"Ein Mann sieht rot" ist ein Klassiker in Sachen Selbstjustiz
Paul Kersey (Charles Bronson), ein erfolgreicher Architekt, lebt mit seiner Familie in New York. Eines Tages werden Frau Joanna (Hope Lange) und Tochter Carol (Kathleen Tolan) in ihrer Wohnung brutal überfallen. Seine Frau wird erschlagen, seine Tochter überlebt schwerverletzt. Als er sich bei der Polizei erkundigt, teilt ihm der zuständige Detective mit das es keine große Hoffnung gibt, die Täter zu fassen. Tage später, auf dem Weg nach Hause, wird er abends von einem Mann mit einem Messer bedroht und verlangt sein Geld. Paul wehrt sich mit einem Münzgeld gefüllten Socken und schlägt den Angreifer in die Flucht.
Auf einer Geschäftsreise erhält er von einem Auftraggeber ein besonderes Geschenk, eine Pistole. Wieder zurück in New York erfährt er von seinem Schwiegersohn Jack (Steven Keats), dass es seiner Tochter schlechter geht und in eine Nervenklinik eingewiesen werden muß. Bei einem Spaziergang abends im Park wird er erneut bedroht und Paul, Kriegsdienstverweigerer im Koreakrieg, wehrt sich und erschießt den Angreifer. Nach weiteren versuchten Überfällen, führt er als Rächer" die Schlagzeilen der Zeitungen an, mit der Folge, das auch andere Personen Zivilcourage zeigen und sich zur Wehr setzen. Detective Frank Ochoa (Vincent Gardenia) beginnt zu ermitteln...
Für alle die den Film noch nicht kennen, sei das Ende nicht verraten.
Was den Film so besonders macht ist, das er sich sehr nah an der Realität bewegt. Er zeigt, Stück für Stück, das zu Beginn Paul Kersey gar keine andere Wahl hat so zu reagieren wie er es tut. Erst im weiteren Verlauf überschreitet er eine Grenze : Er provoziert seine Angreifer, in dem er beim bezahlen deutlich zeigt, wie viel Geld er in der Börse besitzt. Ab diesem Zeitpunkt ist es für ihn nur noch ein Zwang, gegen die Verbrecher vorzugehen. Die Gewalt verselbständigt sich und er verliert langsam die Kontrolle.
Auch das Verhalten der Polizei und Politik ist ziemlich zurückhaltend. Als der Detective zum Bürgermeister gerufen wird und dann erfährt das laut Statistik die Verbrechen rückläufig sind, sieht man deutlich die Hilfslosigkeit der Politik. Damit es keinen Märtyrer gibt, darf der Name des Rächers niemals publik gemacht werden und sollte er gefasst werden muß er unverzüglich die Stadt verlassen.
Der Film beruht auf der Vorlage Death Wish von Brian Garfield.
Charles Bronson ist hier in seinem Element und wird von Regisseur Michael Winner hervorragend in Szene gesetzt. Im Gegensatz zu den anderen Death Wish-Filmen zeigt Charles Bronson hier seine emotionale Seite. Auch die anderen Schauspieler sind wirklich sehr gut ausgewählt. Jeff Goldblum als brutaler Schläger in einer seiner ersten Rollen, Vincent Gardenia als Det. Ochoa.
Auch die Musik von Herbie Hancock passt hervorragend.