Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Frauenpower, 14. April 2000
Von Ein Kunde
Ich muss gestehen; trotz der ralativ umfangreichen Diskographie von Natalie Dessay habe ich von ihr bisher noch nichts gehört. Und ich muss sagen; die Dame stiehlt den beiden "Stars" Fleming/Graham fast die Show - ich weiss nicht wie oft ich die Arien der Morgana (z.B. Ama, sospira..., 2.Akt) hintereinander gehört habe. Eine wunderschöne, klare, sensible Stimme die mich wirklich begeistert. Reneé Fleming als Alcina, eine ideale Besetzung für diese Rolle; mit ihrer leicht melancholischen Stimme und ihrer Fähigkeit, Emotionen zu interpretieren. Die beiden Herren der Oper (Laurent Naouri, Timothy Robinson) fallen weder negativ noch besonders positiv auf, haben aber auch nur kurze Auftritte. Die Oper wurde live aufgenommen, in einer sehr guten Tonqualität. Leider ist sehr oft Bühnenrumpeln und Stühleknarzen zu hören, und am Schluss jedes Aktes wird schon vor dem Ende der Arien angefangen zu klatschen. Aber das sind auch die einzigen Kritikpunkte. Zur Oper selbst: Wie Perlen auf einer Kette reiht sich eine Arie nach der anderen, Ensemble-Stücke fehlen völlig. Und in 3 Stunden Oper ist gerade mal 4 Minuten Chor zu hören. Dank der hervorragenden Besetzung gefällt diese "Ariensammlung" sehr. Trotz der ernsten Handlung spielen sich die dramatischen Szenen vorwiegend in den Rezitals wieder, in den Arien wird sensibel reflektiert. Dabei fällt der fast kammermusikalische Charakter der Oper auf, die Sänger stehen klar im Vordergrund. Die Musik und der abwechslungsreiche Gesang begeistern durch eine musikalische Schönheit, die nicht nur Anhänger der Barockmusik gefallen dürfte. Ein "leises" Meisterwerk zum Träumen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Da Capo, Natalie Dessay!, 27. August 2004
Nachdem die EMI-Einspielung mit Arleen Auger in der Titelpartie leider aus dem Katalog verschwunden ist, ist diese Einspielung wohl derzeit die beste. Die berühmte Decca-Einspielung unter Bonynge mit Joan Sutherland leidet doch sehr unter dem viel zu groß besetzten Orchester. Auf dieser Aufnahme der Firma Erato hören wir mit William Christie und seinen Les Arts Florissants ein wirklich adäquates Klangbild für eine Barockoper. Dazu wird hier überaus lebendig musiziert. Einziger Schwachpunkt ist René Flemming als Alcina. Ihre Stimme ist zu schwer, ihr Temperament insgesamt zu phlegmatisch für eine solche Partie. Daß Christie auch noch reiche Verzierungen in den Wiederholungen der Arien singen läßt, macht dieses Manko nur noch deutlicher. So wird Natalie Dessay als Morgana zum eingentlichen Star der Einspielung. Leicht und anmutig tanzt ihre Stimme durch die Partitur und meistert selbst die größten Schwiergkeiten in den Da-Capo-Teilen scheinbar mühelos. Das sollte man unbedingt gehört haben.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Mi restano le lagrime, 23. April 2007
Alcina, eine sich nach Liebe sehnende Zauberin, steht am Ende von allen verlassen und alleine da - "Mi restano le lagrime", "Mir sind nur die Tränen geblieben". Händel nutzt die Textvorlage von Riccardo Broschi für sein Talent, Charaktere bis ins Detail in Musik zu setzen und komponiert wohl seine beste Oper - "Alcina".
William Christie versammelt große Namen um sich und führt die Oper für die Opera National de Paris auf. Für die vorliegende Aufnahme hat man sich für einen (zusammengestückelten) Live-Mitschnitt entschieden. Dabei leidet einerseits die Klangqaulität. Ständig trampeln die Sänger irgendwo umher, klingen mal nah, mal weit weg und zudem ist das Publikum deutlich zu hören (trotz Sommer schien in Paris eine Erkältungswelle zu herrschen). Anderseits ist die phantastische Pariser Oper für dieses Werk baulich einfach zu groß. Christie kann den Raum nicht füllen - zumindest scheint sich die Stimmung der Musik irgendwie im Raum zu verlieren. Da kullern mir schon die ersten Tränen. In der heutigen Zeit liegen eindeutig bessere Live-Aufnahmen vor (z.B. Ariodante unter Minkowski).
Viel schlimmer ist jedoch die eindeutige Fehlbesetzung der Titelpartie: Renée Fleming. Nicht ihr Fach! Sie kann keine Barockmusik singen und verunstaltet die Partie in Sutherland-Manier (nur, dass Letztere die "Alcina" zu einer ganz anderen Zeit gesungen hat und damit Pionierarbeit geleistet hat - damals entsprach dies eben den Stand der Zeit!). Flemming ist mit allem überfordert, was deutlich in "Mi restano le lagrime" zu hören ist. Nach Beendigung des Ritornells verschleppt sie das Tempo. Sie schaut nicht zu Christie, sondern ist nur mit sich beschäftigt. Nun gibt es Händelopern, bei denen sich der Fokus nicht ausschließlich auf die Titelpartie richtet, sondern in denen viele Protagonisten gleichberechtitgt zusammenwirken (z.B. "Serse"). "Alcina" gehört nicht dazu. Hier muss die Titelrolle stimmen! Mi restano le lagrime!
Die vollkommen verpatzte Titelpartie kann nicht durch den Rest der Sängerriege ausgeglichen werden, was letztlich wahrscheinlich auch an der äußerst unbefriedigenden Tonwiedergabe liegt. Eben doch zum weinen.
So bleibt für mich die Hickox-Einspielung (glücklicherweise als Wiederveröffentlichung zu haben), trotz des etwas breiten Klangbilds und der teilweise ältlichen Stimmen (z.B. Della Jones), die erst Wahl und bisherige Referenzaufnahme. Über die Erato-Produktion habe ich mich jedenfalls mehr als einmal geärgert. Schade.
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