|
|
31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein weiterer Schritt nach vorne, 9. Januar 2003
Einen Nachfolger für das Jahrhundertwerk Master Of Puppets zu schreiben und dazu noch mit dem tragischen Unfalltod ihres Bassisten Cliff Burton fertigzuwerden war sicher nicht einfach für Metallica. Ausserdem sagte Drummer Lars Ulrich einmal, dass sie damals glaubten sie würden immernoch nicht vollständig ernstgenommen. ...And Justice For All ist deswegen vom Konzept her sicher das ehrgeizigste Metallica Album mit überlangen Songs, komplizerten Tempowechseln und Rhythemen, einer fast unendlichen Anzahl verschiedener Riffs und absolut atemberaubenden Solos, wobei Metallica in Progressive Metal Dimensionen vordringt. Gepaart mit der ganzen Wut und Verzweiflung ergibt sich ein Album, das sicher kein "easy listening" ist, aber Metallica an einigen Stellen immernoch im Zenit ihrer Genialität zeigt. "Blackened" beeindruckt schon mit anspruchsvollen Drums und lässt den Mund spätestens nach dem Solo offenstehen. Der Titeltrack kommt zwar nicht ganz so rund wie Master Of Puppets daher, ist aber trotzdem ein Meisterwerk, wobei manche Stellen vielleicht etwas zu lang geraten sind. Das absolute Highlight des Albums ist aber "One". An diesem Song gibt es absolut nichts zu verbessern, ein typischer Metallica Titel, der langsam und episch beginnt und mit den legendären Maschinengewehriffs endet. Trotzdem wird von Anfang an Spannung aufgebaut, die über mehrere Strukturen und Abschnitte gesteigert wird, während der Sound härter wird. Das ganze ist mit drei Gitarrensoli ausgestattet, das erste über dem Intro, das zweite klassische wunderschön nach zwei Strophen. Der Song findet seinen Höhepunkt schliesslich im schnellen Solo am Ende, welches als eines der besten Soli aller Zeiten gilt und einfach unbeschreiblich ist. Als wäre das nicht genug folgt auch noch ein ausgezeichnetes Doppelsolo. "One" wird zu Recht vielfach als der beste Metalsong aller Zeiten bezeichnet und laufend irgendwo auf der Welt zum Besten Song aller Zeiten gewählt. "Harvester Of Sorrow" beeindruckt gerade am Anfang durch seinen Drumtrack, der fast eine Art "Tribal"-Rhythmus bildet und mit ein Grund ist, warum dieser unglaublich mächtige Song auch live so gut funktioniert. Ein "fast-"Instrumental in der Tradition von "Orion" ist "To Live Is To Die", wobei auch hier vielfältige klangliche Texturen und verschiedene Soli geboten werden. Ein richtiger Speedmetal Track ist das abschliessende "Dyers Eve", wo Metallica eine enorme Geschwindigkeit erreichen. Oft wird dieses Album wegen der schlechten Produktion und der teilweise etwas zu langen und komplizierten Kompositionen kritisiert. Aus solcher Kritik spricht aber entweder der Neid oder das schlichte Unvermögen diese Art von Musik, die eben nicht einfach zu hören ist, zu verstehen und entsprechend zu würdigen. ...And Justice For All ist ein exzellentes Album, was mehr Respekt verdient und Unmengen an gutem Material enthält. Ausserdem sind Metallica hier immernoch praktisch allen anderen Bands um Längen voraus und haben es auch mit ihrem vierten Album geschafft ein Werk für die Ewigkeit zu schreiben, deshalb steht hier alles andere als 5 Sterne auch gar nicht zur Diskussion.
|