diesen Faden zwar weiter, doch im Gegensatz zum sehr düsteren Vorgänger geht es hier primär um die Erlösung, die auf das Leiden folgen muß.
"Spirit", sagte Cash selbst, sei das Thema des Albums, der menschliche Geist, der von den Schwierigkeiten und Katastrophen des Lebens geprägt wird, oft leidet und doch nie bricht, solange er kämpft. Cashs Stimme klingt hier beizeiten schwer angeschlagen, die Krankheit hört man immer heraus, doch auch noch immer den unbedingten Durchhaltewillen.
Das Album beginnt mit "The Man Comes Around", einer biblisch inspirierten Phantasie über das Jüngste Gericht, in der sich Cash als Textdichter von dylanscher Verklausulierungsbegabung präsentiert. Ein recht sperriger, aber eindringlicher Einstieg.
"Hurt" ist der erste Höhepunkt des Albums. Der Nine Inch Nails - Song wirkt wie für den späten Cash geschrieben, seine Version übertrifft das Original bei weitem und ist beeindruckend arrangiert: Von einem leisen Einstieg steigert sich das Stück in eine gewaltige "Wall Of Sound", wird am Schluß (bewußt natürlich, wenn Rick Rubin einen Fehler macht, dann will er ihn machen) übersteuert und klingt schließlich, wieder zur Ruhe gekommen, leise aus. Das geniale Video, das zu dieser Nummer gedreht wurde, ist ein Rückblick auf Cashs lange Karriere und machte dem Man In Black zum bisher ältesten Grammy - Preisträger für ein Musikvideo.
"Give My Love To Rose" ist schon eine bekannte Cash - Nummer, deren Neuaufnahme jedoch sehr gut auf das Album passt, der Sänger findet einen sterbenden Mann an den Bahngleisen und nimmt sich seiner an. Ein Song über Buße und Vergebung.
"Bridge Over Troubled Water" hat so gar nichts vom Kitsch des Originals von Simon & Garfunkel, das Stück klingt hier wie ein Kirchenlied, dem von Cashs brüchiger Stimme und dem schrägen Harmoniegesang Fiona Apples jedes Pathos geraubt wird. Eine musikalisch sehr eigenwillige, aber faszinierende Fassung.
"Hung My Head" stammt von Sting, der Man In Black macht aus dem Song über einen Mord aus Versehen eine nachdenkliche Moritat über Verbrechen und vergeben.
"First Time Ever I Saw Your Face" ist ein klassischer Evergreen, dem es fast nichts mehr zuzufügen gibt, nur fehlte eben noch eine Version von Johnny Cash, der sich hier als Traditionswahrer zeigt und das Stück schlicht und ohne Pathos vorträgt.
"Personal Jesus" ist der nächste Geniestreich. Das Depeche Mode - Stück passt auf den ersten Blick mal wieder so gar nicht in den Cash - Kosmos, zeigt aber einmal mehr, daß Cash keinerlei Berührungsängste hatte. Vom Original bleibt einzig der Text und der Rhythmus übrig, auf Effekte wird verzichtet und das Stück in einen absolut kitschfreien Gospel - Song mit lässigem Boogie - Piano verwandelt. Eine der gelungensten Cover - Versionen aller Zeiten.
"In My Life" hat es da als Folgesong recht schwer. Das Beatles - Stück passt zwar ausgezeichnet auf das Album und natürlich klingt es völlig anders, wenn ein erfahrener Sänger, der bereits das Ende seines Lebens vor Augen hat, es interpretiert. Hier hat jedoch die Kreativität etwas nachgelassen und Cash kann dem Song keine neuen Seiten abgewinnen. Keine schlechte Version, aber der schächste Track auf dem Album.
Mit "Sam Hall" zeigt sich Cash noch einmal als der Outlaw, dem alles egal ist. Die Rolle spielte Cash oft in seinen Songs und hat über die Jahre und trotz der schweren Krankheit nichts von seiner Glaubwürdigkeit verloren.
"Danny Boy", die inoffizielle irische Nationalhymne, darf auf einem Album über Tod und Erlösung natürlich nicht fehlen. Cash tappt hier etwas in die Kitschfalle, das Stück kommt etwas zu kirchenliedhaft daher. Trotzdem gelingt dem Man In Black eine recht beeindruckende Vorstellung. Ein Song zum Schwelgen.
"Desperado" hat wieder die Klasse, die das Album ausmacht. Von der Hochglanzfassung der Eagles ist, trotz der Beteiligung Don Henleys bei der Aufnahme, nichts übriggeblieben. Bei Cash wird aus dem glänzenden Colt eine rostige alte Knarre, wie sie jeder düstere Held eines Italo -Western bei sich hat.
"I'm So Lonesome I Could Cry" erweist dem Großmeister der Country - Musik Hank Williams die Ehre. Hundertmal aufgenommen sticht diese Fassung des Klassikers mit Cash und Nick Cave am Mikro heraus und übertrifft noch die Intensität des Originals. Einer der besten Songs auf dem Album.
"Tear Stained Letter", ein Cash - Original, fällt im Vergleich dazu wieder etwas ab, doch sieht man hier einmal mehr den legendären trockenen Humor des Man In Black.
"Streets Of Laredo", einer der absoluten Klassiker der Country - Musik, darf hier natürlich auch nicht fehlen. Der Song über einen sterbenden Cowboy zeigt Cash (es ist schon seine zweite Version dieses Songs) noch einmal voll auf der Höhe, seine Stimme hat hier wieder den berühmten satten Bariton und die Interpretation macht einem weiten Bogen um Klischee und Pathos. Nur Johnny Cash konnte diesen Song so singen.
Das Album endet mit "We'll Meet Again", mit dem sich schon die Byrds auf ihrem ersten Hit - Album "Mr. Tambourine Man" verabschiedet hatten. "The Whole Cash Gang" ist hier am Mirko vertreten und entläßt den Hörer mit einem Silberstreif am Horizont und der Hoffnung auf eine weitere Fortsetzung der American - Reihe.
Leider starb Johnny Cash einige Zeit nach der Veröffentlichung des Albums. Er hatte jedoch noch viel Material hinterlassen, von dem schon einiges veröffentlicht wurde (auf dem großartigen Box - Set "Unearthed" und dem Album "A Hundred Highways"), wer weiß, vielleicht sind die letzten Worte des Man In Black noch immer nicht gesprochen.
"The Man Comes Around" markiert jedoch im Nachhinein einen Endpunkt. Es ist das letzte zu Cashs Lebzeiten erschienene Album, bei dem er noch voll beteiligt war und zeigt ihn noch einmal als hervorragenden Musiker und Songwriter, der sich auch von den schwersten Schicksalsschlägen nicht besiegen läßt.
Ein Album, von dem man nie genug bekommen kann.
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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das letzte Album - und das Beste!, 14. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: The Man Comes Around (Audio CD)
Es ist natürlich schwer, dieses Album zu bewerten, so kurz nach dem Tod Cashs. Durch sein Ableben hat die CD eben noch an Bedeutung gewonnen und zeigt die Zerbrechlichkeit und den Schmerz von Cash. Es klingt eben wie ein Album eines Mannes, der dem Tod gegenübersteht. Traurig, zittrig, tiefblickend.Wie auf den zuvorigen "American"-Teilen vermischt Cash auch hier wieder Coverversionen mit eigenem. "The Man Comes Around", der Opener, beweist, dass Cash auch noch im hohen Alter in der Lage ist, flotte Countrysongs zu schreiben. Das nachfolgende "Hurt" ist wohl einer seiner größten Songs. Und wohl der ungewöhnlichste: Wer hätte wohl erwartet, dass der Altmeister Johnny Cash einen Song von den Nine Inch Nails covert? Das eigentlich schon perfekte Original wird hier nochmals verbessert, statt Wut kommt hier Todesangst zum Vorschein. Die restlichen Coverversionen können sich ebenfalls sehen lassen: "First Time Ever I Saw Your Face" wird auf das Nötigste reduziert, wie so oft bei Cash, "Personal Jesus", im Original von Depeche Mode (!) wird zum beschwingten Akustikstück umgemodelt. Nur "Bridge Over Troubled Water" klingt etwas zu überfrachtet, hier wäre mal wieder weniger mehr gewesen. "The Man Comes Around" ist ein würdiger Abschluss von Cashs Karriere und dürfte sicherlich mehrere zu Tränen rühren. Aber: "We'll meet again / Don't know where, don't know when / But I know we'll meet again some sunny day... Highlights: The Man Comes Around; Hurt; I Hung My Head; We'll Meet Again
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
God bless Johnny Cash, 3. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: The Man Comes Around (Audio CD)
Ich bin seit nunmehr 35!!!! Jahren Johnny Cash Fan, habe weit über 100 Tonträger sowie viele Videos und Bücher von diesem wohl in seiner Art einmaligen Künstler. Ich glaube daher, mir ein Urteil über sein neues Werk anmassen zu düerfen. Wenn heute von einem " neuen Cash" seit seiner Zusammenarbeit mit Rick Rubin gesprochen wird, dann kann ich nicht zustimmen. Cash war immer Cash und wird es hoffentlich noch lange bleiben, nur kennen viele Hörer seine Werke aus den 50iger, 60iger, 70iger und 80iger Jahren nicht. Es gab immer Lieder von Cash die denen der heutigen Zeit entsprechen, der Sound ist natürlich im Laufe der Zeit etwas abgeändert worden. So auch auf der neuen CD "The Man Comes Around". Sam Hall, Give My Love To Rose, Danny Boy, I'm so lonesome I could cry, The Streets Of Laredo waren damals und sind heute ausgezeichnete Lieder. Echt Spitze sind auf der neuen CD "The Man Comes Around" von Johnny. Fünf Sterne sind dafür zuwenig. Außerdem "I Hung My Head" und "First Time I Ever Saw Your Face" Auch für diese Interpretationen sind fünf Sterne zuwenig. Ich finde die neue CD sensationell, schon allein aus der Tatsache heraus, dass Cash trotz seiner Erkrankungen zu dieser Höchstleistung finden kann. Aber ich kenne Ihn ja schon so lange, er hat mir weder bei seinen viele Konzerten, die ich besuchen durfte, noch auf seinen vielen Tonträgern das Gefühl gegeben, etwas nicht mit Hingabe zu seiner Musik und seinem Publikum getan zu haben. Ich schätze diesen großen Künstler, finde seine neue CD sensationell gut und wünsche mir, daß Gott diesem Mann die Kraft und den Willen gibt, uns noch einige Zeit mit seiner Musik zu erfreuen. "God bless Johnny Cash"
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