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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ivorys schönster Film, 3. Februar 2004
The Remains of the Day ist vielleicht Ivorys schönster Film - und das nicht zuletzt wegen eines überragenden Anthony Hopkins. Es gibt eben Schauspieler, die entfalten erst im Alter ihr ganzes Talent. Nach einer miesen und völlig überzogenen Rolle in Silence of the Lambs, mit dem der erst sehr spät berühmt gewordene Hopkins über Nacht zum Superstar wurde, beweist er erst in Ivorys Filmen, daß er einer der ganz großen Schauspieler unserer Zeit ist. Wie in einem japanischen Film, ist Hopkins Interpretation des zurückhaltenden Butlers gerade in dieser Zurückhaltung so ergreifend. Die Tragödie eines alternden Mannes der zu spät entdeckt, daß er nie richtig gelebt hat, wird von Hopkins mit großer Intensität dargestellt. Dabei ist Hopkins nur ein Element in einem Film, wo viele gute Elemente zusammenkommen: die hervorrafende Cinemascope-Fotographie, die vielleicht beste Regieleistung Ivorys, ein ausgezeichnetes Drehbuch und eine Ausstattung, die nie einfach dekorativ, sondern immer wieder kleine versteckte Beziehungen zwischen den Figuren und ihrer Umgebung schaffen. Und wie alle guten Filme, kann man The Remains of the Day immer wieder sehen und wird immer wieder neue Details entdecken. Im Übrigen ist diese DVD auch ein Genuß, nicht nur wegen der guten Bild-und Tonqualität, sondern auch wegen den Bonus-Tracks. Überflüssig zu erwähnen, daß man sich auch diesen Film unbedingt im englischen Original ansehen muß. Die Subtilität von Thompson, Fox oder Hopkins verliert in der deutschen Fassung ihre Wirkung.
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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
the sound of silence, 18. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Wahrscheinlich wurde hiermit erstmals die Arbeitswelt eines Butlers - die zugleich auch seine Lebenswelt ist - verfilmt. Und das äußerst gut. Der Film lebt sehr stark von dem was nicht passiert. Will sagen: von seiner Stille und Bescheidenheit. Das Leben eines Butlers (England, dreißiger Jahre) scheint an sich nicht besonders aufregend. Dennoch vermochte es der Regisseur, meines Erachtens, aus dem Thema das beste herauszuholen und dem Film eine sehr subtile Spannung und Atmosphäre zu verleihen. Die Spannung wird einerseits durch eine Haushälterin erzeugt, welche versucht die Fassade des mit seinem Beruf verschmolzenen Butlers zu durchbrechen und gefühlsmäßig an ihn heranzukommen. Andererseits durch die Frage wie weit Loyalität gehen darf, da des Butler's Lord sich (irrtümlicher - oder naiverweise) auf eine Zusammenarbeit mit den Nazis einläßt, was auch hautnahe Konsequenzen zur Folge hat. Anthony Hopkins als Butler: einfach einzig. E. Thompson ein ebenbürtiger Gegenpart. Die DVD ist einer VHS vorzuziehen, da es auf ihr Sprachen - und Untertitelauswahlen gibt. Auch "Making of" und andere specials.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Subtiles Psychogramm, 24. Oktober 2009
Auf dem Anwesen Darlington Hall versammelt sich Anfang der 30er Jahre die englische Aristokratie heimlich zu Verhandlungen mit den Nazis. In Selbstaufopferung und Loyalität zu seinem Herren, Lord Darlington (James Fox), und getrieben von Pflichtgefühl, Würde und Prinzipientreue verschließt der stets wie ein präzises Uhrwerk funktionierende Butler Stevens (Anthony Hopkins) vor dem drohenden Ungemach die Augen und gestattet sich weder Emotionen noch eigenständiges Denken. So unterdrückt Stevens auch seine aufkeimenden Gefühle für die neue Wirtschafterin Kenton (Emma Thompson). Was am Ende des Tages übrig bleibt, ist ein Leben der verpassten Chancen und ausgelassenen Gelegenheiten. Mehr als 20 Jahre später versucht Stevens, Miss Kenton zu einer Rückkehr auf das Anwesen zu bewegen und seine Fehler wiedergutzumachen. Die Fahrt zu einem verabredeten Wiedersehen quer durch England wird zur Reise in die eigene Vergangenheit, die in Rückblenden eine Auseinandersetzung mit schmerzhaften Erinnerungen mit sich bringt.
James Ivory hat eine besondere Gabe, die ihn als Regisseur so einzigartig macht. Er kann, ohne in Klischees und Kitsch zu verfallen, ganz subtile Psychogramme zeichnen. Wie schon bei Howards End kommt ihm auch hier sein Hang zu Hilfe, untergegangene und nostalgische Bilder der Vergangenheit aufleben zu lassen, um letztendlich mit einem voyeuristischen Blick hinter den Vorhang der bröckelnden Gesellschaftsfassade diese Schweinwelten leise zum Einsturz zu bringen. Keiner lässt seine sentimental und liebevoll aufgebauten Welten so wundervoll in sich zusammenfallen wie Ivory. So ist die bourgeoise Behaglichkeit von Darlington Hall genauso zum Untergang verdammt wie das liberale Ideal vom freien Menschen, dass die Herrschaftsverhältnisse unterhöhlt, auf denen es beruht. Gefühle brechen in die Welt der rationalen englischen bürgerlichen Gesellschaft der 30er Jahre ein und offenbaren deren Schwächen. Mutig ist vor allem, dass Ivory hier ein für einen Briten wie ihn heikles Thema anreißt, nämlich das Sympathisieren von Teilen der englischen Aristokratie mit den Nazis und deren Ideen. Dabei baut Ivory nach der Buchvorlage von Kazuo Ishiguro wieder geschickt einen Kosmos an gesellschaftlichen Figuren um die beiden Protagonisten herum auf, die beide jeweils im manischen Festhalten an der alten Ordnung unfähig sind, sich ihre Gefühle einander zu offenbaren. Er kommt dabei ohne primitive Schwarz/Weiss-Zeichnungen von Charakteren aus. Zwar gibt es natürlich die typischen Upstairs/Downstairs Verhältnisse zwischen der Dienerschaft und ihren Herren. Aber Ivory vermeidet in dieser kongenialen Inszenierung antagonistische Darstellungen. Auch wirkt der Film nie überladen, obwohl er soviel versteckte Thematik in sich trägt. Oft umreißt Ivory die Nebenfiguren nur vage, deutet vieles aber unmissverständlich an und gibt ihnen so eine gewisse mysteriöse Tiefe und Bedeutung. Die beiden Hauptdarsteller zeichnet er sehr nuancenreich. Passend ausgewählt wurde dafür das Cast, das die filmische Vision Ivorys perfekt umsetzt und trägt. Die Ausstattung fällt wie immer bei Ivory sehr detailliert aus, ohne überfrachtet zu wirken.
Interessant bei der Special Edition sind das Making Of und die Filmdokumentationen. Zudem haben sich James Ivory, Produzent Ismail Marchant und Emma Thompson zum Audiokommentar eingefunden, der mit deutschem Untertitel versehen ist.
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