Aus der Amazon.de-Redaktion
Nick Rhodes verschwand nach dem Niedergang der New-Wave-Popper-Band
Duran Duran sang- und klanglos, Stephen Duffy war Anfang der 80er schon vor deren großem Erfolg ausgestiegen. Als Duo The Devils kehren sie nun mit der mehr als überraschenden CD
Dark Circles zurück. Ganz gegen den Strom wird hier nicht geglätteter 80er-Retro geboten, sondern der anarchische Ursprung von New Wave und New Romantics, elektronischer Minimalismus mit Powerpop-Attitüde frohsinnig bis zum Abwinken. Mit altem Analog-Gerümpel und der eher unprofessionellen Einstellung, schnell ein bisschen Spaß zu haben, gelang den beiden mit genialen Chorsängerinnen ein spontanes, authentisches Album, ein Rohdiamant.
Das klingt tatsächlich, als hätte man altes Studiomaterial vor der Vermarktung einer Welle gefunden, nach Human League, Wire und Gary Numan, nach einer Zeitreise als Verjüngungskur. Beim Zusammenspiel von auf der Stelle tretenden Endlos-Akkorden, geizigen Schlagzeug-Rhythmen und allerlei Orbit-Gepiepse entstehen da tanzbare Popohrwürmer, mal funky wie "Come Alive", mal folky wie "Newhaven-Dieppe" oder die Maschinen-Melancholie zur Pop-Poesie von "Barbarellas". "Big Store", eine völlig hedonistische und antizyklische Shopping-Hymne in diesen tristen Sparmaßnahmen-Tagen, könnte glatt zum Hit avancieren. The Devils zelebrieren ihre Jugendzeit so unbeschwert, als würde das nächste Blind Date in unmöglichen Klamotten anstehen. --Ingeborg Schober
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