Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein grandioses Meisterwerk von Martin Scorsese, 18. März 2001
Mit diesem bildgewaltigem Kostümepos schwenkte Martin Scorsese Anfang der 90ger für kurze Zeit in eine komplett andere Stilrichtung. Als ich diesen Film im Kino sah, war ich bezaubert und fasziniert von dieser Detailbesssenheit, die Scorsese und sein Team ausmacht. Die wundervollen Kostüme, das begnadete Interieur machen dieses Drama um eine unglückliche Liebe zu einem der ergreifendsten Dramen der letzten 10 Jahre. Die Schauspieler sind allesamt perfekt, Daniel Day Lewis und Michelle Pfeiffer geben ihr Meisterstück ab.Winona Ryder spielte noch nie so erwachsen und formvollendet wie in diesem Film, der leider von der Oscar Jury komplett übergangen wurde. Die Musik von Elmer Bernstein ist ein einziger Traum. Man fühlt sich direkt in diese viktorianische Epoche hineinversetzt, und wünscht einmal einen Tag in dieser Zeit erleben zu dürfen. Der Film basiert auf einem Roman von Edith Wharton, und Scorsese und sein Coautor Jay Cocks haben dieses Buch kongenial umgesetzt. An diesem Film gibt es wahrlich nichts auszusetzen. Ich möchte nicht wissen wieviel Vorbereitungszeit alleine in die Sets und Kostüme gegangen ist ! Dieser Film ist jedem der sich für Geschichte, Film und den Mensch an sich interessiert wärmstens zu empfehlen. Ein wahres Meisterwerk!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vielleicht Scorseses bester Film!, 8. Oktober 2002
Ein wirklich grandioser Film von unsagbar kraftvollem, visuellem Zauber. Der Aufwand, der hier getrieben wird, den Betrachter in die Zeit zurückzuversetzen, in der diese tragische Liebesgeschichte spielt, ist mehr als beachtlich. Vielleicht Martin Scorseses bester Film. Auch wenn er sich selbst harte Konkurrenz macht. Der Schlüssel zum Verständnis des ganzen Films ist vielleicht, dass Mr. Newland Archer - einer der beiden verzweifelt Verliebten - die gesellschaftlichen Konventionen, die sich den beiden Liebenden in den Weg stellen, nicht ausschließlich von außen erfährt, sondern selbst in sich trägt. Nicht ganz grundlos ist das letzte was man von ihm zu hören bekommt, dass er eben „oldfashioned" sei. Natürlich bleibt auch der gesellschaftliche Zwang, der von außen an beide herangetragen wird, ein nicht zu unterschätzender Wirkfaktor und Motor der Geschichte. Doch ist es eben Newland der sein Leben lang Teil der gehobenen New Yorker Gesellschaft bleibt, von der dieser fatale Zwang ausgeht und in der der Film spielt. Damit verfehlt jener Newland das Neuland, das ihm Ellen Olenska bedeutet haben würde - der Gegenpart dieser ebenso leidenschaftlichen, wie hoffnungslosen Liebe - und auf das sein Name so subtil und voll feinsinniger Ironie anspielt. Eigentlich ein Film den man gesehen haben muss. Ich habe ihn einmal dreimal an einem einzigen Tag gesehen - mein persönlicher Rekord. Also.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schönheit, Opulenz und Tragik in Scorseses vielleicht ungewöhnlichstem Film, 20. Mai 2009
Schon bevor die Handlung überhaupt beginnt, kann allein der wunderschön gestaltete Vorspann von Saul und Elaine Bass, untermalt von Elmer Bernsteins grandioser Musik, den Zuschauer begeistern, und auch die folgenden zwei Stunden gehören zum Schönsten und Ungewöhnlichsten, was Martin Scorsese je geschaffen hat.
Nach einer Vorlage von Edith Wharton erzählt ZEIT DER UNSCHULD vom Gesellschaftsleben im New York um 1870, eine Zeit, in die sich viele Romantiker hineinwünschen, die aber bei genauerer Betrachtung die Hölle auf Erden ist, weil sich alle Gefühle und Leidenschaften den Konventionen unterordnen müssen, will man nicht als Außenseiter zugrunde gehen. Und eben diese genaue Betrachtung macht ZEIT DER UNSCHULD zu einem Meisterwerk. Jenseits schwülstiger Kostümdramen schwelgt Scorsese gemeinsam mit seinem Kameramann Michael Ballhaus geradezu in der Opulenz von detailgetreuen Kostümen und Requisiten, um aber immer wieder klarzustellen, dass diese opulente Oberfläche alles ist, was diese feine Gesellschaft zusammenhält.
"Weint denn in Amerika niemand?", fragt Michelle Pfeiffer und gibt sich selbst die Antwort: "Vermutlich muss hier keiner weinen, es sind ja alle so glücklich." Kein anderer als Scorsese bringt es fertig, eine Geschichte voller Leidenschaft und Begehren gleichzeitig so wuchtig und distanziert zu inszenieren. So "frustrierend" es für den Zuschauer ist, zwei Stunden mitanzusehen wie ein füreinander geschaffenes Paar NICHT zusammen kommt, so richtig und mutig ist es auch. Hier wird nicht - wie in anderen aktuellen Literatur-Vergewaltigungen à la "Effi Briest" - gezeigt, wie sich Menschen gegen alle Konventionen stellen, um dem Zuschauer eine billige positive Botschaft zu vermitteln, hier geht es um die Gnadenlosigkeit einer Zeit, die alles andere als unschuldig war, und die Menschen für den schönen Schein zerstören konnte.
Die Darsteller spielen ihre Rollen sämtlich mit Hingabe und passen sich perfekt in das zeitliche Ambiente ein. Michelle Pfeiffer gefällt mir hier noch besser als in Stephen Frears' großartigem "Gefährliche Liebschaften", weil sie vielschichtiger agieren kann und neben großer Würde und Eleganz auch unglaubliche Traurigkeit und Härte hinter ihrer schönen Fassade offenbart. Winona Ryder ist gar so umwerfend als kindliche May, dass man nie sicher sein kann, was sie wirklich denkt und fühlt, und man wird es klugerweise nie erfahren. Der stolze Daniel Day-Lewis leidet so schön wie kein anderer. Der Film wird begleitet von einem Voice-Over, in welchem (im Original) Schauspielerin Joanne Woodward mit geschliffener Ironie Teile des Romans zitiert.
Viel mehr bleibt nicht zu sagen. Bei den Oscars wurde ZEIT DER UNSCHULD geradezu obszön ignoriert, vermutlich, weil er doch zu intelligent mit seinem Thema umgeht, jeden Kitsch und Pathos meidet und den amerikanischen Traum (wie so oft in Scorseses Schaffen) denunziert. ZEIT DER UNSCHULD ist ein Festmahl für Augen, Ohren und Gehirn, er gehört für mich zu Scorseses besten und vielleicht meistunterschätzten Filmen.
Die DVD zeigt den Film in guter Bildqualität (Cinemascope), Ton liegt in Deutsch (Surround) und Englisch (Dolby 5.1, was Bernsteins Musik zugute kommt) sowie weiteren Sprachen vor, Untertitel sind vorhanden, die Extras sind nicht der Rede wert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|