Aus der Amazon.de-Redaktion
Ryan Adams, der Ex-Frontmann von
Whiskeytown, sagt von sich, er habe in den letzten Jahren genug Songs für ein vier CDs starkes Box Set geschrieben und aufgenommen -- das 2001 erschienene Album
Gold, das Adams nicht nur Kritikerlob, sondern auch den Durchbruch bescherte, gar nicht mitgerechnet. Vernünftigerweise hat sich Adams aber entschieden, das erst einmal zurückzustellen und stattdessen eine Art Best-of-Album mit 13 bisher unveröffentlichten Demos zu präsentieren.
Demolition wurde im Lauf von vier Studiosessions in Nashville, Los Angeles und Stockholm aufgenommen (beteiligt waren neben Adams' Tourband, den "Pinkhearts", auch Gillian Welch, David Rawlings, Ethan Johns, Chris Stills, Bucky Baxter und Greg Leisz) und zeigt, dass Adams' Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist: Brillante und dahingeschluderte Passagen wechseln sich ab. In seinen guten Momenten aber ist Adams eben richtig gut: Der packende Country-Rocker "Hallelujah", die düsteren Akustikballaden "Dear Chicago" und "Tomorrow" und die scheppernde Power-Pop-Nummer "Gimme A Sign" können mit jedem Titel auf Gold mithalten.
Manchmal gleitet Adams allerdings in richtiggehende Imitationen ab, etwa auf "Nuclear" und "Starting To Hurt", die klingen, als hätten sie es nur nicht auf ein U2-Album geschafft. "Tennessee Sucks", das die Stimmung eines ereignislosen Sommertags in Nashville einfängt, klingt unfertig. Das letzte Stück, "Jesus (Don't Touch My Baby)", auf dem Adams leidenschaftslos wie Leonard Cohen singt und für das er Synthesizer, Gitarre und Bass eingespielt und den Drumcomputer programmiert hat, gehört in die Kategorie "gescheiterte Experimente". Insgesamt wirkt Demolition trotz vorhandener Glanzpunkte ein wenig wie Stückwerk. --David Hill
Ryan Adams ist ein Schelm; er treibt gern seine Späße mit den Erwartungen. Bei seinen Konzerten geht es lustig hin und her: Mal wird akustisch geklampft, mal elektrisch gerockt. Mal spielt er den durchgeknallten Superstar, dann den sensiblen Balladen-Crooner, und der Bruch kam oft mitten im Song. Gleiches gilt jetzt auch für seine Alben. Eben noch preschte "Gold" mit Vollgas über den Americana-Highway, Adams stand mit wehendem Haar und selbstbewusst geschwellter Brust an der Spitze des Hype. Doch diesmal tritt er die Bremse durch bis zum Bodenblech, damit er gerade noch in die verlassene Seitenstraße abbiegen kann. "Demolition" ist eine Demo-Sammlung - und eine Vertreibung der Geister, die er selber rief. Als Rückkehr zu den wahren Werten der Straße, zu den einsamsten und traurigsten aller Leben. Nur für wie lange? (kw)